Champions League Ein Land gegen Wolfsburg

Doppeltorschütze des Hinspiels: Julian Draxler (rechts) will Wolfsburg ins Viertelfinale führen.

(Foto: Geert Vanden Wijngaert/AP)
Von Javier Cáceres, Berlin

Die Wolfsburger sind frei von masochistischen Neigungen. Und doch feiern sie die Erinnerung an die Pein, die ihnen vor drei Wochen in Gent widerfuhr: zwei Gegentore in den letzten zehn Minuten des Achtelfinalhinspiels der Champions League beim KAA Gent, die einen souverän herausgeschossenen 3:0-Vorsprung auf 3:2 zusammenschnurren ließen.

Vor dem Rückspiel an diesem Dienstag werden ebendiese Minuten beschworen, als Warnung davor, dass die Buffalos, wie die Genter in Belgien genannt werden, tatsächlich nicht aufgeben, und das eigentlich vorteilhafte Zwischenresultat noch lange nicht garantiert, dass das Viertelfinale bereits als erreicht gelten darf.

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Er wolle den Gegner nicht größer machen, als er ist, sagte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking am Samstag nach dem 2:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach. Aber seine Mannschaft müsse mit 90 Minuten "knüppelharter Arbeit" rechnen.

Wie schon vor dem Hinspiel hat Belgiens Meister einen Tag länger Zeit, sich auf das Spiel vorzubereiten. Während Wolfsburg erst am Samstag Mönchengladbach niederringen durfte (2:1), konnte KAA Gent sein Punktspiel gegen Leuven auf den Freitag vorziehen. Trotz eines 1:1 ist die Mannschaft aus Ostflandern weiter Tabellenzweiter. Da die Meisterschaft in Belgien eh erst in einer Playoff-Runde entschieden wird, die sich an die reguläre Saison anschließt, sorgt der Rückschlag im Kampf um die vom FC Brügge besetzte Tabellenspitze für keinerlei Irritationen.

Die Konzentration gilt dem Spiel am Mittellandkanal, bei dem elf Buffalos mit der Energie von elf Millionen Belgiern in der Brust antreten sollen: "Das ganze Land hofft, dass Gent mit zwei Toren Unterschied gewinnen kann", weiß Wolfsburgs belgischer Torwart Koen Casteels. Seit der Saison 1993/94 war kein belgischer Verein unter den letzten Acht der Champions League.

Auch der VfL Wolfsburg bemüht die Geschichte als Antrieb. Man stehe vor der "großen Chance, dem Verein etwas Historisches zu bescheren", sagte Julian Draxler, der Doppeltorschütze aus dem Hinspiel. Auch der VfL Wolfsburg war nie im Viertelfinale der Königsklasse. Hoffnung schöpft Draxler aus der Moral, die am Samstag gezeigt wurde: "Unser Siegeswille hat mich sehr positiv gestimmt für die nächsten Wochen", so der Mittelfeldmann.

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