Gezittert bis zum Schluss: Dank eines späten Tores des eingewechselten Miroslav Klose besiegt der FC Bayern den AC Florenz in der Champions League mit 2:1.
Dafür, dass der FC Bayern vor gut zwei Monaten fast ausgeschieden war aus der Champions League, war er ganz schon präsent in diesem Achtelfinale. Sechs Sekunden waren gespielt in diesem Hinspiel gegen den AC Florenz, als Arjen Robben direkt den rechten Flügel entlangflitzte, um das schnellste Tor der Champions-League-Geschichte zu erzielen. Er kam dann aber nicht richtig zum Schuss, nach elf Spielsekunden war die Chance vorbei.
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Von der gefürchteten Flügelzange überzeugte nur die Hälfte, und das war Arjen Robben. (© Foto: AFP)
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Dafür, dass die Münchner so furios in diese Partie gestartet waren, kamen sie dann aber ganz schön vom Weg ab. Am Ende gelang dem FC Bayern nach durchwachsener Leistung ein insgesamt verdientes 2:1 (1:0) gegen den AC Florenz - dank des eingewechselten Miroslav Klose, der kurz vor Schluss nach Kopfballvorlage des ebenfalls eingewechselten Ivica Olic einschoss. Allerdings reklamierten die Gäste umgehend - und zurecht. Klose stand klar im Abseits. "Das war Abseits", sagt auch Bayern-Trainer Louis van Gaal, "an Stelle der Italiener wäre ich auch sauer." Er selbst war nicht sauer, trotz des mäßigen Vortrags seiner Elf: "Florenz hat alles dicht gemacht, und wir haben das Spiel nicht gut verlagert. Aber die Mannschaft wird das lernen. Deshalb sage ich ja immer, dass es ein Prozess ist."
Im Rückspiel am 9. März werden die Münchner dank des Auswärtstores der Gäste noch eine Menge Arbeit haben, und vielleicht hatte es ihnen doch nicht so gut getan, dass in letzter Zeit immer wieder (auch von ihnen selbst) auf ihre mutmaßliche Unschlagbarkeit hingewiesen wurde. Wenn Bayern-Mannschaften mitten in solchen Erfolgsserien stecken, dann sieht man ihnen das in der Regel auch an. Dann spielen sie cool und selbstbewusst ihr Spiel, und berühmt sind sie für die Geduld, mit der sie auf die entscheidende Chance warten. Umso erstaunlicher war, dass die Bayern auf eine Art in diese Partie starteten, die Louis van Gaal hasst. Das Glaubensbekenntnis des Coaches heißt "Ballkontrolle", weshalb er ziemlich gelitten haben dürfte am Spielfeldrand. Robbens frühe Chance erwies sich als stilbildend, aber anders als erhofft: Die Münchner wirkten, als wollten sie's erzwingen. Sie bemühten sich so angestrengt um schnelles Spiel, dass sie sich ihr Spiel mit noch schnelleren Ballverlusten gleich wieder zerstörten. "Wir waren zu hektisch", sagte Klose, "und wir haben zu viele Risikobälle gespielt."
In der Tat wirkten die Münchner seltsam fahrig, selten gelang es ihnen, einen Angriff zu Ende zu spielen. Zwar hatte van Gaal seine Flügelzauberer Arjen Robben und Franck Ribéry gemeinsam aufs Feld geschickt, aber die Gäste begegneten den Künstlern mit zwei dicht aneinanderklebenden Defensivreihen, die wenig Raum ließen für Schabernack. In dieser Phase zeigte sich, dass es auch Risiken und Nebenwirkungen haben kann, wenn das Spiel allzu streng auf Rib & Rob abgestellt sind. Strategen sind beide nicht, sie sind keine Spielertypen, die den Gegner locken, ihn sich zurechtlegen und dann mit kühlem Kopf ausspielen.
Sie brauchen Platz für ihre wilden Läufe, aber die Gäste hatten nicht vor, ihnen diesen Platz zu geben. Und Mark van Bommel und Bastian Schweinsteiger merkten auch bald, dass sie offensiv nicht zu frech werden durften: Immer wieder lösten sich die Gäste geschickt aus der Defensive. Schon nach drei Minuten hatte der junge Jovetic beschlossen, dass er sich jetzt mal traut: Sein Schuss aus 17 Metern verfehlte das Ziel.
So kam es, dass die Bayern zunächst zu sehr den Hoch-Weit-Bällen des Duos van Buyten/Demichelis vertrauten - kein Mittel, um einer italienischen Abwehr Angst einzujagen. Näher als bei Gomez' Chance aus spitzem Winkel (13. kamen die Bayern dem Tor zunächst nicht. Als erste Unruhe aufkam in der Arena, zeigte sich, dass es doch ganz praktisch ist, über Einzelkönner wie Rib & Rob zu verfügen. "Auch wenn die beiden mal nicht so gut spielen, haben sie immer ihre Momente", lobte Kapitän van Bommel.
Vor allem Robben beschloss nun, auf seine individuellen Fähigkeiten zu vertrauen. Erst lupfte er den Ball in den Lauf von Müller (42.), der hängenblieb; kurz darauf passte er den Ball stei zu Ribéry, dessen Lauf Kröldrup regelwidrig unterband - Schiedsrichter Ovrebö entschied auf Elfmeter, zum Unwillen von Mario Gomez, der den Abpraller ins Netz geschoben hatte. So musste das 1:0 noch ein paar Sekunden länger warten: Robben verwandelte den Strafstoß lässig.
Glücklich und folgerichtig
So schaffte es dieses Führungstor, gleichzeitig glücklich und folgerichtig zu sein. Glücklich, weil die Bayern keinesfalls dominiert hatten; folgerichtig, weil sie vor der Pause dem Tor immer nähergerückt waren. Das war's jetzt aber, oder? Das würden sich diese Seriensiegerbayern nicht mehr nehmen lassen! Oder?
Wieder überraschte van Gaals Mannschaft, und wieder auf eine Art, die dem Trainer nicht gefallen konnte. Fünf Minuten nach der Pause stand es 1:1 - es war keine zwingende Kombination, der die Bayern zum Opfer fielen, es war eine schnöde Standardsituation. Nach einer Ecke prallte der Ball von Jovetic' Schienbein zum Dänen Kröldrup, der zum Ausgleich einschoss - ungestört vom gesamten FC Bayern inklusive des jungen Diego Contento, der für den angeschlagenen van Buyten gekommen war. Und jetzt?
Jetzt versuchten die Bayern, sich nichts anmerken zu lassen, wobei bei diesen Versuchen meist Robben die Füße im Spiel hatte. So zischte sein Schuss nach schöner Kombination über Ribéry und Müller knapp vorbei (60.) - eine Szene, die stellvertretend stand fürs letzte Drittel des Spiels. Van Gaal warf nun Klose und Olic ins Rennen, und Gäste-Verteidiger Gobbi war so freundlich, sich einen Ellbogencheck gegen Robben zu leisten, was ihm einen Platzverweis eintrug. In Überzahl starteten die Bayern nun ein Powerplay, aber sie mussten warten, bis Klose kam - aus dem Abseits.
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(SZ vom 18.02.2010/hec)
Verrückter Eisladen in der Maxvorstadt
... bevor ich´s vergesse: vielleicht war die alte Koksnase Mutu nur aufgrund seiner Dopingvergehen so unglaublich "genial".
Unglaublich!
Dann wissen wir jetzt ja auch endlich alle, dass es sich bei Juve nach dem 1:4 gegen Bayern nur um einen angehenden Absteiger handeln kann...
Manche schreiben einen Stuss... unglaublich.
Ja, genau, das ists doch gerade. Fiorentina ist 11. in der Serie A, ein absolut mittelmäßiger Club der Serie A mit bescheidenem Budget im Vergleich zu einem der reichsten Clubs der Welt, dem Fc Bayern. Eine Art Fc Nürnberg der Serie A. Und die Viola haben zu allem Überfluss gegenüber den Glanzauftritten gegen Liverpool und Lyon die komplette Innenverteidigung weg (Nationalspieler Gamberini verletzt, Dainelli im Winter nach Genoa, der Ersatzkauf) felipe auch noch verletzt), dazu nicht mehr den genialen Spielmacher und Torschützen Mutu (dopinggesperrt), der 60% der Miete war und vor allem Gilardino mit Flanken versorgte (der bekommt jetzt kaum noch eine). Und dieser kleine Mittelfeld-Club aus Italien mit einem zugegeben fantastischen traner, Prandelli, führt den gefühlten deutschen Tabellenführer und Krösus Fc Bayern gestern abend taktisch und kämpferisch vor. Und wird vom Schirigespann abgewatscht. Na super.
"Nochmal: Das Erkennen von Ironie in manchen Beiträgen ist nicht so Ihr Ding... "
Dann machen Sie sich doch die Mühe, und erklären es mir.
"...man muß mal bedenken, der pfeift ein Endspiel mit Bayern Beteiligung,..."
Finden Sie den Fehler in diesem Satz! ;-)
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