David Beckham in Paris Was für ein seltsames Sportjahr!

Lance Armstrong gibt Doping zu, der Blutmischer Fuentes erklärt, dass er nicht nur die bösen Jungs aus dem Radsport betreut hat. Katar steht im Verdacht, die Fußball-WM 2022 erkauft zu haben - und nun geht das Unterwäschemodell David Beckham zu Paris Saint-Germain.

Ein Kommentar von Andreas Burkert

Der erste Monat des Jahres ist vorbei, und niemand tritt 2013 zu nahe, wenn er beklagt: Das ist bisher ein seltsames Sportjahr. Gut, der FC Bayern soll einen Heiligen als Trainer verpflichtet haben (was noch zu beweisen wäre), doch ansonsten lesen sich die Schlagzeilen zumeist wie aus dem Polizeireport: Lance Armstrong hat jahrelang gedopt, zumindest das räumt er ein, auch wenn das jedes Kind schon wusste.

In Madrid erzählt der Blutmischer Dr. Fuentes, dass er nicht nur die bösen Jungs aus dem Radsport betreut hat; in Amerika wird das Baseball-Idol Alex Rodriguez abermals als dopender Bodybuilder enttarnt; in Frankreich erhärten Reports den Verdacht, dass sich Katar die Fußball-WM 2022 dank korrumpierbarer Würdenträger erkaufte. Und nun geht, als letzte Pointe des Januars, das kickende Unterwäschemodell David Beckham mit 37 Jahren nach Paris, zu den Geldverbrennern von PSG.

Neulich, nach dem Coup mit Pep Guardiola, haben sich die Bayern gefreut, die Verpflichtung des Welttrainers sei auch ein gutes Zeichen für die Wertschätzung des seriösen Standorts Deutschland in einem von Hasardeuren geprägten Geschäft. Aber die Feindbilder, die mit dem Geld um sich werfen, anstatt sie in Strategien zu investieren, werden schon nicht ausgehen. Mit der Personalie Beckham, der weiterhin ein freundlicher, tadelloser Sportsmann sein mag, belegen die Verwalter der Katar-Millionen eindrucksvoll, dass ihr "Plan" nur aus sündhaft teurem Name-dropping besteht.

Mehr als 250 Millionen Dollar hat die Qatar Sport Investment bereits in ihr Pariser Spielzeug gepumpt, und über einen plumpen Winkelzug wird der Klub bis 2016 noch einmal mit mehr als der doppelten Summe jonglieren dürfen: Katars Tourismusbehörde schloss einen entsprechenden Sponsoring-Deal, mit dem PSG das hehre Konzept des europäischen Verbands (Uefa) namens Financial Fairplay lässig umgehen dürfte. Sofern die Finanzpolizei von Uefa-Chef Michel Platini, nun unter Druck in der aktuellen WM-Affäre Qatar-Gate, derlei Vorgänge wirklich interessiert.

Aber der Argwohn legt sich ja jetzt sicherlich rasch dank der Nebelkerze Becks & Posh. Das luxuriöse Gesamtkunstwerk, das der Teilzeit-Profi mit seiner Gattin bildet, wird die neue Scheinwelt des Sports prägen. Eine gute Nachricht ist auch das nicht.