Die U-Bahn in Peking stinkt, die Amis spielen schlechte Musik - aber dass Steffen die Rudererin getroffen hat, war wirklich wunderbar. Aus der Reihe "Deiblers Dorf".

Die Brüder Steffen und Markus Deibler berichten in der Kolumne "Deiblers Dorf - Sportlerleben in Peking" von ihrer Zeit im olympischen Dorf und von ihren Wettkämpfen. Der siebte Eintrag. Markus schreibt:

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Steffen und Markus Deibler und ihr Leben in Peking: Shoppen und braun werden. (© Foto: Volker Martin)

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Das ist jetzt schon der vorletzte Blog von uns aus dem Olympischen Dorf. Heute ist Freitag, am Montag um diese Zeit sind wir schon wieder auf dem Rückflug. Sehr schade, ich würde irgendwie gerne noch länger hier bleiben. Aber andererseits: Ich freue mich auch schon wieder auf zu Hause.

Wir wollen unbedingt noch ein bisschen "Kultur machen", uns also die Verbotene Stadt anschauen und so weiter. Bis jetzt haben wir das nur immer aufgeschoben und waren lieber beim Shoppen oder haben anderen Sportlern zugeschaut. Und gestern war das Wetter schlecht, aber heute gibt es keine Ausreden mehr. Wer weiß, wann wir mal wieder in diese Ecke hier kommen..

Gestern sind wir morgens wieder sehr früh aufgestanden, um 7:40 Uhr fuhr der Bus zur Kanustrecke. Dort fand an diesem Morgen das 10km- Langstreckenschwimmen statt. Hauptsächlich quälten wir uns so früh aus dem Bett, um Thomas Lurz anzufeuern. Was sich dann ja auch gelohnt hat, denn er wurde nach einem packenden Finish Dritter.

Danach fuhren wir wieder ins Dorf und hielten erstmal einen Mittagsschlaf, weil wir wussten, dass die Nacht wieder länger werden würde. Um 18 Uhr waren wir dann pünktlich beim Anpfiff des Hockey-Halbfinalspiels Deutschland gegen die Niederlande.

Doofe Musik bei den Amis

Kurz vor Schluss gingen die Niederländer mit 1:0 in Führung. Alle hatten schon geglaubt, das Spiel wäre verloren, als Deutschland schließlich doch noch den Ausgleich erzielt hat. Nach einer torlosen Verlängerung konnte Deutschland im Penaltyschießen knapp gewinnen.

Nach dem Spiel fuhren wir ins Deutsche Haus. Als es dort aber ein bisschen langweilig wurde, gingen wir weiter ins Amerikanische Haus, das Budweiser. Dort blieben wir allerdings nicht so lang, weil uns die Hip-Hop-Musik nicht so zusprach. Also waren wir schon um 3 Uhr wieder im Dorf.

Wir haben übrigens festgestellt, dass es ganz toll ist, wenn wir immer erst um drei oder vier ins Bett gehen und um zehn aufstehen. Dann gewöhnen wir uns nämlich schon wieder an die deutsche Zeit.

Mein Fahrrad fährt immer noch, es ist sozusagen unkaputtbar. Ich werde es wohl hier zurücklassen. Hat jemand Pekinger Freunde, denen ich das schenken kann? Bitte melden.

Steffen schreibt:

Heute bin ich schnell Geld wechseln gegangen. In der Bank hier im Dorf sind zwar sechs Schalter, aber da wollen so viele wechseln, dass man da erst einmal eine Nummer ziehen muss.

Als ich das Geld endlich hatte, sind wir gleich los zum Silk Market. Das ist so ein Kaufhaus hier in Peking, in dem es fast alles gibt: Von Uhren über Kleidung bis hin zu Kameras - und all das extrem günstig, wenn man es versteht, zu handeln.

Es riecht!

Wir sind dort mit der U-Bahn hin, aber die ist wirklich so voll! Und dann ist die Luft schlecht und riecht auch noch unangenehm... das kann ich echt gar nicht gut ab. Daheim in Rissegg ist die Luft zum Glück ziemlich gut.

Heute morgen war ich außerdem schon beim Beachvolleyballfinale der Männer, Brasilien gegen Amerika. Der Court war ein bisschen weiter weg, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Da wird echt saumäßig Stimmung gemacht, mit Musik, Cheerleadern und Anfeuerungsaufrufen.

Ruderin mit Ladegerät

Beim Beachvolleyball hab ich eine Ruderin getroffen, die ein Universalladegerät besitzt. Mit dem lade ich gerade meine Kamera auf. Das ist echt sehr gut, dass ich da noch jemand gefunden habe. Denn in den nächsten Tage gibt es noch einige Sachen zu fotografieren!

Heute Abend mag ich dann noch zum Fünfkampffinale der Frauen, da kenn ich die Lena Schöneborn. Die würde ich gerne anfeuern.

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(sueddeutsche.de/sma)