Der FC Schalke 04 startet ambitioniert und mit Elan in die Champions League, lässt aber alle Chancen ungenutzt. Valencia hingegen braucht nur eine Gelegenheit.

"Wir wollen als Erster oder Zweiter aus der Gruppenphase hervortreten." Schalkes Trainer Mirko Slomka hat Großes vorgegeben für den Auftakt der Champions League, in der es seine Mannschaft noch mit dem FC Chelsea und Rosenborg Trondheim zu tun bekommen wird. Gegen den FCValencia konnten die Schalker den eigenen Ansprüchen noch nicht gerecht werden. Im eigenen Stadion unterlagen sie den Spaniern in einer matten Partie 0:1 (0:0). Schuld an der Niederlage waren Verteidiger Heiko Westermann und Torwart Manuel Neuer, die David Villa in der 63. Minute nach einem langen Diagonalpass von Miguel zu zögerlich attackierten. Bis zu der Szene hatten die Gastgeber das Geschehen bestimmt.

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Glück oder Können - jedenfalls hat Valencias Torwart Canizares den Ball und nicht Gerald Asamoah. (© Foto: ddp)

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Doppelt bitter - Chelsea patzt

"Wir haben noch fünf Spiele vor uns und können hoffnungsvoll sein, dass wir eine Runde weiterkommen. Das 1:1 von Trondheim in Chelsea hat gezeigt, dass vieles möglich ist", sagte Schalke-Präsident Josef Schnusenberg. Trainer Mirko Slomka durfte sein erstes Champions-League-Spiel nicht von seinem angestammten Platz aus verfolgen, weil er in der vergangenen Saison in der ersten Runde des Uefa-Pokals so wild mit den Armen gerudert hatte, dass sich der Schiedsrichter bedroht gefühlt hatte. Oliver Reck vertrat ihn, Slomka verfolgte die Partie in einer Loge, was gut war.

Am Spielfeldrand wäre der Coach wohl wieder mächtig ins Rudern gekommen. In seiner Elf standen zehn Spieler, die am Wochenende beim 1:1 gegen den FC Bayern mitgewirkt hatten. Lediglich für Peter Lövenkrands lief Halil Altintop auf. Fünf Akteure gaben ihr Champions-League-Debüt. Dafür begann Schalke erstaunlich abgeklärt.

Dritte Minute: Feiner Freistoß auf den Kopf von Kevin Kuranyi - Foul. Siebte Minute: Feiner Pass von Ivan Rakitic auf Gerald Asamoah - Abseits. Viel fehlte nicht zur frühen Führung. Vor allem Asamoah rackerte links wie rechts und vorne wie hinten, als bekomme er für jeden Bodenkontakt eine Bonuszahlung. 61 Minuten lang hielt er durch. Dann ersetzte ihn Mesut Özil. Kein Wunder, dass sich der FC Valencia mit seinen Wechseln länger Zeit ließ. Bei seinen Gesandten sah es lange so aus, als seien sie darauf bedacht, dass ja kein Grasfleck auf ihre weißen Hemdchen käme. Sie wirkten wie Touristen, die sich erst einmal interessiert umsahen in der geschlossenen Arena.

Die Hauptrolle spielte über weite Strecken der Linienrichter, der vor dem Tor des FC Valencia über die Abseitsfalle wachte. Ungefähr ein halbes Dutzend Mal unterbrach er in der ersten Hälfte den Spielfluss, als der sich dem Tor der Gäste entgegenwälzte - meist zurecht, wie die Zeitlupenstudien ergaben. Valencias Trainer Quique Sanchez Flores hatte am Wochenende in der Primera División beim 2:1 gegen Valladolid seine besten Spieler geschont. Sechs ausgeruhte Akteure bot er auf. Frisch wirkte die Auswahl trotzdem nicht. Sie beschränkte sich darauf, vor ihrem Tor die Räume zu verstellen.

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