Mixed-Staffel bei der Biathlon-WM "Magdalena hat sich bei mir bedankt"
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Nach dem frustrierenden Finale in der Mixed-Staffel findet Arnd Peiffer schnell zu seiner Gelassenheit zurück - sucht aber dennoch nach Erklärungen für seine Schwäche beim letzten Schießen. Zwei andere Deutsche präsentieren sich indes eindeutig in Gold-Form.
Spätabends kehrte im kleinen Ruhpoldinger Ortsteil Zell die Lockerheit zurück. Magdalena Neuner, Andrea Henkel und Arnd Peiffer waren ins Deutsche Haus gekommen, zu den Fans und Sponsoren, die an dunkelbraunen Bierbänken mit reichlich Gerstensaft auf die erste deutsche Medaille bei der Biathlon-WM anstießen. Es war nur Bronze geworden statt Gold - doch irgendwann bemerkte Neuner, dass ihr diese Medaillenfarbe ziemlich gut gefiel.
Aufmunternde Worte von der Kollegin: Magdalena Neuner und Arnd Peiffer
(Foto: dpa)Bei Weltmeisterschaften hatte Neuner bislang nur Gold und Silber gewonnen, ziemlich häufig sogar. "Bronze fehlte mir noch in meiner Sammlung", unkte Neuner deshalb. Kollege Peiffer konterte sofort: "Magdalena hat sich auch schon bei mir bedankt." Dass es Bronze wurde und nicht Gold. Großes Gelächter.
Peiffer war die tragische Figur der deutschen Mixed-Staffel, das bestritt niemand. Nach einer ordentlichen Leistung von Henkel, einer guten von Neuner und einer fantastischen von Andreas Birnbacher (der im Deutschen Haus wegen einer Dopingkontrolle fehlte) war Peiffer mit mehr als einer Minute Vorsprung auf die Strecke gegangen. Für den guten Läufer und nervenstarken Schützen sonst eine sichere Angelegenheit. Diesmal nicht.
Gleich beim ersten Schießen auf dem rechten Schießstand musste Peiffer doppelt nachladen. Nach dem Stehendschießen, wieder ganz rechts, musste er in die Strafrunde. Später sprach er davon, wie die einfallende Sonne ihn geblendet habe, wie das Schießen zur Lotterie wurde. "Ich hätte auch fünf Fehler schießen können, das war reines Glück", sagte Peiffer. Er musste die Staffeln aus Norwegen (die nach einer 30-Sekunden-Zeitgutschrift Gold gewann) und Slowenien vorbeiziehen lassen.
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Spätabends nahm sich Peiffer etwas länger Zeit, sein Missgeschick zum WM-Auftakt einzuordnen. Und zu erklären. Er habe eine persönliche Zwei-Stunden-Regel, sagte der 24-Jährige: Zwei Stunden ärgern, dann ist aber auch gut. "Die Sonne hat mich gestört, sie hat mich beeinflusst, aber das soll keine Entschuldigung sein", sagte Peiffer nun. Er habe zuvor immer zu einer anderen Tageszeit trainiert, wie alle anderen auch. Die schräge Nachmittagssonne habe ihn "kalt erwischt".
Der Sonneneinfall war für die 26.000 Zuschauer ein Genuss - für die Athleten jedoch tatsächlich ungewohnt. Bei den Ruhpoldinger Weltcups, die stets im Januar stattfinden, kommt die Sonne nie hinter den Bäumen hervor. Bei diesem späten Termin Anfang März, auf den die WM diesmal gelegt wurde, kann das allerdings passieren. Eine völlig neue Situation. Vor allem am rechten Rand der Chiemgau-Arena, am ersten Schießstand, den Peiffer als Führender zweimal ansteuern musste.
Einige Teams hatten sich darauf eingestellt, die siegreichen Norweger etwa, die spezielle Sichtblenden an den Gewehren installierten. Dies taten die Deutschen nicht. Peiffer gestand: "Den Sonneneinfall hätte man ausrechnen können." Mit dem Zusatz: "Aber man kann ja nicht an alles denken." Ein kleiner Vorwurf an das Team war das, ein ebenso großer Vorwurf auch an sich selbst.