Von Jürgen Schmieder

Es läuft alles gegen sie: Thomas Doll und Jürgen Klopp gehören zu den beliebtesten Trainern in Deutschland, stecken im Moment jedoch in der Krise. Entlassen werden sie nicht, die Frage lautet eher: Wie lange wollen sie noch?

Als die Partie Mainz 05 gegen den VfL Wolfsburg abgepfiffen wurde, ging Jürgen Klopp über den Platz. Alleine schlich er durch den Nebel, den Kopf gesenkt, der Blick leer. Seine Mannschaft hatte eine großartige Leistung gebracht, gekämpft, sich Chancen erspielt - und am Ende doch 1:2 gegen Wolfsburg verloren.

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In Stuttgart ein ähnliches Bild: Da spielt der Hamburger SV mit letztem Aufgebot besser als der Tabellenzweite VfB Stuttgart, erarbeitet sich Gelegenheiten - und unterliegt mit 0:2. Thomas Dolls Blick ähnelte dem von Jürgen Klopp so sehr, dass man glauben konnte, die beiden wären Brüder.

Tatsächlich haben Klopp und Doll vieles gemeinsam: Beide gehören zu den sympathischten Gestalten in der Bundesliga, beide überzeugten mit ihren Teams in der vergangenen Saison - und beide stecken in dieser Spielzeit tief in der Krise. "Zurzeit läuft alles, aber auch alles gegen uns", sagte Doll nach dem Spiel in Stuttgart. Ein Satz, der auch aus dem Mund von Klopp stammen könnte.

Und noch etwas eint die beiden Trainer: Sie genießen die volle Rückendeckung ihrer Vereine. Im Gegenteil: HSV-Präsident Bernd Hoffmann sagte nach dem Spiel, dass er davon ausgehe, dass Doll nicht hinschmeißen würde. Im Klartext: Er fürchtet, dass Doll keinen Bock mehr haben könnte.

Damit sind beide Übungsleiter eine seltene Spezies in der Bundesliga. Die Gesetze des Marktes fordern in den Situationen, in der sich beide Vereine befinden, für gewöhnlich das Auswechseln des Trainers. Nicht in Hamburg und Mainz.

Es ist nur zu hoffen, dass der Mut beider Vereine belohnt wird - und beide Trainer von ihren Leiden erlöst werden.

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