Homosexuelle Fußballprofis "Ihr müsst keine Angst haben"

Kanzlerin Merkel, DFB-Präsident Niersbach und Bayern-Boss Hoeneß machen homosexuellen Profis Mut: Es sei nur eine Frage der Zeit, bis sich der erste Fußballer auch öffentlich zu seiner Homosexualität bekennt. Hoeneß fordert die Klubs auf, sich für diesen Fall zu wappnen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bayern-Präsident Uli Hoeneß haben homosexuelle Fußball-Profis ermutigt, keine Angst vor einem Outing zu haben. "Ich bin der Meinung, dass jeder, der die Kraft aufbringt und den Mut hat - wir haben in der Politik einen längeren Prozess hinter uns -, wissen sollte, dass er in einem Land lebt, wo er sich eigentlich davor nicht fürchten sollte. Das ist meine politische Botschaft", sagte Merkel am Mittwoch in Berlin.

Sie erklärte weiter: "Dass immer noch Ängste bestehen, was das eigene Umfeld anbelangt, müssen wir zur Kenntnis nehmen. Aber wir können ein Signal geben: Ihr müsst keine Angst haben."

Für Hoeneß ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich ein Fußball-Profi auch öffentlich zu seiner Homosexualität bekennt. Der Boss des FC Bayern hat die Klubs in Deutschland aufgefordert, sich darauf vorzubereiten.

"Das wird über kurz oder lang kommen. Alle Vereine sind gut beraten, sich auf dieses Thema vorzubereiten, damit sie dann gute Antworten haben", sagte er. Den ersten Schritt müsse aber der betreffende Sportler machen. Für Reaktionen etwa in fremden Stadien könne er keine Verantwortung übernehmen.

Dennoch unterstrich Hoeneß, den Profi "genauso zu schützen, wie es notwendig ist". Ein Fußballprofi, der anonym bleiben wollte, hatte im Magazin Fluter der Bundeszentrale für politische Bildung gesagt, sich aus Angst täglich verstellen und verleugnen zu müssen. Sollte seine Homosexualität bekanntwerden, würde er sich nicht mehr sicher fühlen, so der Spieler in dem Interview.

Niersbach äußert sich ebenfalls

Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bietet homosexuellen Fußball-Profis "jegliche Hilfe" des Verbandes an. "Zunächst einmal ist die sexuelle Neigung eines Fußballers oder einer Fußballerin absolute Privatsache", sagte das DFB-Oberhaupt. Wie öffentlich ein Mensch mit seiner Sexualität umgehe, sagte Niersbach, sei eine persönliche Entscheidung, die es zu respektieren gelte.

"Sollte sich ein Spieler, egal ob in der Bundesliga oder der Kreisliga, öffentlich als homosexuell outen wollen und dabei die Unterstützung des DFB benötigen, so wird unser Verband jegliche Hilfe anbieten", sagte Niersbach: "Schließlich sollte es in einer toleranten Gesellschaft keine Rolle spielen, welche sexuelle Neigung jemand hat."