Vor der DFB-Präsidiumssitzung steht Theo Zwanziger in der Kritik, doch aus der Bundesliga kommen unterstützende Stimmen. Ein potentieller Herausforderer winkt ab.
Dem Eindruck, dass sich Theo Zwanziger während der vergangenen Tage in den Schmollwinkel verzogen habe, wird von Kennern entschieden widersprochen. "Der Begriff Schmollwinkel ist eine starke Untertreibung", weiß ein Mitglied des DFB-Präsidiums.
Bild vergrößern
DFB-Präsident Theo Zwanziger. (© Foto: ddp)
Anzeige
Dass sich der DFB-Präsident seit dem vergangenen Wochenende zurückgezogen und nicht mehr öffentlich geäußert hat, wird nicht nur auf Zwanzigers Ärger über die Kritik an seiner Rolle in der Schiedsrichter-Affäre zurückgeführt. Sondern auch auf das verunsicherte Selbstverständnis des Präsidenten. "Da ist viel Vertrauen verloren gegangen", heißt es. Die evangelische Bischöfin Margot Käßmann habe durch ihren mit großer Achtung aufgenommenen Rücktritt ein Beispiel gegeben, das Zwanziger in seine Überlegungen einbeziehe.
Die Lage hat sich außerdem keineswegs entspannt vor der ohnehin bedeutungsschwer beladenen Sitzung des DFB-Präsidiums, die am Freitag um elf Uhr in der Verbandszentrale stattfindet. Der Konflikt des DFB mit seinem ehemaligen Schiedsrichter-Funktionär Manfred Amerell erreicht neue Schauplätze.
Am Mittwoch hat Amerell Zwanziger wegen der im Januar erfolgten Bundesliga-Beförderung des Schiedsrichters Markus Wingenbach Günstlingswirtschaft unterstellt. Wingenbach, der aus Zwanzigers Heimatverein VfL Altendiez stammt, habe gemäß den objektiven Beobachtungskriterien nur an vierter Stelle gelegen, "es wurde also ein Schiedsrichter nach oben katapultiert". Zwanziger hat zu dem Vorwurf keine Erklärung abgegeben, das hat der Verband für ihn erledigt. Er kündigte - unter Verweis auf Wingenbachs einstimmige Berufung - eine Strafanzeige wegen Verleumdung und übler Nachrede gegen Amerell an, was diesen angeblich aber nicht erschreckt. Er sieht sich gewappnet für einen Rechtsstreit.
Noch weiß zwar niemand, welche Belastungen dem DFB in den diversen angekündigten Strafverfahren in der Sache Amerell entstehen werden, aber zumindest während der Präsidiumstagung wird Zwanziger aller Voraussicht viel Zuspruch erfahren. Die Vertreter des Profifußballs haben sich darauf verständigt, den angeschlagenen Vorsitzenden moralisch aufzurichten.
Zwanziger sei als DFB-Präsident "alternativlos", erklärte der DFL-Präsident Reinhard Rauball (Borussia Dortmund) im Kicker. "Wir müssen ihn jetzt stützen", sagt DFL-Vize Peter Peters (Schalke 04). "Wir vom Liga-Vorstand sprechen da mit einer Zunge: Die persönliche Integrität von Theo Zwanziger steht außer Frage", stimmt Harald Strutz (Mainz 05) ein. Zwar haben sich DFL und Bundesliga oft genug über die Umtriebe des DFB-Chefs geärgert und sein Krisenmanagement in der Schiedsrichteraffäre wird schwer kritisiert, aber die Aussicht, dass der 64-Jährige gemütsbedingt zurücktreten könnte, macht niemanden froh.
Im Video: DFB zeigt Amerell an - Bleibt Ribery oder geht er im Sommer? - Lehmann will immer noch zur WM
Weitere Videos finden Sie hier
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
- Thema
- Schiedsrichter-Affäre RSS
- DFB: Schiedsrichter-Affäre Neue Eskalationsstufe 10.03.2010
- Kempter-SMS an Amerell "Du bist nicht weg" 09.03.2010
- DFB: Schiedsrichter-Affäre Nächste Pleite für Zwanziger 13.04.2010
- DFB: Schiedsrichter-Affäre Nächste Pleite für Zwanziger 12.04.2010
- DFB-Chef Theo Zwanziger Verhöhnung der Opfer 18.03.2010
- DFB: Roth hört vorzeitig auf Licht in der Schattenwelt 16.03.2010
Bundespräsident zur Islam-Debatte
Der DFB behauptet, dass Spiel 1860 - Ahlen steht unter Manipulationsverdacht und die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt.
Laut dem durchaus seriösem Fachmagazin Kicker lagen der Staatsanwaltschaft Bochum Mitte der Woche keine Hinweise vom DFB vor. Interessant in diesem Zusammenhang ist dass der laut Herrn Amarell von Herrn Zwanziger protegierte Schiedsrichter Markus Wingenbach das Spiel 60 - Ahlen geleitet hat. Ein Schelm der Böses dabei denkt. Um auf dem Peinlichkeitsniveau vom DFB zu bleiben: "Theo, bitte fahr nach Lodz und bleib dort."
und der Ball rollt wieder da, wo er rollen soll, auf dem Rasen. Was der DFB mit seinem Altertum Zwanziger und MV Trollinger als Präsidium hatte, hat nichts mit dem zu tun. Alles nur Günstlinge, die an anderer Stelle aussortiert wurden. MV hat es eingesehen, dass man mehr braucht als Schulterklopfen. Zwanziger wird es einsehen, wenn dieses Wochenende vorbei ist und er nur noch geduldet ist. Wenn er sich nicht trennen kann vom DFB, dann kann er ja täglich mit dem Besen die Scherben zusammen kehren, die er mit seinem unnötigen Gehabe erzeugt hat.
lovestory, homosexualität, intrige, fussball - zwanziger hat es geschafft, dass die familie endlich wieder vor dem fernseher vereinigt ist.
wetten dass... kann einpacken - dafür bitte lieber ne staffel deutschland sucht den super-schiri.
hat so viele Fehler gemacht, dass er nicht mehr tragbar ist.
Zwanziger oder falscher falscher Fuffziger"?
heckelman
Paging