Wiedererstarkt, selbstbewusst und angriffslustig: Nach dem 2:1-Sieg gegen den spanischen Rekordmeister Real Madrid und dem Viertelfinaleinzug in der Champions League will Titelverteidiger Bayern München nun seine Aufholjagd in der Fußball-Bundesliga fortsetzen.

Im Verfolgerduell gegen den Erzrivalen Werder Bremen am Sonntag (17.00 Uhr/live bei arena) soll nicht nur zu den Hanseaten aufgeschlossen, sondern auch der Druck auf Tabellenführer Schalke 04 erhöht werden. Nach den "Königlichen" nun die "Fischköppe".

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"Wenn man sechs Punkte Rückstand und noch zehn verbleibende Spiele hat, sollte man die Meisterschaft nicht abschreiben. Alles ist möglich", sagte Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn: "Wenn man Real ausschaltet, kann man auch in der Bundesliga noch alles erreichen. Ottmar Hitzfeld hat uns Glauben, Überzeugung und Selbstvertrauen zurückgegeben."

Davon überzeugten sich die Bremer am Dienstagabend vor dem TV-Bildschirm. Einzig Torsten Frings verschmähte den Blick auf seinen Ex-Verein. "Das hat mich nicht interessiert. Ich habe mir lieber einen Film angeschaut. Wir fahren ohnehin mit breiter Brust nach München", sagte der Nationalspieler nach Werders 1:0-Erfolg im UEFA-Cup beim spanischen Erstligisten Celta Vigo. Trotz der eher durchschnittlichen Leistung am Donnerstagabend gab sich auch Sportdirektor Klaus Allofs optimistisch: "Wir müssen bestimmt keine Angst vor Bayern haben."

Spitzenreiter Schalke dürfte vor seinem Gastspiel bei Hannover 96 am Samstag (15.30 Uhr/live bei arena) hingegen zumindest eine gehörige Portion Respekt im Gepäck haben. Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge haben die Königsblauen ihre glänzende Ausgangsposition fast verspielt. Zudem müssen die Gelsenkirchener aufgrund von Sperren und Verletzungen mit dem allerletzten Aufgebot zu den seit fünf Heimspielen unbezwungenen Hannoveranern reisen. In Sebastian Boenisch (20) und Mesut Özil (18) dürften sogar zwei Youngsters in die Anfangself rutschen.

In der Not könnte auch Nationalspieler Gerald Asamoah in den Kader zurückkehren. Der 28-Jährige war wegen eines Beinbruchs zuletzt über fünf Monate außer Gefecht gesetzt und ist erst seit Dienstag wieder im Training. "Die Mannschaft hat die letzten beiden Niederlagen gut weggesteckt", meinte Trainer Mirko Slomka und stellte sich im Falle eines Sieges eine ganz besondere Belohnung in Aussicht: "Wenn wir gewinnen, setzen wir uns nächste Woche zusammen und verlängern meinen Vertrag."

Ebenfalls angeschlagen ist der vierte Klub im Kreis der Titelanwärter. Der VfB Stuttgart trifft nach der 1:3-Pleite bei Bayer Leverkusen auf den VfL Wolfsburg. Manager Horst Heldt will die letzte Niederlage jedoch nicht überbewertet wissen: "Erst hieß es, der VfB könnte das Double holen. Jetzt sollen wir noch nicht reif genug sein. Das verstehe ich nicht ganz." Gegen den VfL wird Torjäger Mario Gomez in die Startelf zurückkehren.

Im äußerst geräumigen Tabellenkeller kämpfen derweil zehn Teams um den Klassenerhalt. Mit dem Rücken zur Wand steht dabei vor allem Schlusslicht Borussia Mönchengladbach, das am Donnerstag mit der Trennung von Manager Peter Pander und der Verpflichtung Christian Zieges als Nachfolger für Aufsehen sorgte. "Man sieht, dass die Mannschaft arbeitet, das ist das Wichtigste. Am Samstag gegen Hertha BSC Berlin müssen wir, egal ob das Spiel gut oder schlecht ist, die drei Punkte holen", forderte der Europameister von 1996.

Um die nackte Erstliga-Existenz geht es am Samstag auch in den Abstiegsduellen FSV Mainz 05 gegen Arminia Bielefeld, Energie Cottbus gegen Alemannia Aachen und VfL Bochum gegen Borussia Dortmund. Am Sonntag will dann der Hamburger SV seine Erfolgsserie von zuletzt vier Siegen in Folge gegen Bayer Leverkusen ausbauen.

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(sid)