Von Jürgen Schmieder

Jeder Sieg zählt: Bremen und Bayern gewinnen nicht nur für einen Platz im Achtelfinale, sondern für den gesamten deutschen Fußball. Und machen nebenbei noch Eigenwerbung für das Spitzenspiel in der Bundesliga.

Fifa-Koeffizient. Dieser Begriff ist bereits jetzt das "Fußball-Unwort des Jahres". Die böse Rechnung der Uefa, die wie ein Damokles-Schwert über dem deutschen Fußball schwebt. Die Portugiesen, die Holländer und sogar sie Rumänen sind uns auf den Fersen. Und zwar heftig.

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Und als ob es nicht schon reichen würde, dass Hertha und Schalke kläglich im Uefa-Cup gescheitert sind: Ausgerechnet der HSV ist der dritte deutsche Vertreter in der Champions League. Jene Mannschaft, die seit 14 Spielen nicht mehr gewonnen hat, die derzeit wohl im Trainingsspiel gegen die eigene A-Jugend den Kürzeren ziehen würde.

Der FC Bayern sollte es richten - wieder mal. In Lissabon. Ausgerechnet bei einem portugiesischen Verein. Die Vorzeichen standen schlecht: Uli Hoeneß musste wegen seiner verbalen Attacken aus der Partie gegen Inter Mailand auf der Tribüne sitzen. Dort wunderte er sich, dass seinen Platz auf der Bank Roy Makaay einnahm - jener Stürmer, der am Wochenende seine Krise überwunden hatte. Für ihn durfte Roque Santa Cruz auflaufen, der sich in den vergangenen Jahren eher den Ruf des Zauderers verdiente.

Der FC Bayern spielte nicht spektakulär. Allein Bastian Schweinsteiger sorgte für den Höhepunkt, als er sich in der 19. Minute daran erinnerte, wer da im Tor von Sporting Lissabon steht: Ricardo, jener Torwart, gegen den Schweinsteiger schon im WM-Spiel um Platz drei zwei Mal aus großer Distanz traf. Also zog er aus 30 Metern ab - und traf.

Bitter war für die Münchner nur, dass Schweinsteiger kurz nach der Pause die gelb-rote Karte erhielt. Wohl aus diesem Grund wechselte Felix Magath Julio dos Santos ein, der aber eher seine Langsamkeit unter Beweis stellte als sich für das Spitzenspiel gegen Bremen zu empfehlen.

Uli Hoeneß auf der Tribüne litt, schimpfte, sprang auf - und durfte sich am Ende freuen. Denn die zehn Münchner spielten die Führung über die Zeit.

Und da war ja auch noch ein weiterer deutscher Vertreter: Werder Bremen. Nur ein Punkt aus zwei CL-Spielen bisher, da half nur ein Sieg gegen Sofia, um überhaupt noch eine Chance auf das Achtelfinale zu haben.

Die Bremer taten sich gegen den Außenseiter lange Zeit schwer. Pierre Womé übte sich im Luftlochschlagen, Kollege Mertesacker kennt sich in Bremen wohl noch nicht gut aus, so orientierungslos lief er über den Rasen. Diego erfreute sich an seiner eigenen Spielfreude, weniger aber die Kollegen, denen er nur selten passable Bälle zuspielte.

Ein abgefälschter Freistoß musste herhalten, um die Bremer mit einer 1:0-Führung in die Halbzeit zu schicken. In der zweiten Halbzeit wurde es ansehnlicher. Werder versuchte, das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Diego gelang es in der 74. Minute, als er nicht dribbeln, sondern nur einschieben musste.

Was bleibt vom Auftritt der beiden deutschen Teams? Die Erkenntnis, dass Bayern fast sicher im Achtelfinale steht und auch Werder noch gute Chancen besitzt. Dazu die Sicherheit, dass es am Samstag zu einem großen Spiel zwischen Werder und Bayern kommen kann.

Und natürlich die Hoffnung, dass der FC Bayern nicht die einzige Mannschaft ist, die für den Koeffizienten punkten kann.

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