sueddeutsche.de: Was haben Ihre Ärzte gesagt?
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Ein Mann macht sich lang: Carl Joseph beim Slam Dunk. (© Foto: oH)
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Joseph: Sie wollten, dass ich die Prothese so oft wie möglich trug, auch beim Sport. Aber das schwere Holzbein machte mich langsamer. Mit ihm fühlte ich wirklich behindert. Ich wollte nur spielen, medizinische Bedenken interessierten mich nicht. Das Schlimmste, was mir deshalb passiert ist, war die Einstellung der finanziellen Behindertenhilfe. Die Behörde sagte, wer Sport treibe, könne unmöglich behindert sein.
sueddeutsche.de: Wie geht es Ihnen und speziell Ihrem Knie heute; hat es die außergewöhnliche Belastung verkraftet?
Joseph: 1992 bin ich während meiner Arbeit als Sportlehrer ausgerutscht und habe mich am Knie verletzt. Das ist verrückt, weil ich mir beim Football nie eine ernsthafte Verletzung zugezogen habe. Im Knie habe ich Arthritis und leide zudem unter der Immunsystem-Erkrankung Sarkoidose. Die Prothese trage ich immer noch nicht. Ich gehe auf Krücken und meinem Bein.
sueddeutsche.de: Jetzt präsentieren Sie die alten Football-Aufnahmen bei YouTube, aus Eitelkeit?
Joseph: Ich hoffe, ein großes Publikum zu erreichen, auch die Jüngeren, die meine Fernsehauftritte in den frühen 1980ern nicht gesehen haben. Ich will, dass meine Kinder und Freunde mich in Aktion sehen, denn Sehen bedeutet Glauben. Und wer glaubt schon ohne Videobeweis, dass ich diese Sachen auf einem Bein gemacht habe?
sueddeutsche.de: Was denkt ein Mann mit Ihrer Kraft über die Praxis des Dopings, die heute im Leistungssport üblich ist?
Joseph: Es ist unfair denen gegenüber, die keine Drogen nehmen, und ruiniert die, die es tun. Leider wird heute, wenn Höchstleistung gefragt ist, die Moral vergessen. Die Olympischen Spiele habe ich nur am Rande verfolgt. Michael Phelps war der beste zweibeinige Athlet, den ich gesehen habe.
sueddeutsche.de: Welchen Sportler der Gegenwart bewundern Sie?
Joseph: Es gibt diesen achtjährigen Jungen, Adam Bender, der in vier Sportarten aktiv ist. Er hat nur ein Bein und benutzt Krücken.
sueddeutsche.de: Jetzt wurden Sie für Floridas Hall of Fame des Highschool-Sports nominiert.
Joseph: Es wäre eine Ehre, offiziell zur Elite zu gehören. Aber es wäre vor allem das Signal an alle behinderten Kinder, dass alles möglich ist, wenn du Glauben, Mut und Hoffnung hast.
sueddeutsche.de: Ist Ihr Leben also die wahre "Yes We Can"-Geschichte?
Joseph: Ja, Yes I Can!
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(sueddeutsche.de/hum)
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