Was wollte Michael Ballack mit seiner heftigen Kritik am Bundestrainer überhaupt bewirken? Sein Argwohn wegen angeblich unfair behandelter Mitspieler ist unbegründet.
Seit Tagen diskutieren die Deutschen über den Bruch zwischen Joachim Löw und Michael Ballack. Es ist ein Thema für die ganze Gesellschaft, Mann und Frau, jung und alt. Jeder kann mitreden. Nur eines bereitet Probleme: Worum ging es Ballack eigentlich, und was hat er bezweckt mit seinem Vorstoß in die Öffentlichkeit?
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Finden sie wieder zusammen? Bundestrainer Löw (re.) und DFB-Capitano Ballack. (© Foto: AP)
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Angeblich, so hat Ballack jetzt erläutert, wollte er "Mitspieler schützen und unterstützen" - namentlich seinen in die Reserve der Nationalelf abgerutschten Freund Torsten Frings - sowie "Dinge offen und kritisch ansprechen, die mir als Kapitän am Herzen lagen". Aber was läuft falsch im Nationalteam? Löw hat nach der EM Fehler eingesehen und seinen sportlichen Kurs erneuert, die Ergebnisse geben ihm recht. Auch das Raunen von Ballack-Vertrauten und anderen Leuten aus der Fußballszene, dass "da noch mehr passiert ist" hinter den Kulissen des DFB, erklärt nichts.
Auch Löw machte Fehler
Falsch war, dass Löw seinen Kapitän nicht angerufen hat, nachdem der sich hatte operieren lassen. Daraus hat Ballack den Schluss gezogen, der Bundestrainer nehme Abstand vom bisher engen Vertrauensverhältnis. Man kann ihn dafür als "Mimose" bezeichnen, wie es Franz Beckenbauer getan hat, man kann aber auch verstehen, dass er sich Gedanken gemacht hat. Ballack ist empfindlich und argwöhnisch, das war er - wie die Bayern bestätigen können - immer schon.
Er hat dann dieses krause, vor Widersprüchen wimmelnde Interview gegeben, in dem unter anderem eine Ballack-kritische Kolumne von Olaf Thon als Beleg für Stimmungsmache gegen die älteren Spieler in der Nationalelf herangezogen wurde. Bei allem Respekt für diesen verdienten Nationalspieler: Olaf Thon hat nicht viel mehr Nähe zur DFB-Auswahl als Bundespräsident Horst Köhler.
Ballack irrt mit seiner Kritik
Löw war zurecht entsetzt und enttäuscht. Sein Kapitän hatte nicht nur technische Kritik geübt, sondern ihn charakterlich angezweifelt. Ballack unterstellte, dass Frings ebenso mitgespielt werde wie den tatsächlich fragwürdig behandelten Kollegen Christian Wörns und Oliver Kahn. Da saß Ballack jedoch einem Irrtum auf. Weder ist Löw für das Schicksal von Wörns und Kahn verantwortlich (der Chef hieß Jürgen Klinsmann), noch ist Frings Unrecht geschehen, als er auf die Bank gesetzt wurde.
Immerhin ist Ballack bereit, sich bei Löw zu entschuldigen. Vorausgesetzt, es gelingt den beiden, ihre Beziehung zu reparieren, könnte er sich wieder einreihen in die Nationalelf, in der er als Fußballer dringend gebraucht wird. Und vielleicht wirkt es sich sogar produktiv aus, dass die Heile-Welt-Fassade beim DFB-Team ein wenig eingerissen worden ist.
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
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(SZ vom 27.10.2008/jbe)
Putin und Hollande streiten um Intervention in Syrien
Die großartigen, gegen Liechtenstein ? Das Mühevolle gegen Finland ?
Oder etwa das glückliche gegen Rußland ? Oder das im Kreis herumgespiele gegen Wales ?
Typisch deutsch. Alles wird schön geredet, auch von Herrn Dr. Zwanziger. dem reicht offensichtlich der WM Titel der Damen, ohne den abzuwerten, um die Qualität des deutschen Fußballs zu preisen !
Wie man erfolgreich Fußball spielen kann in Deutschland zeigt doch die No Name Truppe von Hoffenheim, oder jetzt Bayer Leverkusen und oder auch Wolfsburg.
Alles deutsche Trainer und ehemalige Fußballer ! Bei Ralf Rangnick weiß ich das nicht so genau, aber der Mann hat was drauf.
Die einzigen die bisher die richtigen Kommentare zu dem Thema abgegeben haben waren Franz Beckenbauer und Uli Höneß, denn wie wissen wie das damals gelaufen ist, 1974 !
Und man kann auch Spitzenspieler, als Kleinunternehmer mit jährlichen Millionen Umsätzen und Berater Stäben nicht mit Kadavergehorsam und Entengang und wenig attraktiven Gekicke kommen, wenn man z.B. wie Ballak in einer Millionen Truppe von einem Scolari trainiert wird.
Unverständlich auch dass es Herrn Löw nicht gelingt die deutsche Abwehr, früher das Glanzstück unserer Truppe auf die Reihe zu bringen. Wo bleiben denn Leute ähnlich wie Brehme, Buchwald, Augentaler und Co. ? Die waren doch schier unüberwindlich und nach vorne haben die auch noch was gebracht ! Sage doch keiner wir haben nicht die Talente dazu aber offensichtlich kommen die bei der NM nicht in Gang während sie in Ihren vereinen doch alle ganz gut spielen ?
Ich meine man sollte auch herrn Löw einmal kritisch hinterfragen auch wenn das einem Dr. Zwanziger sicher nicht passt!
eines vorweg: ich bin weder fan derjenigen spieler die bereits aussortiert wurden noch derjenigen, die aktuell diszipliniert werden sollen.
aber: die entscheidungen, die der trainerstab im rahmen der wm2006 traf, wurden sicherlich von herrn löw zumindest mitgetragen.
einem wörns einen huth (in der versenkung verschwunden) oder metzelder (im verein eher auf der ersatzbank als auf dem spielfeld zu finden) vorzuziehen, hatte sicherlich ein gschmäckle. der zweikampf lehmann/kahn war von kahn sicher auch nicht zu gewinnen.
die aktuellen personalentscheidungen mögen fachlich richtig sein, allerdings kann man davon ausgehen, dass ballacks gang an die presse sicherlich ein teaminternes vorspiel hatte.
die unart, führungsspieler abzuwatschen, indem man sie nicht aufstellt oder auf ungewohnten positionen spielen läßt (siehe bayen münchen) um zu zeigen, wer chef ist, hat sicherlich methode.
Ich verwahre mich gegen die dreiste Behauptung, daß die Deutschen über das Verhalten von ein paar überbezahlte Fußballer diskutieren, denn ich diskutiere nicht darüber.
Es wird langweilig und spricht nicht für eine ausgewogene Berichterstattung, wenn ich mir als Leser der SZ innerhalb einer Woche 3 Ballackkritische Kommentare antun muss. Nein, hier möchte ich von niederträchtiger Meinungsmache reden.
Die "Autorität" von Löw wird weiter zementiert und darf bloß nicht in Frage gestellt werden. - Es wird geradezu ein Bild von Lehrer (Löw) und Kleinkindern (Ballack/Frings & Kuranyi) gezeichnet, was angesichts des Alters nicht stimmt. Ballack und Frings haben die öffentliche Kontroverse bewusst angefacht und wissen auch warum. Stattdessen wird von der SZ Unterwürfigkeit gefordert und das Verhalten der Fußballspieler als dumm und kindlich abgestempelt. Für wie alt werden den Spieler denn gehalten ?? Sie wissen was sie tun. Wo bleibt der Kommentar zu Löws Fehlern, die er begangen haben muss?
Grüße,
S
hat nen Fehler gemacht, aber er ist Vollblutfußballer. Was Bierhoff während der EM ablieferte mit seinem Privatmarketing, ging wirklich nicht. Klar muss Ballack zurückrudern, aber er ist kein Schleimer und man braucht ihn.
Paging