Von Philipp Selldorf

Holtby, Götze, Schürrle: Obwohl sich in seiner Elf zuletzt viel getan hat, bastelt Joachim Löw schon am nächsten Umbau - und spricht von einer goldenen Generation.

Aus der Mannschaft, die damals in Basel ein wenig vom alten deutschen Wettkampfgeist zur Hilfe nehmen musste, um die Türkei doch noch 3:2 zu besiegen und ins EM-Finale einzuziehen, werden beim Wiedersehen am Freitag in Berlin nur noch vier Spieler dabei sein. Philipp Lahm, Per Mertesacker, Miroslav Klose und Lukas Podolski sind der Rest der 13 Männer, die in der Schweiz eingesetzt wurden.

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Gute Ballkontrolle: Joachim Löw beim Traning der deutschen Nationalelf. (© dpa)

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Dafür, dass die Partie erst zwei Jahre und drei Monate zurückliegt, ist das eine ziemlich hohe Verlustquote, doch der Gang der Evolution in der Nationalelf hat sich stark beschleunigt. Wenn Joachim Löw erklärt, dass sein bei der WM gefeiertes Team keinen Wandel brauche, weil sie den Wandel durch den Einbau von Spielern wie Müller, Khedira oder Özil ja gerade erst exerziert habe, drückt er zwar seine volle Überzeugung aus - aber die ganze Wahrheit ist es nicht. Die ganze Wahrheit ist, dass der Wandel nun schon unerbittlich fortschreitet und in gewisser Weise sogar den Meisterplaner Löw zu überholen scheint.

Ein paar Spieler, die meistens dem Rand der ersten Auswahl zugehörten, haben das bereits erfahren müssen, als jetzt der Bundestrainer seinen Kader für die beiden EM-Qualifikationsspiele berief. Unauffällig sind diese Unglücklichen aus dem erlauchten Kreis verschwunden. Vielleicht nicht für immer, vielleicht aber doch. WM-Tourist Serdar Tasci, dem Löw beinahe stur besondere Fähigkeiten nachzusagen pflegte, gehört dazu; Pjotr Trochowski, beim Turnier noch regelmäßig am Ball, inzwischen in eine Grundsatzkrise geraten; oder Andreas Beck, der einst als Spitzenkandidat auf den Rechtsverteidigerposten, mindestens aber als sichere Zweitbesetzung galt und noch Gast in den WM-Camps auf Sizilien und in Südtirol war.

Die launische öffentliche Meinung hat sich von solchen Spielern innerlich schon verabschiedet und heißt die nächste junge Welle aus der Bundesliga willkommen. Besonders die Erfolgsgeschichten von Mainz und Dortmund haben den Eindruck geweckt, dass sich die Nationalelf nicht retten könne vor Hochbegabten.

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