Deutsche Elf: Vorsprung durch Hierarchie
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Obwohl Thomas Hitzlsperger und Simon Rolfes glänzend gespielt haben, dürfte der rippenverletzte Torsten Frings im Halbfinale wieder ins Team zurückkehren.
Ersatzspieler erkennt man daran, dass sie, während die Kollegen noch unter der Dusche stehen, durch die Mixed-Zone in Richtung Bus huschen, an hunderten Reportern vorbei - aber niemand will etwas von ihnen wissen. Was sollte auch David Odonkor zu diesem 3:2 gegen Portugal zu sagen haben? Und was Piotr Trochowski? Nur bei Torsten Frings ist das anders. Torsten Frings ist auch dann kein Ersatzspieler, wenn er - wie im Viertelfinale - nur auf der Bank sitzt, jedenfalls nicht in der Wahrnehmung von Torsten Frings. In kurzen Hosen kam er also an das Gitter gelaufen und hatte sehr wohl etwas zu sagen. Nicht zum Duell mit Portugal, mehr zum Halbfinale, das sich daraus ergibt: "Ich gehe davon aus, dass ich am Mittwoch spielen werde", sagte Frings.
Torsten Frings wird wohl mit Spezial-Manschette im Halbfinale auflaufen.
(Foto: Foto: AFP)Er wird kaum alleine sein mit dieser Prognose, beim DFB hat ja nicht nur Torsten Frings eine hohe Meinung von Torsten Frings und seinen Qualitäten, sondern auch die sportliche Leitung. Niemand könne so gut die Gegner frustrieren wie der Bremer, heißt es. Allerdings hat sich Frings gegen Österreich einen Rippenbruch zugezogen, und laut Bundestrainer Joachim Löw war "das Risiko zu groß, ihn gegen Portugal aufzustellen".
Frings ist der Leader
Ein Bodycheck hätte gereicht, und Frings hätte vom Platz gemusst. Aber das soll nächste Woche nicht das Problem sein. Gleich nach der Rückkehr ins Tessin, berichtete Frings, solle ihm ein Rippenschutz auf den Leib geschneidert werden - eine Spezial-Manschette, mit der auch schon der Schalker Mladen Krstajic gute Erfahrungen gemacht hat.
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Damit wäre die Sache klar - hätten sich die defensiven Mittelfeldspieler Rolfes und Hitzlsperger nicht so gut wie keine Blöße gegeben gegen die Portugiesen. Im Spiel nach vorne gefiel das Duo ebenfalls - auch Rolfes und Hitzlsperger frustrierten die Gegner, aber nicht nur, indem sie deren Spiel zerstörten. Ein bisschen dürfte das sogar Torsten Frings verunsichert haben - ist er tatsächlich so unverzichtbar, wie es sein Ruf nahe legt? Zumal mit einem Umschnallpanzer versehen? Auch der Bundestrainer dürfte sich diese Frage stellen ("Never change a winning team"), doch es spricht viel dafür, dass Löw im Zweifel die Hierarchie entscheiden lässt - für Frings.
Frings gilt als "Leader", und Leader gelten als wichtig - doch genau diese Eigenschaft wurde zuletzt auch als Problem wahrgenommen: Weil Ballack und Frings gegen Kroatien (1:2) und Österreich (1:0) zwar die Kollegen zusammenstauchten, selbst aber weniges besser machten. Doch Frings hat ein weiteres Argument auf seiner Seite: Den Job, für den gegen Portugal Hitzlsperger und Rolfes eingeteilt waren, macht er im Grunde seit Jahren allein.