Champions-League-Losverfahren Alle Meister in Topf eins

Karim Benzema von Real Madrid. Künftig dürfte sein Team nicht mehr wie selbstverständlich im ersten Lostopf für die Champions League gesetzt sein.

(Foto: AFP)
  • Die Uefa will das Losverfahren für die Champions-League-Gruppen ändern. Demnach sollen die Meister der Spitzenligen und der Titelverteidiger künftig im ersten Topf gesetzt sein.
  • Leidtragende dieser Reform wären womöglich die englischen und spanischen Klubs, kleinere Fußballländer wie Russland könnten profitieren.

Die neue Regel

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) will die Aufteilung der Teams auf die Lostöpfe für die Gruppenphase der Champions League verändern. Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino sagte in London, dass die neue Regelung im Dezember nur noch vom Exekutivkomitee "ratifiziert" werden müsse.

Demnach sollen von der kommenden Saison an der Titelverteidiger und die Meister der Spitzenligen automatisch in den ersten Topf kommen. Bislang werden die Clubs gemäß der internationalen Ergebnisse der vergangenen fünf Jahre eingeteilt. Somit fanden sich dieses Jahr die Landesmeister Manchester City, Juventus Turin und Paris Saint-German nur im zweiten Lostopf.

Nachteil für England und Spanien

Über die mögliche Reform waren die Trainer der europäischen Top-Clubs bereits Anfang September bei ihrer zweitägigen Tagung in der Verbandszentrale in Nyon informiert worden. Infantino erklärte, dass "die Leute Schwierigkeiten hatten, zu verstehen, warum der Meister eines Landes in einem niedrigeren Topf ist als der Drittplatzierte dieses Landes".

Das neue System würde sich vor allem auf die Klubs der spanischen und englischen Liga negativ auswirken. Die Primera División stellt in der laufenden Saison drei Gruppenköpfe (Real Madrid, FC Barcelona, Atlético Madrid), die Premier League zwei (FC Chelsea, FC Arsenal). Die sieben Top-Ligen entsprechend des Uefa-Koeffizienten sind derzeit Spanien, England, Deutschland, Italien, Portugal, Frankreich und Russland. Mit einem sicheren Kandidaten im ersten Lostopf würden Länder wie Portugal oder Russland daher von der Reform profitieren.