BVB nach dem Remis in Málaga Warten auf das eine Tor

Allein Mario Götze vergab drei große Möglichkeiten, doch Borussia Dortmund kehrt vom Viertelfinal-Hinspiel der Champions League aus Málaga mit einem gefährlichen 0:0 zurück. Trainer Jürgen Klopp weigert sich, darüber unglücklich zu sein. Seine Spieler witzeln bereits in der Kabine.

Von Felix Meininghaus, Málaga

Die Aufarbeitung des Geschehens begann gleich nach dem Spiel: Sebastian Kehl gab Auskunft, wie die Dortmunder Mannschaft Mario Götze nach dem Schlusspfiff empfangen hatte. "Wir haben in der Kabine ganz kurz geflachst, wie so etwas möglich ist." Das Ausnahmetalent des BVB hätte sich zur Legende schießen können, doch anstatt drei oder vier Tore zu erzielen, traf der Nationalspieler im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals beim FC Málaga exakt null Mal ins gegnerische Tor.

Wirklich schlimm ist das nicht, denn der Deutsche Meister geht mit einem 0:0 ins Rückspiel, das er vor heimischem Publikum in Dortmund bestreiten darf. Es gibt wahrlich schlechtere Ausgangspositionen, und dennoch dürfen sich die Dortmunder mit Fug und Recht über dieses torlose Remis ärgern. Weil es vollkommen unnötig war.

Nach den 90 Minuten, die wesentlich unterhaltsamer waren, als es das Resultat von 0:0 vermuten lässt, wurde Dortmunds Trainer gefragt, ob sich dieses Unentschieden wie eine Niederlage anfühle. Da hat Jürgen Klopp kurz innegehalten und dann gesagt: "Wenn man die größeren Chancen hat, wenn man mehr Chancen hat, dann mag sich das erst einmal so anfühlen." Aber erst einmal sei es doch so, dass man auf des Gegners Platz nicht verloren habe und das Rückspiel in einer Woche mit besten Chancen bestreiten könne.

Und doch war es ärgerlich, dass die Borussia so viele hervorragende Möglichkeiten liegen ließ. Anstatt das Viertelfinal-Duell einfach im Hinspiel mit zwei oder drei Toren zu entscheiden, gehen die Dortmunder nun mit einer schmucklosen Nullnummer ins Rückspiel. Es fühlte sich nicht wirklich gut an, im Stadion des Gegners über 90 Minuten die klar bessere Mannschaft zu sein und dann doch sieglos die Heimreise antreten zu müssen. Und das, weil international hoch veritable Fachkräfte wie Mario Götze und Robert Lewandowski selbst aus besten Einschussmöglichkeiten kein Kapital schlagen konnten.

Der Trainer nahm es gelassen, schließlich stimmte das Ergebnis. In diesem Moment, so Klopp, sei eine Nullnummer wie diese "verdrießlich, aber generell gehört es im Fußball nun mal ab und an dazu, dass du viele Chancen hast und das Tor nicht triffst". Und so war es in jeder Betrachtung ein Abwägen der Vor- und der Nachteile, das ein solches Resultat mit sich bringt. Dem vagen Glücksgefühl nachzugeben, auch im neunten Champions-League-Spiel dieser Saison nicht besiegt worden zu sein, oder mit dem Umstand zu hadern, den Sieg verschenkt zu haben.

Das war nicht unbedingt eine unbeschwerte Gefühlslage, in der sich die Dortmunder in der schönen andalusischen Hafenstadt befanden. Aus dem Munde von Klopp hörte sich das so an: "Mit der einen Null bin ich sehr glücklich, mit der anderen nicht unbedingt unglücklich, denn so etwas kann nun mal vorkommen."

So nonchalant gingen die unmittelbar Beteiligten mit der Situation nicht um. Mario Götze sprach davon, er habe "keine 50-Prozent-Dinger vergeben, sondern ganz große Möglichkeiten. Ich hätte der Mannschaft mit einem oder zwei Toren helfen können, doch das ist jetzt nicht mehr zu ändern. Aber uns bleiben ja noch beim Rückspiel 90 Minuten, um das geradezubiegen." Und Lewandowski ergänzte: "Zuhause in Dortmund werden wir mehr Glück haben und das Spiel gewinnen."

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Die Chancen stehen ja wahrlich nicht schlecht, das Halbfinale zu erreichen. Zumindest sieht das Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke so. "Wir haben Málaga mit unserem Auftritt beeindruckt. Noch einmal 90 Minuten, in denen wir dermaßen überlegen sind und keine Tore schießen, wird es mit Sicherheit nicht geben." Vielleicht, so mutmaßte der Unternehmer, habe es ja auch sein Gutes, den Gegner nicht mit zwei oder drei Toren Unterschied deklassiert zu haben: "Es kann nicht schaden, dass jeder weiß, wie viel Arbeit noch auf uns wartet."