Beim bedeutungslosen 7:1-Sieg über Sporting Lissabon profitiert der FC Bayern von stümperhaften Abwehrfehlern. Auch Neuling Müller darf ein Tor schießen.
Beim Abendspaziergang ins Viertelfinale feierte der FC Bayern gestern Abend den höchsten Sieg in der Champions League; erneut wurde Sporting Lissabon vorgeführt. Dem 5:0-Hinspielsieg ließen die Münchner ein 7:1 (4:1) folgen, 65.000 Zuschauer in der heimischen Arena delektierten sich am kabarettreifen Auftritt der Portugiesen unter deren Abwehrchef Polga. Dennoch zog Trainer Jürgen Klinsmann ein absolut ernsthaftes Fazit: "Wir wollten von der ersten Sekunde zeigen, wer Herr im Haus", sagte er. "Die Mannschaft ist das Spiel sehr ernst angegangen, und das hat Sporting gemerkt. Nach dem 1:0 folgte der spielerische Fluss, die Pässe kamen an, und es ist uns alles sehr viel leichter gefallen." Kapitän Mark van Bommel brachte den Abend eher auf den Punkt, als er Sporting in sein Resümee miteinbezog: "Der Gegner war nicht so, dass man sagen kann, dass die richtig gut waren", sagte er augenzwinkernd. "Man darf nach diesem Ergebnis träumen, aber nicht zu lange. Denn dieser Abend war nicht der Maßstab dafür, was kommt." Das ist die sicherste Erkenntnis dieses Spiels: In der Runde der letzten Acht erwartet die Bayern ein anderes Kaliber.
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Präziser kann kein Stürmer abschließen: Anderson Polga (Nr.4) schießt zum Schrecken seines Torwarts Rui Patricio allerdings auf das falsche Tor. Dieses Eigentor zum 0:3 war der Höhepunkt einer sensationellen Fehleransammlung: Polga patzte bei vier weiteren Bayern-Toren und hatte damit am Ende des Abends drei Scorerpunkt mehr aufzuweisen als Münchens Lukas Podolski. (© Foto: dpa)
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Der Schnitzer, mit dem Lissabons Alleinunterhalter Anderson Polga nach sieben Minuten die Bayern-Führung vorbereitete, gab gleich die Universalantwort auf die Frage, warum dieses Achtelfinal-Rückspiel überhaupt noch ausgetragen wurde - Sporting hatte sich ja schon im Hinspiel als hart an der Hilflosigkeit operierendes Ensemble präsentiert, ohne jede Qualität für Europas Topebene. Jedenfalls, wann immer es gegen die Bayern geht.
Diese grausamen Münchner, das steht nun außer Frage, verkörpern auch dann noch das nackte Trauma für Lissabons Fußballstolz, wenn sie mit der letzten Garnitur antreten. Aus der Stammelf geschont wurden am Dienstagabend, neben den gesundheitsbedingten Ausfällen Toni, Ribery und Altintop, die Abwehrspieler Oddo und Demichelis - sie hätten aber auch gleich ersatzlos gestrichen werden können, das Mitwirken des portugiesischen Gegners ging nur aus der offiziellen Spielansetzung hervor.
Ein Anlass zum Grübeln also für die Münchner Latinos Breno (Brasilien) und Sosa (Argentinien), dass sie nicht mal bei dieser Aufwärmübung von Anfang an mitmachen durften. Hingegen hatte ihr bislang nicht als Trainerfuchs reüssierte Übungsleiter Klinsmann den Holländer van Bommel aufgeboten, obwohl der mit einer Gelben Karte das Einsatzrecht fürs nächste Viertelfinalspiel verloren hätte. Vielleicht benötigte van Bommel auch etwas Spielpraxis, am Samstag gegen Hannover hatte er ja gefehlt.
Eine einzige Hintertorkamera hätte genügt, um diesen Champions-Knüller einzufangen. Nach Podolskis Gewaltschuss zur frühen Führung spielten sich die Bayern von Lell bis Lucio den Frust der letzten Wochen aus den Beinen, dabei nach Kräften unterstützt von einem Gegner, der Martin Hansson in der Anfangsphase zweimal zum Elfmeterpfiff zwingen wollte. Doch der schwedische Referee ließ sich nicht provozieren, er schaute beide Male weg und ließ weiterspielen.
Lissabons Abwehr-As Polga musste also wieder selbst ran. Nach 34 Minuten rempelte er unbedrängt seinen dem Ball entgegen eilenden Torwart Rui Patricio nieder, und während die beiden lustig übereinander kugelten, bugsierte Nutznießer Podolski das Spielgerät per Rückzieher in das verwaiste Gästegehäuse. In nicht ganz so schwierigen Spielen wie diesen ist er, um mit Uli Hoeneß zu sprechen, halt doch gern voll da.
Aus Sportings Sicht baute sich derweil eine ganz andere Frage düster im Hintergrund auf: Sportsfreund Polga! Hatte der vielleicht vorm Spiel einen Ergebnis-Tippschein an Asiens blühenden Wettbörsen abgeben?
Dagegen sprach eigentlich nur, dass er erkennbar alles unternahm, um diesen Eindruck zu schüren. War sein Bodycheck gegen den eigenen Keeper beim 0:2 noch im Bereich Realsatire zu verorten, ließ Sportings Defensivkünstler gleich darauf formidablen Slapstick folgen: Eckball Schweinsteiger, sechs Meter vorm Tor nahm Polga, schon wieder sträflich ungedeckt von den eigenen Leuten, Maß und versenkte die Kugel per Scherenschlag im eigenen Netz.
Auf der Gegenseite ein jähes Klasse-Tor von Moutinho (42.), der in Ermangelung eines eigenen Angriffsspiels Butt mit einem Schuss aus 22 Metern in den Winkel überwand. Es dauerte ganze 50 Sekunden, bis die geschockten Bayern den alten Vorsprung wiederhergestellt hatten. Vier Lissabonner Abwehrstrategen, darunter der direkt zuständige Polga, schauten interessiert zu, wie Schweinsteiger in ihrem Strafraum einen Flachpass erwartete und aus elf Metern ungestört zum 4:1 verwertete.
Damit war für flachen Spannungsbogen auch nach der Pause gesorgt. Klinsmann brachte Breno und Sosa, und Thomas Müller für Schweinsteiger. Sporting Lissabon ist der ideale Aufbaugegner für Amateure, die gern etwas Champions-League-Luft schnuppern. Binnen Sekunden riss der hungrige Nachwuchsmann Sportings rechten Seite auf, seine hohe Flanke konnte van Bommel vorm Tor mühelos stoppen, weil sein Gegenspieler, Polga, strauchelnd auf den Rasen sank; das 5:1 (73.). Klose traf noch per Strafstoß, ehe Amateur Müller den standesgemäßen Schlusspunkt setzte. Ein Gästespieler hatte ihm den Ball aus vier Metern aufgelegt, Veloso. Nicht Polga.
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(SZ vom 11.03.2009)
Whitney Houston ist tot
Man MUSS natürlich nicht beeindruckt sein. Dann aber bitte korrekt sein und schreiben "so beeindruckend war der Sieg FÜR MICH nicht", gelle?
Als ernst gemeinter sachlicher Bericht taugt dieser Artikel mal überhaupt nichts und es war vermutlich auch nicht der Anspruch. Es scheint mir eher die Spielwiese für die verbalen Eskapaden eines Juniorredakteurs, der mit holprigen Formulierungen krampfhaft versucht Lacher zu produzieren.
Aber selbst für eine Glosse fehlt mir einfach der Witz und der Esprit, den man von einer Qualitätszeitung wie der SZ erwarten könnte.
Wenn ich lachen will, dann geh ich ins Kabarett und wenn ich die SZ lese, dann will seriös recherchierte und formulierte Artikel und Meinungen und kein zwischen Pommes und Prosecco in der Loge hingesabbertes Gesülze.
Der Kollege, der ernsthaft meinte in dem FAZ-Artikel stünde genau dasselbe, hat es einfach nicht kapiert.
Dort wurde sachlich und neutral über das Spiel berichtet, so wie es sein sollte. Es geht nicht um die (rosa-)rote Bayernbrille, sondern um objektiven (Sport-)Journalismus, den ich leider gerade bei der SZ-online immer häufiger vermisse.
Prädikat "Peinlich und unwürdig"!
Ich habe färtig!
Man MUSS also ab einer bestimmten Anzahl von Toren beeindruckt sein ??? Sehe ich anders. Wenn Mannschaften nicht gleichwertig sind, dann beeindruckt mich das nicht.
Von einer bestimmten Torzahl an ist ein Sieg einfach beeindruckend. Frag mal die Lissaboner, ob sie beeindruckt waren. :-)
Im Schnitt alle 15 Minuten ein Tor kassiert (über beide Spiele gesehen). Also - ich wäre beeindruckt.
schwupps..ein "d" vergessen..
Paging