Vor dem Lissabon-Spiel stehen die fachlichen Qualitäten des Sportlehrers Jürgen Klinsmann auf dem Prüfstand, die Frage lautet: Ist er wirklich ein Trainer?
Der Charter des FC Bayern machte sich am Dienstag beinahe pünktlich auf den Weg nach Lissabon. Das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Portugals Pokalsieger Sporting steht an, und Delegationsleiter Jürgen Klinsmann wird den Tapetenwechsel eben so goutieren wie sein Spieler Philipp Lahm. Das Flutlicht und "ein anderer Wettbewerb", sagt der Nationalverteidiger erleichtert, dieses Ambiente sei eine Gelegenheit, "für ein paar Tage die Bundesliga aus dem Kopf zu kriegen".
Bild vergrößern
Jürgen Klinsmann und der FC Bayern stehen gegen Lissabon enorm unter Druck. (© Foto: AFP)
Anzeige
Schädelbrummen plagt die Münchner ja seit der 1:2-Heimniederlage gegen Köln, die sie auf vier Punkte hinter die Tabellenspitze zurückwarf. Für sie ist es somit auch eine Art Flucht auf die europäische Bühne, sie möchten sich ablenken von den abträglichen Debatten, die in der Heimat entworfen werden. Es sind Debatten, die vor allem die Person Jürgen Klinsmann betreffen, auch wenn ihm die Verantwortlichen demonstrativ den Rücken stärken. "Es gibt keine Diskussion um den Trainer. Er hat unser Vertrauen", sagt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Jede andere Formulierung wäre auch ein Tabubruch gewesen.
Ende Juni hat der einstige Bundestrainer seinen Dienst an der Säbener Straße angetreten. Acht Monate später hat Klinsmann, 44, eine ausdauernde Ergebniskrise zu moderieren, nicht ein einziges Mal stand Bayern mit ihm an der Tabellenspitze. "Imponierend" habe man sich dagegen in der Champions League geschlagen, findet Klinsmann, er kann auf die beste Vorrundenbilanz verweisen. Doch Punkte, Tore und Tabellenstände sind das eine in der Debatte, die seit der Pleite gegen Köln ohne internen Meinungsaustausch zwischen Trainer und Klubvorstand vor sich hin gärt. Das andere ist eine wiederkehrende Frage, die Klinsmanns berufliche Reputation betrifft: Ist er wirklich ein Trainer?
Keine frontalen Angriffe
Diese Frage mutet unerhört an angesichts der Verdienste, die sich der schwäbische Bäckermeistersohn fürs Vaterland erwarb. Er hat die Deutschen glücklich gemacht mit dem gelungenen Auftritt der Nationalmannschaft bei der Heim-WM 2006. Einen wertvollen Weg der Erneuerung hat er außerdem mit seiner Mission, die im Sommer 2004 unter dem Motto Challenge 2006 startete, dem deutschen Fußball hinterlassen.
Eine Revolution von oben war das, Fitnesswerte, Passtempi und eine Armada an Experten und Spezialisten gehörten zu den Neuerungen. Das System Klinsmann implantierte er dann auch beim FC Bayern, das neue Leistungszentrum dient heute als Symbol dafür. Es wird stehen bleiben.
Der moderne, ideenreiche Innenausstatter Klinsmann ist und bleibt anerkannt, doch vielleicht fehlt es dem FC Bayern derzeit an etwas anderem: an einem routinierten Handwerker. Diese Sehnsucht dringt jedenfalls aus der Mannschaft, was an sich schon erstaunlich ist angesichts einer von Klinsmann verordneten Medienpolitik der Kontrolle und Reglementierung. Schon im Herbst sprach der gewöhnlich loyale Brasilianer Zé Roberto bei Klinsmann offen von "einem lernenden Trainer", der gottlob seine Experimentierwut etwas gezügelt habe.
In Nebensätze verpackte subtile Kritik war das damals, sie wurde übertönt von der Zuversicht Klinsmanns, auf einem guten Weg zu sein - zumal Bayern bis Weihnachten noch einen beeindruckenden Schlussspurt hinlegte. Doch gerade sagte der gewöhnlich loyale Pfälzer Stürmer Miroslav Klose: "Es ist schon enttäuschend, dass wir ein halbes Jahr später nichts daraus gelernt haben."
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
- Thema
- Europapokal RSS
- Fußball: FC Bayern Signale aus der Kabine 23.02.2009
- FC Bayern München Der Keim des Zweifels 23.02.2009
- Fußball: Champions League Arsenal einziger Sieger 24.02.2009
- FC Bayern: Franck Ribéry Der Wellenbrecher 17.05.2010
- Europa League: Finale Cup der Sieger 12.05.2010
- Europa League, Finale Jagdszenen in Hamburg 12.05.2010
- Europa League Aua, Madrid! 12.05.2010
Bundespräsident zur Islam-Debatte
Psychologie spielt auch eine Rolle bei dem Spiel und das Grinsi den Poldi überhaupt nicht mehr mag und nicht nur ihn das spüren lässt, hinterlässt halt seine Spuren bei einem unreifen Spieler. Das hat man sehr schön nach dem Spiel im Poldi Interview sehen können...
@St Engel
Top News! Lell und Rensing im Tausch gegen Gomez zum VFB!! ;)
Etwa nicht? ;-)
...dafür durfte Rummenigges Liebling eine ganze Halbzeit 'ran. Im Gegensatz zu Pixelpoldi trifft Donovan zumindest den Ball, gell?!
@ blonde engel
Wie jetzt? Haben wir eine Krise oder was?
Paging