Deutsche Fußball-Nationalmannschaft Löw setzt auf Adler gegen Frankreich

Torwart René Adler: will auch im Deutschland-Trikot gegen Frankreich jubeln 

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Der Bundestrainer nominiert den Kader für das Testspiel gegen Frankreich: Joachim Löw gibt Torwart René Adler vom HSV eine Einsatzgarantie - und stellt sich trotzdem hinter Manuel Neuer. Im Angriff vertraut er auf Altbewährtes und dementiert Gerüchte um eine Rückkehr von Stefan Kießling.

Mit bewährten Kräften und Rückkehrer René Adler im Tor startet Joachim Löw ins Länderspieljahr 2013. Der Bundestrainer gab dem Schlussmann vom Hamburger SV am Freitag bei der Nominierung seines Kaders für die Partie am Mittwoch (21.00 Uhr/ARD) in Frankreich eine Einsatzgarantie. "Rene Adler hat in der Bundesliga eine sehr starke Hinserie gespielt. Nachdem er gegen die Niederlande in unser Aufgebot zurückgekehrt ist, hat er nun eine Chance verdient, sich gegen Frankreich zu beweisen", sagte Löw.

Wie erwartet verzichtete Löw auf personelle Überraschungen. Alle 23 Spieler gehörten bereits mehrfach zum DFB-Aufgebot. Alle Akteure außer Adler, Schalkes Julian Draxler, HSV-Verteidiger Heiko Westermann waren auch schon bei der EM 2012 dabei. "Ich denke, dass wir einen sehr guten Kader haben, den wir aber auch benötigen, um den technisch enorm starken Franzosen auf Augenhöhe begegnen zu können", sagte Löw. Adler hatte letztmals im November 2010 in Schweden (0:0) für Deutschland gespielt. Seinen Stammplatz hatte er durch seine Rippenverletzung bereits im Sommer 2010 an Manuel Neuer verloren, der durch eine gute WM-Leistung zur Nummer eins aufstieg. Dieser Status ist ihm trotz des Adler-Einsatzes in Paris weiter gewiss, versicherte Löw. "Aktuell ist er unsere klare Nummer eins."

Mit dem Aufgebot vom Novemberspiel in den Niederlanden (0:0) ist der DFB-Kader nicht zu vergleichen. Damals hatten unter anderen Mario Gomez, Sami Khedira, Miroslav Klose und Mesut Özil verletzt oder angeschlagen abgesagt. Diesmal hat Löw bis auf dne langzeitverletzten Münchner Holger Badstuber (Kreuzbandriss) wieder sein stärkstes Personal zur Verfügung. Nachrücker wie Roman Neustädter, Sebastian Jung oder U21-Kapitän Lewis Holtby müssen wieder ins zweite Glied.

Nicht nominiert wurde Stefan Kießling von Bayer Leverkusen. Löw setzt im Angriff weiter auf Klose und Gomez. "Mario Gomez ist nach seiner langen Verletzung wieder in guter körperlicher Verfassung", sagte Löw. "Wie auch Miroslav Klose bringt er auf der Position des zentralen Stürmers alle Voraussetzungen mit, um unsere Spielphilosophie umzusetzen." Die Bild hatte am Freitag berichtet, dass Kießling für die Spiele im März gegen Kasachstan wieder nominiert werde.

Löw bestreitet allerdings dem Leverkusener Stürmer Stefan Kießling für die WM-Qualifikationsspiele im März gegen Kasachstan eine Nominierungsgarantie gegeben zu haben. "Ich habe kein Comeback von Kießling angekündigt. Ich habe keinerlei Aussage gemacht, sondern es offen gehalten", sagte Löw am Freitag der Nachrichtenagentur sid: "Ich habe lediglich gesagt, dass es jetzt, für das Spiel gegen Frankreich, der falsche Zeitpunkt ist."

Grundsätzlich will Löw die Situation des derzeit erfolgreichsten Bundesliga-Stürmers, der seit der WM 2010 nicht mehr nominiert wurde, "immer neu bewerten". Klar sei eines. "Ich werde Kießling nicht für ein Spiel zurückholen, sondern dann, wenn ich ihm eine berechtigte Hoffnung und Perspektive bieten kann", stellte Löw klar: "Stefan war schon bei uns dabei uns ist auch kein ganz junger Spieler mehr. Deshalb würde es ihm nicht gerecht werden, ihn nur für einen Kurzeinsatz zurückzuholen." Grundsätzlich habe der 29-Jährige, der die Torschützenliste der Bundesliga mit 13 Toren anführt, "zuletzt ohne Zweifel bemerkenswert gespielt".

Dennoch ist der Leverkusener im Kampf um einen Platz im Kader für die WM 2014 derzeit noch in der Rolle des Herausforderers. "Wenn wir alle Positionen doppelt besetzen, dann sehe ich Miroslav Klose und Mario Gomez derzeit noch eine Nasenlänge voraus", sagte Löw: "Beide verkörpern in hohem Maße unsere Spielphilosophie."