Die Innenverteidigung wackelt bedrohlich. Trotzdem steht Deutschland im Finale, weil der Hintermannschaft bisher echte Weltklassestürmer erspart blieben - das wird im Finale anders.
Per Mertesacker, 23, gilt nicht nur als baumlang, sondern auch als selbstkritisch, beides sind hilfreiche Eigenschaften für einen Innenverteidiger. Nach dem 3:2 gegen die Türken sagte Mertesacker urteilssicher: "Das war heute nicht sehr viel von uns. Wir waren lethargisch, schwerfällig, wir haben unsere schwächste Turnierleistung abgeliefert. Wir hatten viel Glück und mussten viel überstehen." Und wenn ihn überhaupt etwas optimistisch stimmen könne, fügte er an, dann dies: "Wenn wir mit so einer Leistung weiterkommen, müssen wir vor dem Finale keine Angst haben."
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Manchmal muss wohl Per Mertesacker (links) selbst die Luft anhalten, so wackelig zeigte sich die deutsche Abwehr bisher. (© Foto: AP)
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Mertesacker sprach im Plural, er sagte "wir" und "uns", was legitim war - weil man ein EM-Halbfinale gemeinsam gewinnt oder verliert. Jede Aussage hätte aber auch im Singular zugetroffen. Lethargisch, schwerfällig - "ich"! Das war erstaunlich. Bisher waren schlechte Spiele der Deutschen oft trotzdem gute Spiele von Per Mertesacker gewesen. Doch diesmal schien der Bremer seine 1,98 Meter Körperlänge noch mit einer anderen Eigenschaft der Bäume zu kombinieren: der Unbeweglichkeit.
Der Ball kam immer zum Gegner
Auch gegen die Türken war Mertesacker seinem Credo treu geblieben, die Gegner lieber mit Hilfe seiner Übersicht vom Ball zu trennen als mit Grätschen. Doch diese Übersicht fehlte seinem Spiel nach vorne. Statt klarer Pässe wählte er oft die komplizierte Variante - der Ball landete beim Gegner. Wenn Mertesacker einfache Varianten wählte, landete der Ball auch beim Gegner. Man musste feststellen, dass Per Mertesacker die Gefahr vor dem deutschen Tor, für deren Bekämpfung er eingeteilt war, oft selbst erst heraufbeschwor.
Das hatten auch die Turnierpropheten nicht erwartet: dass in der deutschen M&M-Abwehr nun Per Mertesacker zu wackeln beginnt. Christoph Metzelder, 27, hatte man das ja ohnehin zugestanden. Der Langzeitverletzte von Real Madrid sollte die Vorrunde gegen Polen, Kroatien und Österreich nutzen wie Roger Federer die erste Turnierwoche in Wimbledon: um sich einzuspielen. Doch nun, da das Finale ansteht, ist man sich nicht sicher, wer im deutschen Defensivverbund eigentlich wen stabilisiert, und wer wen destabilisiert.
Im Grunde ist es fast ein Wunder, in so einem vom DFB-Präsident Theo Zwanziger zu Recht als "gnadenlos" bezeichneten Turnier das Finale ohne intakte Innenverteidigung erreicht zu haben. Doch Weltklassestürmer sind Metzelder und Mertesacker - dem Losglück sei Dank - bisher ja auch keine begegnet. Der gefürchtete Portugiese Cristiano Ronaldo hatte im Viertelfinale vor allem die Außenverteidiger Lahm und Friedrich beschäftigt, den Rest erledigte das Verstopfungkommando Rolfes/Hitzlsperger.
In Polen und Österreich sind keine solchen Stürmer bekannt. Dafür schaffte es schon der kroatische Allerweltsangreifer Ivica Olic, das M&M-Duo zu überlisten. So dürften die DFB-Kicker also im Endspiel das erste Mal mit überragenden Angreifern in Berührung kommen, was nicht nur ihnen selbst Sorgen bereitet. Bundeskanzlerin Angela Merkel gab nach dem Halbfinale zu: "Ich habe oft die Luft angehalten."
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(SZ vom 27.06.2008/pes)
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Sie scheinen ein großer Fan von Fernando Torres zu sein und ein entschiedener Gegner von Lukas Podolski. Das sei Ihnen mal unbenommen, aber nehmen wir doch mal die nackten Zahlen bei diesem Turnier:
Torres hat bisher 2 Tore geschossen, Podokski 3. Vorlagen: Torres 1, Podolski 2.
Sie fragen nach einer Vorlage a la Fabregas von Podolski: Beim 1:0 gegen Portugal, Doppelpass mit Ballack, Hochgeschwindigkeitsdribbling an der Aussenbahn, präziser Flachpass auf Schweinsteiger. Hab ich von Fabregas noch nicht gesehen sowas.
Ausserdem Leuten, die anderer Ansicht über Fussball sind als Sie, zu unterstellen, deren Kommentare seien "Kreisliga C" ist ziemlich daneben. Man kann über vieles, und über Fussball besonders, verschiedener Ansicht sein. Deswegen persönlich zu werden zeugt von extrem schlechten Stil.
Ich muss meinem/er Vorschreiber/in Recht geben. So schlecht war das Türkei Spiel wirklich nicht. Es hat sich einfach gezeigt, dass wir eine reife Mannschaft haben die im richtgen Moment eiskalt zuschlagen kann.
Nichtsdestotrotz muss ich sagen, dass auch ich bei Podolski häufig den Eindruck gewinne, er könne nur gegen sogenannte "B-Teams" treffen. Aber es sind ja gerade für einen Mittelfeldsspieler, wie er es ja zur Zeit ist, nicht nur die Tore wichtig und es ist ihm gelungen auch gegen ein "A-Team", wie Portugal es ist, immerhin ein sehr wichtiges Tor vorzubereiten.
Das einzige was der deutschen Mannschaft im letzten Spiel anzukreiden ist, ist die wackelige Defensive mit einem unsicheren Torwart. Aber die gab es auch im Portugal Spiel. Ist aber auch egal, da man immer nur ein Tor mehr schießen muss als der Gegner - und solange das gelingt ist doch alles wunderbar. Ob es dann ein Weltklassestürmer oder nur ein Allerweltsstürmer war (irgendjemand möge mir erklären wie genau man die beiden unterscheidet!) der gegen uns getroffen hat, ist ja auch egal!
fragen sie am besten hitzfeld nach dem leistungsvermögen von poldi.
vielleicht sollten sie mal genauer hinschauen poldi kann nicht dribbeln und überraschendes bringt er erst recht nicht zustande schon mal eine vorlage à la fabregas von ihm gesehen ?? wenn eine flanke für sie schon das höchstmaß an kreativität darstellt,na dann.
und wissen sie was behalten sie ihre kreisliga c kommentare einfach für sich.
ganz richtig: die Portugiesen mit ihren B-Klasse-Spielern im Angriff wie Ronaldo, Deco und Nuno Gomes sind ja Kindergarten im Vergleich zu den Spanieren. Die haben ja immerhin Torres, Einwechselspieler Fabregas und den verletzten Villa. Ironie Ende.
Ich kann es echt nicht ertragen. Die Spanier sind KEINE Weltklassemannschaft, genauso wenig wie wir. Die Weltklasse ist ausgeschieden. Holland, Italien und Portugal. Dieses Prinzip der gelegentlichen Überraschungen nennt man gemeinhin auch FUßBALL.
als Deutsche in Grossbritannien begegnen mir taeglich Leute, die mir zum Tuerkei-Spiel gratulieren. "Tolles Spiel", "hervorragend", "Chancen gut genutzt", "Favoriten".
Ich will ja nicht sagen, dass das letzte Spiel wirklich toll und hervorragend war, aber im Endeffekt geht es um Tore, nicht um Fehlpaesse, und die hat die Mannschaft nun mal geschossen.
Es nervt ein bisschen, wenn man in einer Zeitung im Ausland einen mehr oder weniger objektiven Bericht liest, und dieser dann (trotz der typischen UK-Einstellung gegenueber Deutschland) hundertmal positiver ist als das, was so im eigenen Land geschrieben wird.
Ausserdem war laut Statistik Mertesacker nicht so schlecht, wie er jetzt gemacht wird - ueber 80% seiner Paesse haben ihr Ziel erreicht (UEFA Statistikseite, wers mir nicht glaubt), also allgemein mal ein bisschen leiser meckern bitte. Das vermasselt naemlich denen, die sich auch mal freuen wollen, die Laune.
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