Unterstützung finden die Athleten in dieser Haltung bei den meisten Funktionären, zuerst beim obersten Funktionär, dem Chef des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) Jacques Rogge: "Der Boykott würde nichts lösen'', sagte er, "im Gegenteil. Er bestraft nur unschuldige Athleten." Rogges Bild von den unschuldigen Athleten ist wohl etwas arg sportzentristisch geraten, da die Veranstaltung der unschuldigen Sportler zweitrangig erscheint im Vergleich zum Vorgehen des Regimes in Tibet.
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Doch auch diesbezüglich ist der Sport um Relativierung bemüht. Thomas Bach sagte: "Wir hoffen auf eine friedliche Lösung durch Dialog und rufen beide Seiten zu einem Gewaltverzicht auf." Was durchaus so klingt, als seien beide Seiten an der Eskalation schuld und es sei nun auch an den Tibetern, sich zu mäßigen. Bach führte aus: "Olympische Spiele taugen nicht als Knüppel der Politik." Das ist, da chinesische Soldaten mit Knüppeln in Tibet aufmarschierten, ein nicht allzu gelungenes Bild.
Der Chef des Nationalen Olympischen Komitees von Tibet (vom IOC nicht anerkannt), Wango Tethong, fand klare Worte für Jacques Rogge: "Ihr feiges Schweigen hat die Chinesen ermutigt, die Unterdrückung in Tibet fortzusetzen", schrieb er an den IOC-Chef.
Einige internationale Sportler fordern vom IOC eine klarere Positionierung. Der holländische Schwimm-Olympiasieger Pieter van den Hoogenband zum Beispiel äußerste sich in seiner Kolumne für die holländische Zeitung De Telegraaf. Im Namen aller Athleten fordert er die IOC-Verantwortlichen auf, eine klare Stellung zur Frage der Menschenrechte in China zu beziehen. "Das würde uns erlauben, auf die Position des IOC zurückzugreifen, wenn wir in diesem heiklen Thema nach unserer Meinung gefragt werden", schreibt van den Hoogenband und führt aus: "Jacques Rogge als pater familias der olympischen Bewegung ist der richtige Mann, um den Athleten eine Stimme zu geben."
Der pater familias und der Rest der Familie betonen, dass sie strikt gegen einen Boykott sind. Bach: "Die Geschichte hat gezeigt, dass Boykotte nie zum Ziel führen." IOC-Mitglied Walther Tröger: "Wir sind 1980 nicht nach Moskau (zu den Olympischen Spielen, d.Red.) gegangen, passiert ist nichts." Ulrich Strombach, Präsident des Deutschen Handball-Bundes: "Dass wir Menschenrechtsverletzungen bedauern, ist klar. Aber wenn wir jedes Mal darauf mit Boykott reagieren, können wir Olympische Spiele und große Meisterschaften ad acta legen." Dass die Boykotte der Vergangenheit nicht "nichts" brachten sondern jeweils weltweit große Aufmerksamkeit, wird gern übersehen. Letztlich gilt den Olympiern, Sportlern wie Funktionären, der Satz ihres ehemaligen Vorsitzenden Avery Brundage als Motto, der 1972 in München sagte: "The games must go on" - Die Spiele müssen weitergehen. Was auch immer passiert.
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(SZ vom 17.03.2008)
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Wer wählt eigentlich einen Jacques Rogge oder einen Thomas Bach? Alles Leute mit gnadenloser Sucht zur Selbstdarstellung und zur Verwirklichung eigener Machtansprüche. Nichts aber auch gar nichts tragen diese Leute zu einer sinnvollen Entwicklung des Sports bei. Ob Doping oder Veranstaltungen wie die Sommerspiele in Peking, der einzige Denkansatz ist die Mehrung des Geldes und in möglichst tollen Sportarenen, in denen sich die gedopten Sieger mit den Sportfunktionären zeigen können. Nein kein Boykott der Spiele durch die Sportler, aber ein Boykott durch die Zuschauer würde vielleicht einiges ändern. Dann würden hoffentlich diese "verdienten" Funktionäre nicht mehr in Ihre Ämter gewählt werden und eine so peinliche Vergabe von Olympischen Spielen nicht mehr stattfinden.
dass China überhaupt ausgewählt wurde für die Spiele.
Das war verantwortungslos, denn jeder einigermassen Intelligente und Gebildete weiss um die chinesischen Verhältnisse.
Verantwortungslos ist es gegenüber den Sportlern, die sich nicht wehren können, die hart trainiert haben, vielleicht aufgrund des Alters das letzte Mal die Möglichkeit haben.
Das ist unfair, das ist gemein!
Warum also trotzdem?
Die Frage, wieviel Millionen Schmiergelder an die IOC geflossen sind (siehe Schmiergelder innerhalb der Fifa) wird dann sicher wieder in der Schweiz entschieden.
Klar, weil die ist ja so sauber gewaschen - und alle unterstützen das, denn dort ist das grosse Kapital - und die finanzielle Drehscheibe des internationalen Verbrechens - wie man an Julius Bär und Liechtenstein sieht.
Und wenn Herr Blatter meint, man solle den Schweizer Richtern vertrauen - naja - mit dem legalen Schweizer geheimen, verschlossenen Couvert für den Richter - wird das für die "Schmierer" schon klappen! "Schweizer Schwindel" eben.
... Politik und Sport haben nichts miteinander zu tun...
Meiner Meinung nach, wollen die Sportler und Funktionäre nicht auf das viele Geld verzichten, dass sie in und mit China machen können. Macht ja nichts, wenn man die Geldscheine aus einem Blutsee fischen muss.
Und noch ein Punkt: wenn Sport und Politik nichts miteinander zu tun haben, wäre es schön, wenn der Sport von sich aus Distanz zur Politik hält!