Cedrik-Marcel Stebe Er hat aufgehört, in langen Zeiträumen zu planen und zu denken

Ganz schmerzfrei ist er bis heute nicht. "Ich habe noch kleinere und größere Wehwehchen, aber insgesamt geht es mir gut", sagt Stebe. Er will nichts mehr überstürzen und hat aufgehört, in großen Zeiträumen zu denken und zu planen. "Ich gehe auf Nummer sicher und bereite mich so gut es eben geht auf jedes Match vor." Am Freitag im Viertelfinale verliert er gegen den an Nummer zwei gesetzten Mats Moraing, Nummer 366 der Welt aus Mülheim an der Ruhr, in 54 Minuten 3:6 und 1:6.

Um sich und seinen Körper zu schonen, verzichtet er im Moment noch darauf, Turniere in Nordamerika oder Asien zu spielen. Er tritt hauptsächlich in Europa an, damit er den Reisestress minimieren kann. Dass sich die behutsame Annäherung an die Tour bezahlt macht, kann er an seinen Ergebnissen ablesen. Er hat sich trotz weniger Turniere schon wieder unter die besten 500 Spieler der Welt vorgearbeitet. "Ich möchte wieder unter die Top 100 kommen", sagt Stebe selbstbewusst.

Mithilfe eines "protected ranking" tritt er bei den Australian Open an

An seinem Spiel lässt sich erkennen, dass das kein utopisches Ziel ist. Er hat schnelle Beine, wuchtige Grundschläge und viel Ballgefühl. Als Linkshänder hat er zudem das besondere Gespür für die richtige Platzaufteilung und einen gemeinen Aufschlag. "Mein Spiel ist schon wieder ganz gut", sagt er, doch die Schwankungen nach der langen Pause hat er natürlich noch nicht ausbalancieren können.

"Ich muss noch alles irgendwie verbessern." Neben dem Training am Leistungszentrum in Oberhaching mit dem ehemaligen Coach von Philipp Kohlschreiber, Markus Wislsperger, hilft ihm dabei sein Protected Ranking: Profis mit langen Verletzungspausen hilft die Spielerorganisation ATP, indem sie deren Ranglistenposition vor der Pause einfriert. Bei Stebe ist das Rang 167. Bei acht Turnieren kann er sie noch in Anspruch nehmen. Im Januar 2017 wird er so beispielsweise bei den Australian Open in der Qualifikation mitspielen dürfen. Die lange Reise nach Down Under soll der Beginn der zweiten Karriere von Cedrik-Marcel Stebe werden. Ohne Verletzungen, aber vielleicht wieder mit Davis-Cup-Einsätzen für Deutschland.

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