Nach dem 0:1 in Hamburg ging der FC Bayern schon das zweite Mal nacheinander torlos vom Feld. "Es kann immer sein, dass man eine Chance nicht macht, da ist immer auch eine bisschen Glück dabei", sagte van Gaal. "Aber wenn wir so weiterspielen, ist das nur eine Frage der Zeit."
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Gaal vermutet schwere Verletzung
Es ist allerdings auch so, dass torlose Spiele den Brennpunkt im Bayern-Angriff weiter verschärfen. Der gegen Turin in der Startelf stehende Miroslav Klose ackerte zwar so viel wie immer, vergab aber klare Gelegenheiten, Mario Gomez scheint sich mit dem Platz auf der Bank dauerhaft bekanntmachen zu müssen, und Luca Toni muss schon das dritte Mal in Serie in der zweiten Mannschaft ran.
Zu allem Überfluss müssen sich die Verantwortlichen jetzt auch noch um Arjen Robben sorgen: Der niederländische Flügelstürmer verdrehte sich das rechte Knie und musste kurz vor der Halbzeitpause ausgewechselt werden. "Ich denke, dass es eine schwere Verletzung ist", sagte van Gaal über den Gesundheitszustand des 24-Millionen-Euro-Einkaufs, der als extrem verletzungsanfällig gilt. Am Donnerstagmorgen wollen die Bayern-Ärzte die Diagnose bekanntgeben. Ruhige Angriffstage sehen anders aus.
Neben dem Umgang mit Gomez und Toni hat sich van Gaal mit der Verbannung von Timoschtschuk einen zweiten personellen Brennpunkt geschaffen. Im Sommer für elf Millionen Euro von Zenit St. Petersburg gekommen und als neuer Chefstratege des Bayern-Mittelfeldes angepriesen, fand sich der Ukrainer in den ersten Testspielen auf einer fremdem Position und in den ersten Saisonspielen sogar auf der Bank wieder.
Dann schaffte er, begünstigt durch den verletzungsbedingten Ausfall von van Bommel, doch noch den Sprung in die Stammelf - und musste nun miterleben, wie gegen Juventus Ottl den Vorzug erhielt. "Ich analysiere immer den Gegner und seine Qualitäten und muss dann entscheiden. Das ist immer eine Abwägung", begründete van Gaal. Das Selbstbewusstsein des Ukrainers jedenfalls ist enorm gesunken.
Pfiffe zum Schluss
Zudem bietet auch die zweite Halbzeit viel Analysebedarf - auch wenn das einige Akteure anders sahen. Welches Spiel er denn gesehen habe, herrschte Bastian Schweinsteiger einen Reporter an, der nach dem Grund für den leichten Leistungsabfall gefragt hatte. Die Antwort: vermutlich dasselbe Spiel wie Schweinsteigers Trainer van Gaal, der Qualitätsverluste nach der Pause einräumte. "Ich denke, dass die zweite Halbzeit etwas weniger gut war, weil wir die Ordnung ein bisschen verloren haben", sagte er. Die Spieler hätten wohl gedacht, weil sie so überlegen waren, ginge es auch mit etwas weniger Ordnung - doch gegen Juventus gehe es eben nicht mit etwas weniger Ordnung.
So schlichen sich leichte Nachlässigkeiten und unpräzise Momente ein. Vorne fehlte mit Robben ein Spieler, der Bälle behaupten kann, und es entstand nur noch eine echte Torchance (Klose nach Ribéry-Vorarbeit, 60.). Aus der Mittelfeldzentrale kamen keine druckvollen Pässe in die Spitze. Schweinsteiger und Ottl ließen nach, wurden unpräziser in ihren Abspielen und bevorzugten auch mal einen Sicherheitspass nach hinten gegenüber dem Ball nach vorne - was in manchen Aktionen sogar zu Pfiffen aus dem Publikum führte.
"Das verstehe ich nicht", sagte van Gaal dazu nach dem Abpfiff. "Schweinsteiger und Ottl waren die besten Spieler auf dem Platz. Sie haben das Juve-Mittelfeld mit Diego, Marchisio und den anderen weggespielt." Die Fans, die gepfiffen hatten, dürfen sich trösten: Ihr Tun hat van Gaal nicht wütend gemacht. Nur ein bisschen verständnislos.
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(sueddeutsche.de/hum)
Totilas und sein Reiter
Ach, was hat der FC Bayern, damals noch unter Klinsmann, in der Champions League doch für tolle Spiele abgeliefert. ;-)
"wer kann mit Bastian Schweinsteiger mal Ecken und Freistöße üben... "
Es kommen viel zu wenig ruhende Bälle an. Dabei hätten die doch mit Buyten, Badstuber, Klose/Gomez passende Abnehmer.
Gerade wenn die Kreativität gegen Ende völlig ausgeht (weil Robben draußen und Ribery müde ist), muss man halt mal das dreckige Tor suchen: Standards, Distanzschüsse oder einfach mal wild und wuchtig vors Tor (Abpraller, Abstauber, Abfälscher provozieren).
Hätte Ribery das Ding unbedingt lupfen müssen? Und wie konnte Camoranesi 90 Minuten durchspielen?
hat mit dieser Aktion am Mittwoch abend an Respekt verloren. Bisher konnte man den Eindruck haben, als wäre er ein besonnener Mensch. Jetzt hat man eher den Eindruck als wäre er ein Choleriker...
p.s. Super 1. Halbzeit aber wo war Ribery in Halbzeit 2 - und wer kann mit Bastian Schweinsteiger mal Ecken und Freistöße üben...
Wenn das ein gutes Spiel der Bayern gewesen sein soll, na dann danke!
Fehlpässe, Rasenschach, viel zurück usw.
@franklloydwright:
Das mit der Zeitmessung habe ich mir auch schon einige Male überlegt. Mit dieser Nachspielzeit und dem Thema wann pfeife ich nun ab ist immer wieder Diskussionsstoff vorhanden. Ich sage nur "Meister der Herzen" ;) Aber es gehört eben elementar zum Fussball, das zu ändern wäre wohl eine Revolution! Wenn die nicht mal eine Torkamera wollen, dann wird das mit der Zeitmessung gleich gar nichts.
Paging