Warum Christen wie Muslime die Schalker Klub-Hymne besten Gewissens singen dürfen und weshalb die Fans hinter den Protesten gegen ihr Vereinslied eine Verschwörung vermuten.
Fans des FC Schalke 04 glauben mittlerweile zu wissen, dass nicht gekränkte Moslems hinter den Protesten gegen ihr Vereinslied stecken, sondern subversive Elemente aus dem Lager des feindlichen Nachbarn Borussia Dortmund, die just vor dem Start der 47. Bundesligasaison Unruhe hatten stiften wollen. Diese Theorie von der miesen Verschwörung mag einem zwar ziemlich abstrus vorkommen. Andererseits ist sie nicht weniger abwegig als die Auffassung der vor allem im Internet aufgebrachten Debatte: dass Schalkes angejahrte Hymne den Glauben von einer Milliarde Muslime beleidige, weil darin die Liedzeilen auftauchen: "Mohammed war ein Prophet/der vom Fußballspielen nichts versteht."
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Schalke muss seine Klubhymne nicht umdichten, die Fans dürfen sie besten Gewissens singen. (© Foto: ddp)
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Inzwischen hat zumindest die semantische und theologische Erörterung der im Jahr 1963 verfassten Textpassage ein beruhigendes Ende gefunden. Kenner des Korans und Institutionen wie der Zentralrat der Muslime in Deutschland haben ihr besänftigendes Urteil gesprochen, und schließlich hat auch ein vom Verein bestellter Gutachter befunden, dass dem Lied keine beleidigende Absicht oder gar islamfeindliche Gesinnung innewohnt. Dafür hätte es allerdingskeiner akademischen Analyse bedurft: Die Hymne ist vom Geist unbedarfter Harmlosigkeit getragen, das erschließt sich jedem Leser, Hörer und Sänger sofort. Und überhaupt: Wer würde das französische Volk für mordgierig erklären, bloß weil es in seiner Nationalhymne heißt: "Zu den Waffen, Bürger/.../ das unreine Blut/ tränke unserer Äcker Furchen."
Nein, Schalke muss seine Klubhymne nicht umdichten, die Fans - Deutsche und Türken, Christen und Muslime - dürfen sie besten Gewissens singen. Dabei hatte sich die Klubführung durchaus Sorgen gemacht. Man muss es zwar nicht über die Maßen ernst nehmen, wenn von interessierter Seite vorformulierte, konfektionierte Protestmails in den Vereinscomputern eingehen, aber man weiß auch nie, wohin so eine Debatte führt.
Das Internet mit seinen wild umeinanderwirbelnden Meinungen rührt Stimmungen auf, die eigene Dynamik entwickeln. In Schalke sah man ein Dilemma heraufziehen: Entweder droht Ärger mit muslimischen Falken, wenn die Zeilen bestehen blieben, oder ein Problem mit königsblauen Extremisten, falls Hand ans Vereinslied gelegt würde.
Dass Schalke nun die Kosten für das Gutachten an die Verschwörer aus Dortmund weiterreicht, ist nicht zu erwarten. Man wird bezahlen und den Fall in der Vereinschronik unter der Rubrik "Albernheiten" ablegen, wo auch das religiöse Gelöbnis des Managers Assauer registriert ist. Der hatte nach dem in letzter Sekunde eingebüßten Meistertitel 2001 öffentlich dem Fußballgott abgeschworen.
Und Muslime mit Humor und Hintersinn nehmen aus der Sache moralischen wie interreligiösen Gewinn mit: Schalke 04, sagen sie, ist immerhin der erste westliche Sportverein, der anerkennt, dass Mohammed ein Prophet ist.
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
(SZ vom 07.08.2009/dmo)
Bürgermeister in Baden-Württemberg
amüsant.
Viel Wind um Nichts. Und mal im Ernst, was ist daran verkehrt, das Mohammed der Prophet nichts von Fußball versteht?
Zur Zeit seiner angäblichen Direktleitung zum obersten Herrn kannte man den Fußball ja auch noch nicht. Ich weiß gar nicht was das Theater soll?
Jegliche Angehörige extrem gläubiger religiöser Religionsgemeinschaften, haben doch keinen Bezug zur Realität.
Hier bei den Extremchristen ist Sexualunterricht Teufelswerk. Die Wörter Vagina oder Glied sind ja auch wirklich ... und der Weg der Befruchtung vom Spermium zum Ei, also...
Die Kapitalisten bauen ein höheres Phallussymbol nach dem anderen um ihre Macht zu demonstrieren und die Extremchristen, tun so, als ob sie keines hätten.
Die Extremmuslime regen sich schon auf wenn man den Propheten auch nur nachdenklich anschaut. Die Welt ist ein Irrenhaus, daß seines gleichen sucht. Und wenn ich der liebe Gott wäre, würden eine ganze Packung Valium nicht reichen um die Kopfschmerzen zu verdrängen. Vielleicht schämt er sich vor seiner Schaffungskunst und hat sich verkrümelt um nicht jeden Tag daran erinnert zu werden, was er da eigentlich gebastelt hat.
Und noch ein Letztes: Der Artikel von Selldorf erschien in der gedruckten Ausgabe im politischen Teil, wo er auch hingehört. Deshalb sind die Fakten, die ich in dem zensierten Beitrag genannt habe, nämlich die Politisierung der Beleidigung durch einen islamischen Verband, der ja zunächst eine Änderung des Liedes verlangt habe, unbestreitbar.
Wie mein Vater zu sagen pflegte: Die Wahrheit hört man nicht gern.
ALso ich kann hier weit und breit kein Schalke-Bashing erkennen. Im Gegenteil, Schalke steht doch im Medienecho eher gut da in der ganzen Geschichte.
Natürlich ist die Art und Weise, wie Journalisten mittlerweile über fast alles berichten (bestimmt aber alles was mit Fußball zu tun hat), getragen von Sensationsgier, Unsachlichkeit und dem routinemäßigen Aufbauschen von Nichtigkeiten zu "Nachrichten" und "Debatten". Aber es machen ja auch alle mit und Leute wie wir lesen ja auch alles, was uns angeboten wird.
Ich würde die Sportpresse gerne ausdrücklich ermutigen, doch ein bisschen mehr Schalke-Bashing zu betreiben, ich finde da ist noch erhebliches Potential nach oben. Alleine schon, damit Schalke wenigstens auf einem Gebiet den Bayern das Wasser reichen kann...
Ich möchte betonen, daß mein Beitrag gegen nichts verstoßen hat, sachlich war und keinerlei Beleidigungen enthielt.
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