Deutschland und Argentinien im Vergleich Özil ist das torgefährlichste Sorgenkind des Fußballs

Thomas Müller: Könnte - wenn er noch ein, zwei Mal trifft - der erste Pausenclown werden, der sich in zwei Weltmeisterschaften in Serie die Torjägerkrone schnappt. Scheint daran aber kein gesteigertes Interesse zu haben. "Ich habe den Goldenen Schuh vor vier Jahren geholt, was will ich mit einem zweiten?" Will dem Vernehmen nach lieber der erste Pausenclown mit einem WM-Titel werden. Sollte dafür am besten auch ein, zwei Mal treffen.

Enzo Pérez: Ist einer der vielseitigsten Akteure der Argentinier. Er kann links wie rechts im Mittelfeld spielen, im Zweifel auch in der Abwehr oder im Sturm. Darf deshalb bald als der Manuel Neuer Südamerikas bezeichnet werden, obwohl er selten im Tor steht und noch seltener Schafkopf spielt. Rutschte trotz seiner Vielseitigkeit nur in den Kader, weil er unmittelbar vor der WM in der Form seines Lebens war. Rutschte im Halbfinale nur in die Startelf, weil sich Ángel di María verletzte. Muss im Finale zurück auf die Bank, falls Di María einem Wunderheiler in die Hände fällt.

Wertung: Vorteil Deutschland

Toni Kroos: Spielt bei diesem Turnier endlich so, dass auch der Letzte mitbekommen muss, dass er einer der begabtesten Fußballer der Welt ist. Er selbst wusste das natürlich schon länger, beim FC Bayern bestanden zumindest Restzweifel. Wechselt deshalb nach der WM zu Real Madrid, wo das offenbar auch schon länger bekannt war. Kann am Sonntag in Rio schon einmal für weitere Direktduelle mit Barcelonas Lionel Messi üben.

Lionel Messi: Wird "la Pulga" genannt, der Floh. Müsste aber eigentlich "Caracol" genannt werden, weil er nach Auskunft seiner Lehrerin mal bei einem Kostümfest als Schnecke verkleidet wurde: "Als Schnecke, stellen Sie sich das mal vor!" Orientiert sich insgeheim aber weder an Flöhen noch an Schnecken, sondern am argentinischen Fußballgott. Arbeitet an seiner schleichenden Maradonisierung. Schießt daher auch bevorzugt Tore, die Diego Maradona so ähnlich auch einmal geschossen hat. Aus WM-Finalspielen ist bislang kein Maradona-Tor bekannt.

Wertung: Unentschieden auf höchstem Niveau. Schon jetzt so etwas wie der Super-Clásico des Direktvergleichs.

Fabelkarriere auf einer Tischserviette

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Mesut Özil: Ist beim Bundestrainer unumstrittener Stammspieler, während er zu Hause als das Sorgenkind in Löws Stammelf gilt. Bietet immer mal wieder berechtigten Anlass zum Meckern. Böte allerdings auch ausreichend Anlass zu Lobgesängen. Etwa: drei Torvorlagen in einem WM-Halbfinale. Ist gerade das torgefährlichste Sorgenkind des Weltfußballs.

Ezequiel Lavezzi: Rutschte für den verletzten Sergio Agüero in die Startelf. Aufopferungsvoller Stürmer, der bislang aber kaum Torgefahr ausgestrahlt hat. Sorgt dennoch für gute Laune: Einmal kühlte er an der Seitenlinie Trainer Alejandro Sabella mit Wasser aus der Trinkflasche ab ("er war halt etwas nervös"). Vor der WM setzte er sich bei einer Reise zum Vatikan auf den Thron von Papst Franziskus.

Wertung: Ausgeglichen

ANGRIFF

Miroslav Klose: Wurde nach seinem ersten Turniertor von Ronaldo im "Fünfzehner-Klub" begrüßt. Sagte nach seinem zweiten Turniertor: "Jetzt schicke ich mir selbst eine Message - willkommen, Miro Klose, im Sechzehner-Klub." Braucht dringend neue Ziele. Ideen gäbe es genug. Hat als einziger gegenwärtiger DFB-Nationalspieler schon einmal ein WM-Finale verloren. Hätte zur Not noch andere Hobbys im Repertoire. Gilt als der einzige Superheld des Weltfußballs, der im Sommer gerne angelt und im Herbst gerne Pilze sammelt.

Gonzalo Higuaín: Genannt "Pipita", was im Falle der Higuaíns für einen prononcierten Zinken steht. Papa Higuaín vertritt heute die Interessen des Sohnes, gerne mal durch Anrufe in den Redaktionen, in denen er sich über die Noten für den Filius beschwert. Angeblich wollte ihn Messi zum FC Barcelona holen. Der Klub holte aber lieber Luis Suárez.

Statistisch gesehen: Klarer Vorteil Klose

Quelle: Opta Sportdaten

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