Außer Bayern scheint kein deutscher Klub mit den Großen in der Champions League mithalten zu können. Das liegt auch an fehlendem Selbstvertrauen.
Nach dem ersten Spieltag der Champions League ist fast zu befürchten, dass die Skeptiker recht behalten. Die Bundesliga stellt ohne den FC Bayern in Europas Königsklasse zwar eifrige, aber letztlich erfolglose Herausforderer der Topmannschaften aus Spanien, Italien und England. "Die internationale Reibung ist fundamental, um die letzten Schlachten zu bestehen", sagte der argentinische Fußball-Philosoph Jorge Valdano. Und eine solche Reibung sieht er in Deutschland eben nur beim Münchner Edelklub.
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Vorbei, schon wieder: Kevin Kuranyi trauert einer Chance gegen Valencia nach. (© Foto: Getty)
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Klar, Werder Bremen machte bei der Millionentruppe in Madrid ein bisweilen sehr gutes Spiel, war durch die Künste des phänomenalen Diego über weite Strecken sogar die bessere Mannschaft. Doch dieses Schema kommt einem bekannt vor: Die Bremer erhalten artig Komplimente (Real-Trainer Bernd Schuster: "Werder war ein schwieriger Gegner") - beenden aber die Auseinandersetzung als Verlierer. Vergangene Saison Barcelona und Chelsea, davor Juventus. Diesmal Madrid.
Dabei ist Werder ein deutscher Lichtblick im Dunkel der Champions League. Bei den Kollegen von Schalke 04 kündigt sich die Fortsetzung einer noch schlimmeren Bilanz an: Aus in der Vorrunde, wie schon 2005, wie schon 2001. Auch bei der Niederlage gegen Valencia galt: Schalke war keinesfalls die schlechtere Mannschaft, aber am Ende reicht es in den entscheidenden Spielen einfach nicht.
Wie ist das zu erklären?
Zuerst darf hier einer wie Bremens Trainer Thomas Schaaf darauf hinweisen: "Man muss aber schon mal überlegen, wer uns hier gegenübergestanden hat und wen wir aufgeboten haben." Werder musste auf einige Stammspieler verzichten. Auf der Ersatzbank von Real saßen Arjen Robben, Royston Drenthe und Robinho, die insgesamt 60 Millionen Euro gekostet haben. Der Unterschied in der Finanzkraft ist dramatisch.
Doch Valdanos "internationale Reibung" weist auf einen weiteren Aspekt hin: Die Erfahrung, das Selbstvertrauen und den Willen, gegen die Besten zu bestehen. Auch wenn die Voraussetzungen widrig sind. Der FC Bayern hatte im vergangenen Jahr wahrlich keine gute Mannschaft, dennoch kam er bis ins Viertelfinale der Champions League. Für die Münchner ist es unmöglich, mit einer knappen Niederlage gegen Real zufrieden zu sein - selbst wenn die halbe A-Jugend auf dem Platz stünde. Diesen Eindruck hat man bei den anderen deutschen Klubs nicht.
Werder-Manager Klaus Allofs hatte vor Dienstag bereits vor einer Packung gewarnt, sollte sich seine Mannschaft nicht deutlich steigern. Vermutlich ist er jetzt ganz froh über das knappe 1:2.
Die Trainer der deutschen Champions-League-Klubs hatten angekündigt, den Kampf um den Einzug in das Achtelfinale annehmen zu wollen. Wenn sie dieses Unternehmen erfolgreich bestehen wollen, müssen sie aber all ihre Spieler davon überzeugen, dass sie stärker sein können als die berühmten Gegner - und verdienen die auch noch so viel.
Nur dann werden die deutschen Spieler in den letzten Schlachten bestehen.
(sueddeutsche.de)
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Kompliment, Sie haben die ganze Hysterie dieses Threads ziemlich gut auf den Punkt gebracht und auch relativiert. Eine Anmerkung allerdings zum "Sportteil der Süddeutschen". Der Sportteil der eigentlichen Süddeutschen (Print) ist so, wie Sie sagen: Gut, oft sogar konkurrenzlos gut. Den Sport in SZ-Online im gleichen Atemzug zu nennen, ist allerdings wie Äpfel und Birnen zusammenzuwerfen. Obwohl ja immer auch Beiträge aus der Print-Ausgabe ins Online-Angebot gestreut werden, tendiert SZ-Online sehr stark in Richtung Opium fürs Volk. Autoren wie bspw. Hummel oder Schmieder finden andersherum nur mal sporadisch in die "echte" Zeitung, und das aus ganz nahe liegenden Gründen - Wiegand, Zaschke und Co schreiben einfach in einer anderen Liga.
Und hier noch der Rest meines vorangegangenen Kommentars:
So hätte man die ganze Situation, wenn man denn unbedingt nach dem ersten Spieltag der Gruppenphase schon ein Fazit ziehen will, auch darstellen können. Statt dessen hat man den "Ohne Bayern ist alles Mist"-Tenor gewählt, und das finde ich falsch.
Ich möchte noch anmerken, dass ich den Sportteil der Süddeutschen regelmäßig lese und für den wahrscheinlich besten in Deutschland halte. Der Schreibsstil gefällt mir sehr gut. Ich werd aber das Gefühl nicht los, dass die Süddeutsche im Prinzip einerseits ein sehr großer Fan von Werder ist, was die gesamte Entwicklung des Vereins seit Allofs/Schaaf und dessen Außendarstellung angeht. Andererseits wird man aber immer schnell pissig, wenn es, was unter den gegebenen Umständen nur normal ist, ab und an auch mal Rückschläge in der Entwicklung gibt bzw. Werder nicht mit der Brust eines FCB international auftritt. Man muss einfach berücksichtigen, dass Werder realistischerweise nie zu den Bayern wird aufschliessen können bzw. nie eine "sympathischere" Version der Bayern wird, dazu sind die Abstände in Deutschland einfach viel zu groß. Wenn's bei Bayern mal eine Saison nicht läuft, schwächt man halt wieder die Konkurrenz mit Zukäufen (Schlaudraff, Klose) und haut halt mal 70 Mios. raus. Deshalb wird Werder auf absehbare Zeit der Nischenverein bleiben, der sich durch gutes Scouting auszeichnen muss. Dabei werden Rückschläge wie aktuell in der BuLi zu beobachten, nicht ausbleiben. Der Kurs ist trotzdem ein guter.
Um nochmal allgemein zu erklären, worin die Hauptkritik an diesem Artikel lag:
Es ist unbestritten, dass die Bayern der stärkste Vertreter der Bundesliga auf europäischer Bühne sind. Was kein Wunder ist, sie sind ja schließlich auch seit den 70ern der stärkste und mittlerweile mit Abstand auch finanzstärkste Verein Deutschlands. Und das selbstverständlich auch verdient. Die Bayern sind bei der immer weiter auseinanderklaffenden Schere zu den italienischen, spanischen und englischen Top-Teams die einzigen, die noch einigermaßen mithalten können (viell. noch unter die Top10 Europas, ganz sicher jedoch nicht unter die Top 3 oder 4, gehören). Deswegen werden deutsche CL-Triumphe auf absehbare Zeit ohnehin illusorisch bleiben. Das sollte man mal grundsätzlich im Hinterkopf behalten, wenn man solche Artikel schreibt.
Ein Verein wie Werder ist gerade erst dabei, sich national und international fester zu etablieren, was dazu führt, dass man aufgrund des Rankings im Vorjahr noch in so eine bitterböse Gruppe gelost werden konnte, bzw. dies Jahr erstmals so gerade aufgrund vergangener Erfolge eine leichtere Gruppe erwischt hat, in der man das Weiterkommen durchaus auch mal fordern kann. Über sowas sind die Bayern schon lange hinaus, die werden aufgrund ihres Rankings nicht mit Chelsea und Barca in eine Gruppe gelost. Und Werder hat jetzt genau ein Spiel bestritten, nämlich das vermeintlich schwerste bzw. unwichtigste, wo ein Punktgewinn von vornherein eine Überraschung dargestellt hätte. An der Grundvoraussetzung, dass Werder die Gruppe packen kann, hat sich nullkommanichts geändert.
Schalke und Stuttgart haben dieses Ranking noch nicht, da sie international schlechter abgeschnitten haben bzw. weniger vertreten waren in den letzten Jahren. Daher haben sie beide ziemlich heftige Gruppen erwischt, in denen man auch einen 3. Platz schon als Erfolg werten müsste und für einen 2. Platz alles optimal hätte laufen müssen. Leider hat Schalke da ein Schlüsselspiel verloren und Stuttgart tatsächlich auf voller Länge enttäuscht. Für beide kann man jetzt realistisch nur noch hoffen, dass sie den 3. Platz erreichen und über den UEFA-Cup ihr eigenes Ranking für kommende CL-Aufgaben verbessern.
So hätte man die ganze Situation, wenn man denn unbedingt nach dem ersten Spieltag der Gruppenphase schon ein Fazit ziehen
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Aber nicht doch. Ich liebe Bayern; vor allem, weil man dieses Bundesland verhältnismäßig schnell durchqueren kann, wenn man nach Ba-Wü will. Vergleichen Sie das mal mit den Qualen, die ich erleiden muß, weil ich zuvor ein ganzes Stück durch Hessen muß... ;-)
Okay, Spaß beiseite, Ernst komm her: man kann den Artikel des Herrn Hummel natürlich verschidentlich auffassen. Und ich habe ihn eben dahingehend interpretiert, daß der internationale Fußball ohne den FC Bayern ja eigentlich nichts wert sei, weil die anderen deutschen Vereine eben nicht die "was auch immer"-Eigenschaften des FC Bayern besitzen.
Na, dafür, daß sich die Bayern eine Millionentruppe zusammengestoppelt haben in dem festen (und mehrmals öffentlich erklärten!) Willen, wenigstens einen Titel in der Saison 2007/2008 zu holen, war das Resultat gestern aber mächtig bescheiden ausgefallen. Das läßt allerdings wiederum hoffen...in meinem Fall darauf, daß der FC Bayern auch in dieser Saison wieder mächtig auf die Schnauze fällt. That's life, even if you don't like it.
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