Die Bundesliga muss um ihre Startplätze in der Champions League bangen - ganz unschuldig daran ist sie nicht.
Vielleicht ist das Problem gar nicht so komplex, wie es erscheint, vielleicht liegt alles nur an der richtigen Bedienung des Balancereglers. Mirko Slomka, 40, der die Fußballer des FC Schalke nach neuesten fachlichen Erkenntnissen trainiert, hat gesagt, die Kunst des modernen Fußballs sei die Synthese aus Tempo und Ruhe: "Wir brauchen eine hohe Geschwindigkeit im Spiel - ohne hektisch zu sein." Klingt gut. Wie Briten das Spiel beschleunigen und trotzdem kontrolliert wie Südländer die Kugel kreisen lassen. Das wäre der goldene Weg.
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Tatsächlich aber führt Deutschland im Herbst 2007 erregte Debatten über seine Bundesligisten, die im Blendlicht der erfolgreichen Nationalelf eher schlecht aussehen im europäischen Vergleich. Warum haben Spanier, Franzosen, Engländer, Italiener und, huch!, bisweilen sogar Russen, Rumänen oder Portugiesen ein besseres Gefühl für Raum und Zeit und Ball? Ist es das Zweikampfverhalten, das der Bundestrainer Löw bemäkelt? Das Fernsehgeld, das fehlende? Sind es die Spätfolgen versäumter Jugendarbeit? Taktische Rückstände? Fehlender Erfolgshunger? Eine Spurensuche.
Der Koeffizient
Den Ist-Zustand kann jeder nachlesen: unter www.5-jahres-wertung.de. Bis auf die Tausendstel hinterm Komma dokumentiert die Uefa in ihrer Koeffizienten-Rangliste die Resultate der letzten fünf Europacup-Jahre (siehe Tabelle unten). Deutschland, 1992 noch Erster, ist inzwischen Fünfter (hinter SPA, ENG, ITA, FRA) und muss mindestens Sechster bleiben, um den bedrohten Status quo zu wahren. Das sind: zwei Champions-League-Startplätze plus ein Qualifikant sowie drei Uefa-Cup-Plätze. Die fetten Champions-League-Jahre von Bayern München (Sieger 2001) und Bayer Leverkusen (Finale 2002) sind gerade aus der Wertung gefallen, in der laufenden Runde wurde die bisher karge Ausbeute von Stuttgart, Schalke und Bremen (zwölf Spiele, zwei Siege) nur durch gute Ergebnisse im Uefa-Cup gemildert.
Die mit Oligarchen-Millionen aufstrebenden Osteuropa-Nationen Rumänien (6.) und Russland (7.) wollen der Bundesliga den dritten Startplatz für die Champions League abluchsen: "So weit darf es nicht kommen", sagt Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld. Beruhigend ist: Bis auf Steaua Bukarest sind diesmal schon alle Rumänen-Klubs ausgeschieden, und die miserable Bundesliga-Bilanz 2003/04 fliegt bald aus der Wertung. Weniger beruhigend ist: Tycoone wie Abramowitsch und Berlusconi hantieren nicht mehr nur in Europas Topligen, auch in Russland und Rumänien finden jetzt "Milliardäre Vereine interessant, deshalb können sie inzwischen auch dort die Stars verwöhnen", sagt DFB-Scout Urs Siegenthaler.
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Totilas und sein Reiter
Der Vorschlag, den Sie im vorletzten Posting niedergeschrieben haben ist interessant. Noch mehr Wettbewerbe einführen. Aber würde darunter dann nicht die Qualität leiden? Mein Interesse an Fussball ist vergleichsweise gering. Trotzdem würde ich mal sagen, dass z.B. 5 internationale und ebenso viele nationale Wettbewerbe doch eine recht große Belastung währen. Eine zweite Mannschaft würde dieses Problem aus Vereinssicht ja lösen, aber was ist mit dem Fan? Droht dann nicht vielleicht durch ein "überangebot" eine schnelle Sättigung und das Interesse an diesen Wettbewerben nimmt wieder ab? Was dann?
Wie gesagt, der Vorschlag ist interessant, allerdings wird es aus meiner Sicht nicht realisierbar sein, so lange Fussball der Sport des kleinen Mannes ist.
klausbaerbel0815
@theog
Das ist halt eben der UNterschied zwischen Stuttgart und Bayern. Nicht nur die Konstanz über viele Saisons, sondern auch die Konstanz in einem Spiel. In der CL kann man sich keine Aussetzer leisten. Stuttgart hat ja nicht unbedingt schlecht gespielt, aber eben oft innerhalb weniger unkonzentrierter Minuten verloren. Bayern hält eben die 90 Minuten voll dagegen. Man merkt das z.B. manchmal Kahn gut an, wenn er nach einem CL Spiel gegen Madrif oder Mailand leer ist. Das ist eben mental anstregend 90 Mnuten aufzupassen. Das Bayern auwärts nur gewonnen hat, finde ich dann schon einen interessanten Ansatz.
Stuttgart ist schon auch interessant. 5 Chancen in der ersten Halbzeit. Okay Bayern hat schlecht gespielt, aber wirklich mit Ruhm bekleckert hat sich Stuttgart da auch nicht. Und dann gab es ne rote Karte und dann war es halt gelaufen. Nebenbei kapier ich bis heute nicht, warum festhalten nicht geanhndet wird, sich losreißen aber schon, noch dazu wo er den Gegenspieler hinten ohne ihn zu sehen noch nicht einmal getroffen hat. Festhalten soll eigentlich ne gelbe Karte sein, wo ist die für den Stuttgarter ?
Digital_Data
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Ja, stimmt, das mit der Konstanz ist ein ganz entscheidender Punkt. Deswegen sollte man auch ueberlegen, die Quali fuer CL und Uefa Cup innerhalb der BL nicht vom Stand der letzten BL-Saison abhaengig zu machen; sondern von, sagen wir, den letzten 3 Saisons. So waere, z.B. Stuttgart nicht fuer die CL qualifiziert gewesen, Bayern aber sehr wohl. Aber es stimmt schon, das eigentliche Problem ist wirklich die Konstanz. Selbst mit diesem komplizieren System waeren Schalke und Bremen dabei gewesen - aber die bringen's auch nicht, weil sie, wie richtig erkannt, einfach keine 2.Mannschaft haben. So gesehen ist das Ganze wirklich ein Geldproblem. Oder eher noch ein Mentalitaetsproblem, da viele BL Clubs es sich schon leisten koennten mehr zu kaufen, es aber nicht tun.
Die deutsche Liga mag ja gut sein, was aber allen Mannschaften außer Bayern fehlt, ist die Konstanz. Dabei meine ich, zwei Jahre hintereinander gut zu spielen. Die meisten Mennschaften haben ein gutes Jahr, dann fällt man wieder zurück und das passiert dann natürlich genau in dem Jahr, in dem man international spielt. Bestes diesjähriges Beispiel Nürnberg. Aber auch unsere Spitzenclubs, also Bremen, Schalke, Stuttgart, Hamburg, Leverkusen. Welche dieser Mannschaften spielt zwei Jahre hintereinander um den Titel mit ? Richtig, keine. Stuttgart und Schalke, die beiden Mannschaften, die letztes Jahr das Titelrennen unter sich ausgemacht haben, sind nun 6. und 7. mit 8 Punkten Rückstand auf Platz 3 und entsprechender CL Bilanz.
Dabei ist der Verein oft selbst schuld. Beispiel Hertha. International qualifiziert gute Runde gespielt und dann wollte man mehr und wechselte einen erfolgreichen Trainer aus. Ergebnis Mittelmaß. Gleiches gilt für Dortmund oder Leverkusen. Statt konsequentem Aufbau will man mit Geld den langfristigen Erfolg kaufen.
Aber warum geht das in der Bundesliga so schief. Um in der CL oder im UEFA-Cup zu bestehen braucht man nicht nur eine Mannschaft sondern mindestens anderthalb, besser zwei Mannschaften. Gerade auch Nürnberg leidet unter Verletzungspech, dass auch durch die vielen Spiele zustande kommt. Um sich aber die "zweite" Mannschaft leisten zu können, braucht man mehr Geld, dass bekommt man aber nur wenn man international erfolgreich ist. Ein Teufelskreis. Die UEFA-Wettbewerbe reiben mittelmäßige Mannschaften auf. Auch hier haben es die osteuropäischen Mannschaften leichter, da sie genug "Spielermaterial" haben.
Das Problem kann eigentlich nur von der UEFA gelöst werden, in dem es genug Wettbewerbe für alle Vereinsmannschaften gibt, damit diese sich die "zweite" Mannschaft leisten können, vor allem aber diese auch gebraucht wird. Denn wenn nach einem Jahr wieder eine Saison ohne internationale Teilnahme kommt, dann hauen die Spieler des zweiten Gliedes ab und ziehen zu einer anderen Mannschaft.
Digital_Data
Man muss ja keine Titel gewinnen, um gut zu sein,
bzw. um Punkte für die 5-Jahres-Wertung zu bringen.
Leverkusen war 2002 Vize-Pokalsieger, deutscher Vizemeister
und Vize-Gewinner der Champions-League.
Genau deswegen wurden die dann auch schnell kaputtgekauft
und schwanken seitdem zwischen Platz 5 und Platz 15.
Achja ... einige der Spieler wurden in dem Jahr auch Vize-Weltmeister.
ich glaube, ich an deren Stelle wäre ausgetiltet ... s-)
dww
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