Deutsche Nationalmannschaft Tore gegen die Sessel-Trainer
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Deutschlands Bundestrainer Joachim Löw vertraut gegen Österreich dem Null-Tore-Sturm Klose & Gomez. Riskant? Nein, richtig.
Es gibt keine Sendung im deutschen Fernsehen, die so sehr dem Fußball-Populismus frönt wie der DSF-Talk Doppelpass. Das liegt zu annähernd 100 Prozent am allsonntäglichen Mitwirken von Trainer-Legende (wahlweise -Urgestein, wahlweise -Guru) Udo Lattek. Wenn es einer schafft, heute noch schneller das Gegenteil von gestern zu erzählen als Franz Beckenbauer - dann ist es Lattek.
Bildstrecke Löws Optionen
Doch manchmal bekommt der auch noch Unterstützung in seinem Haudrauf-Populismus. In der jüngsten Ausgabe zum Beispiel von einem Fan, der aus Augsburg stammte, im Publikum saß und auf eine 0:3-Niederlage der deutschen Mannschaft gegen Österreich tippte. Der Bundestrainer Löw habe, so das Kernargument, eben noch nicht verstanden, dass dieser Sturm außer Form sei. Zwei Angreifer, null Tore - oh weh, oh weh, wie kann das gut gehen?
Nun hat Deutschland 80 Millionen Bundestrainer, und einige dieser 80 Millionen haben in den vergangenen Tagen so argumentiert wie dieser Bundestrainer aus Augsburg. Gomez raus, Klose raus, Poldi vorne rein, Kuranyi dazu, nein Kuranyi vielleicht doch nicht, vielleicht besser doch mit dem Klose. Aber trotzdem die ganze Mannschaft umstellen. Zack, zack, zack.
Joachim Löw, der einzig wahre Bundestrainer, hat sich anders entschieden. Weder verzichtet er auf Miroslav Klose noch auf Mario Gomez, noch nimmt er sonst irgendeine Änderung vor, die etwas mit der Leistung im vergangenen Spiel zu tun hat. Nur Marcell Jansen ist gegenüber dem Kroatien-Spiel nicht dabei, und der fällt verletzt aus.
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Zwei Angreifer, null Tore - na und?
Die Entscheidung mag auf den ersten Blick merkwürdig erscheinen oder für den ein oder anderen Sessel-Bundestrainer gar den Samen für ein zweites Cordoba in sich tragen. Noch dazu in einem Spiel, in dem es nach Einschätzung mancher schon Löws Job geht. Tatsächlich aber ist diese Wahl keineswegs verwunderlich. Löw bleibt nur seiner Linie treu. Anders als der experimentierfreudige Klinsmann setzte er stets auf Kontinuität. Bisher mit Erfolg.
Zwei Angreifer, zwei Spiele, null Tore? Na und! Schwedens Zlatan Ibrahimovic hatte in der Nationalmannschaft eine halbe Ewigkeit von 32 Monaten nicht getroffen - und den Griechen mit einem strammen Schuss in den Winkel das Anfang vom Ende bereitet. Dem Türken Nihat wurde schon eine verkorkste Europameisterschaft nachgesagt, ehe er mit zwei Treffern gegen die Tschechen die ganze Türkei euphorisierte. Und wie sueddeutsche.de aus zuverlässigen Quellen erfahren hat, beenden heute Abend ganz sicher zwei weitere Stürmer ihre Flaute.
P.S.: Die österreichischen Stürmer haben bislang auch nicht getroffen ...