Verwirrung um die Startelf: Im Spiel beim FC Barcelona soll nicht Michael Rensing, sondern Hans-Jörg Butt im Tor des FC Bayern stehen - zudem ist Philipp Lahm verletzt.
Der Stammtorhüter des FC Bayern war maßlos enttäuscht. Er war die Nummer eins dieser Mannschaft, die wichtigsten Spiele seiner Karriere standen kurz bevor - da entschloss sich Jürgen Klinsmann, einem anderen den Vorzug zu geben. Er konnte diese Entscheidung einfach nicht verstehen. Im April 2006 war es, als Jürgen Klinsmann als Trainer der deutschen Nationalelf Oliver Kahn degradierte und Jens Lehmann zum Stammtorhüter bei der WM 2006 beförderte.
Michael Rensing wird offenbar nicht im Tor des FC Bayern stehen. (© Foto: AP)
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Nun trifft Jürgen Klinsmann, diesmal als Trainer des FC Bayern, erneut eine ungewöhnliche Torhüter-Entscheidung. Im Spiel beim FC Barcelona wird nicht Michael Rensing, sondern Hans-Jörg Butt im Tor der Münchner stehen. Der 34-Jährige durfte in dieser Saison kein Spiel in der Bundesliga absolvieren, sondern nur vier Spiele in der zweiten Mannschaft bestreiten. In der Champions League durfte er im kaum relevanten Achtelfinal-Rückspiel gegen Sporting Lissabon zwischen den Pfosten stehen.
Was also steckt hinter der Entscheidung, in diesem wichtigen Spiel nicht dem Stammtorhüter zu vertrauen - zumal auch der Einsatz von Philipp Lahm nach Informationen von kicker.de beim Duell mit den Katalanen fraglich ist. Für Butt spricht sicherlich die internationale Erfahrung. 40 Champions-League-Spiele bestritt er für Bayer Leverkusen, 2002 stand er gar im Finale der Königsklasse. Bei Michael Rensing sind es neun Einsätze in der Champions League und sechs im Uefa-Cup.
Der Wechsel kommt jedoch zu einer Zeit, in der Rensings Leistungen sowohl in der Bundesliga als auch in den internationalen Wettbewerben ansteigend waren und er aus der Schusslinie kam. Vor dem Spiel in Wolfsburg blieb er drei Spiele in Folge gegentorlos, in der Champions League musste er in sieben Saison-Partien nur vier Gegentreffer hinnehmen. Jürgen Klinsmann stärkte seinen Torhüter bisher auch dann, wenn er öffentlich kritisiert wurde.
Und nun der Wechsel, der so typisch ist für die Karriere des Emotions-Trainers Jürgen Klinsmann. In der Bundesliga ließ er etwa Lukas Podolski gegen seinen ehemalige und künftigen Verein FC Köln spielen, in Bremen stellte er den ehemaligen Werder-Akteur Tim Borowski von Beginn an auf. Es ist ein einfacher psychologischer Kniff, Klinsmann erwartet sich offenbar zusätzliche Motivation.
Für Michael Rensing indes ist die Degradierung ein Schlag ins Gesicht. Erst kürzlich hatte Bayern-Manager Uli Hoeneß die Spiele gegen den VfL Wolfsburg und den FC Barcelona als Standortbestimmung für Rensing bezeichnet. Nun sitzt er nach dem 1:5 in Wolfsburg offenbar nur auf der Bank. Die Degradierung wird Rensing wohl auch als Zeichen deuten, dass der FC Bayern ihm auch in der kommenden Saison nicht mehr vertrauen könnte.
Es gehört zur Psychologie von Klinsmann, dass er in Momenten, in denen er spürt, dass personelle Änderungen in einer Mannschaft nötig sind, diese drastischer ausfallen lässt als andere Trainer. Nach dem durchwachsenen Saisonstart etwa setzte er Mark van Bommel - den er kurz zuvor zum Kapitän ernannt hatte - für zwei Bundesliga-Spiele auf die Bank. Außerdem versuchte er sich in dieser Zeit mit einer Dreierkette.
Es ist eine hochriskante Entscheidung nach dem 1:5 in Wolfsburg, die Klinsmann vor diesem für den FC Bayern so wichtigen Spiel trifft - schließlich verfügt Butt zwar über internationale Erfahrung, aber über kaum aktuelle. Nicht auszudenken, mit welcher Kritik Klinsmann rechnen muss, sollte Butt auch nur einen Fehler im Nou Camp machen. Andererseits: Nicht auszudenken, welch Lob Klinsmann für seinen dann genialen Schachzug erhält, sollte Butt ohne Gegentreffer bleiben.
Es ist ein Tanz auf der Rasierklinge für einen Trainer, der so gerne auf der Rasierklinge tanzt. Bisher fiel er in seiner Trainer-Karriere stets auf jene Seite, die gut gepolstert war.
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(dpa/sueddeutsche.de/aum)
Drogeriekette wird abgewickelt
Keine Panik, Bayernfans!
Heute ensteigt euer FCB der Asche von Wolfsburg. Egal, ob Butt, Rensing oder gar Kahn im Tor stehen. Euer FCB wird heute ein großes Spiel machen!
das ist nur die übliche Schaumschlägerei von Klinsmann. Pure Verzweiflung...
wenn der FC Bayern gegen Barcelona rausfliegt und am Samstag das Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt verliert - dann wird Klinsmann gefeuert, wetten?
Uli Hoeness und Rummenigge sollten spätestens dann ebenfalls gehen und jüngeren Platz machen - denn die Entscheidung Jürgen Klinsmann zu engagieren haben die beiden scheinbar im Drogenrausch getroffen.
Man kann Franz Beckenbauer vieles nachsagen - Fussballsachverstnd hat er ganz sicher merh als Rummenigge. Und Franz stellt Klinsmann nicht einfach so öffentlich zur Debatte. Das wird das übliche Good Cop / Bad Cop - Spielchen sein.
... in der Verteidigung mit Lell, Oddo und Breno gegen Messi, E'to und Henry. Dazu ein Torwart, der in dieser Saison mehr Regionligaspiele als BLspiele absolviert hat ... Da kann eigentlich nur ein Wunder helfen - und die gibt es ja nicht so häufig. Ich glaube, ich geh eher ins Eiscafé.
Erst mal abwarten, ob JK das wirklich bringt. Und wenn er das tut, dann hat er vorher mit Rensing darüber gesprochen, dass das keine Degradierung ist, sondern ein Signal an die Vorderleute. Dass das verstanden wird, halte ich für ziemlich sicher - ob's hilft bezweifle ich.
Barca ist wie Bayern: wenn sie sich's erlauben können, spielen sie standard. Nur in allem etwas besser als die Bayern: sowohl in der Einschätzung der Lage (siehe CL-Qualifikation) als auch in der Ausführung. Heute werden die nicht standard spielen, heute gehen die raus und wollen das halbe Dutzend schaffen. Butt, Rensing oder ein Kahn, das spielt dabei überhaupt keine Rolle.
Überhaupt dieser Mythos Kahn.. als wenn der keine Fliegen gefangen hätte, als wenn nur ein Keeper mit großer Klappe einer Mannschaft Halt geben könnte. Wenn es so wäre, gäbe es keinen Adler, Neuer oder Hildebrand. Alle die hatten (bzw. haben) auch ihre Krisen, das kennt jeder, der im Mittelpunkt steht, doch die haben ihrer Mannschaft durch Leistung Halt gegeben, großartig rumblöken ist nicht deren Ding.
Rensing ist ein anständiger Torhüter für die Bundesliga. Wenn er bei Köln, Dortmund oder auch in Wolfsburg zwischen den Pfosten stünde, wäre er über die Saison keine zwei Zeilen wert gewesen. Nur bei den Bayern muss einer "unhaltbare" halten. Das schafft ein Spitzentorhüter vielleicht zehn Mal in seiner Karriere - und fängt dennoch ein paar Fliegen ab und an. An Rensing liegt's nicht, wenn Bayern untergeht - an Butt auch nicht.
ich mag ihn auch nicht, aber das ist nicht das Kriterium, entscheidend ist, er ist momentan Trainer und Bayern muß sich irgendwie gut verkaufen, was nach der Saison passiert, wird man dann sehen, aber heute gibts nur Loyalität und Daumendrücken.
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