BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke "Wir müssen uns nicht mehr kleinreden"

Hans-Joachim Watzke: Schluss mit Ausstiegsklauseln

(Foto: imago sportfotodienst)

Überrumpelt beim Götze-Transfer: Hans-Joachim Watzke ist von Uli Hoeneß und dem FC Bayern enttäuscht. Im SZ-Interview spricht der Geschäftsführer vom BVB über die Vertragsdetails von Lewandowski, die Lehre aus dem Abschied von Götze und das neue Selbstbewusstsein des Vereins.

Vor dem Champions-League-Finale zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München nehmen die Spannungen zwischen den zwei deutschen Spitzen-Fußballklubs zu. "Ich habe vor dem FC Bayern immer sehr viel Respekt gehabt, ihnen teilweise Bewunderung entgegengebracht. Im Moment fällt mir das etwas schwerer", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der Süddeutschen Zeitung.

Der 53-Jährige, der seit 2005 an der Spitze des Dortmunder Traditionsklubs steht, hat "das Gefühl, dass sich bei Bayern in letzter Zeit etwas geändert hat". Das Streben nach der Vormacht in der Bundesliga und den Wettbewerb um die besten Talente hält Watzke für legitim, sagt aber: "Es wird alles etwas konterkariert, seit Uli Hoeneß sich vor zwei Wochen für mehr Solidarität in der Bundesliga einsetzen wollte - und mich da auch persönlich mit einspannen wollte. Zu dem Zeitpunkt wusste Uli Hoeneß schon, dass Bayern den Transfer von Götze anbahnt oder die Einigung schon vollzogen war. Auch das Interesse an Robert Lewandowski wird nicht dementiert, aber niemand tritt an uns heran, um das mal zu besprechen."

Götze, 20, nutzt eine Klausel in seinem Vetrag mit den Dortmundern, um im Sommer für eine festgeschriebene Ablöse von 37 Millionen Euro zum FC Bayern zu wechseln, Lewandowski, 24, hegt ebenfalls Transfer-Wünsche. Watzke stellt aber erneut klar, den Polen, dessen Kontrakt bis Ende der kommenden Saison gilt, nicht abgeben zu wollen: "Unser Wunsch ist nach wie vor, dass er bei uns mindestens das letzte Jahr seiner Vertragslaufzeit spielt." Es gebe "weder eine mündliche noch eine schriftliche Ausstiegsklausel".

Als Lehre aus dem Fall Götze werde er derlei auch künftig keinem Spieler bei Vertragsverhandlungen mehr gewähren, kündigte der Geschäftsführer an: "Nach zwei Meisterschaften, einem Double und dem Erreichen des Champions-League-Endspiels haben wir als Borussia Dortmund jetzt einen Status, dass wir von jedem Spieler erwarten, sich ohne Wenn und Aber an diesen Klub zu binden."

Als Vorbilder nennt Watzke die Nationalspieler Mats Hummels, Sven Bender und Marcel Schmelzer. In der Rivalität mit den Münchnern sieht Watzke sich auch in den kommenden Jahren auf Augenhöhe.

"Wir müssen uns nicht mehr kleinreden", sagt er, "wir haben zuletzt ja zweimal die wirkliche Meisterschaft geholt, und das Champions-League-Finale ist ja noch nicht gespielt."

Das komplette Interview lesen Sie in der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung, auf dem iPad und Windows8.