Wolfsburg startet mit beeindruckender Dynamik und wird den FC Bayern noch lange ärgern. Aber erst die Champions League wird zeigen, wie strapazierfähig die Elf ist.
Wie der Verband der Automobilindustrie bekanntgibt, ist die Zahl der Beschäftigten in den Stammbelegschaften im vergangenen Jahr nur um 2,4 Prozent auf 729.800 Mitarbeiter gesunken. Mitten in der Krise ist das vermutlich eine gute Nachricht, und das Wochenende hat nun die Erkenntnis gebracht, dass in der Autoindustrie sogar schon wieder neue Stellen geschaffen werden.
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Obafemi Martins: Der Stürmer mit dem Porsche-Motor. (© Foto: Getty)
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Der zweifellos zur Autoindustrie zählende VfL Wolfsburg, dessen Kader nicht ganz 729.800 Mitarbeiter zählt (aber fast), hat am Wochenende den neuen Werksangestellten Obafemi Martins präsentiert, der seinem Arbeitgeber zehn Millionen Ablöse sowie ein Gehalt wert ist, das verglichen mit seinem Gehalt in Newcastle durchaus um 2,4 Prozent gestiegen sein dürfte.
Am ersten Spieltag durfte der VfL das in alle Haushalte übertragene Auftaktspiel bestreiten (2:0 gegen Stuttgart), am zweiten das Topspiel am Samstagabend (3:1 in Köln, inkl. Martins-Tor) - das reicht, um zu verstehen, warum der Konzern für seine Fußballsparte weitere Gelder freigemacht hat, wie das auf Konzerndeutsch wohl heißt.
Kein sportlicher Erfolg = kein Marketing-Gegenwert, nach dieser simplen Rechnung hat sich BMW gerade aus der Formel 1 zurückgezogen, was im Umkehrschluss auch eine Begründung für den Wolfsburger Weg liefert. Viel Erfolg = viel Gegenwert - und um Erfolg und Gegenwert zu sichern, hat der Konzern noch was draufgelegt: für Martins, den Stürmer mit dem Porsche-Motor, für Ziani (fünf Millionen) und Kahlenberg (3,7 Mio.), die dafür sorgen sollen, dass das Spiel des VfL noch besser auf der Straße liegt - und für die tragenden Teile des Meisterautos wie Dzeko, Grafite und Misimovic, deren Gehälter um mindestens 2,4 Prozent aufgestockt wurden.
Es gibt ja die populäre Theorie, wonach sich in Münchner Schwächejahren immer wieder mal ein Zufallsmeister findet, der im Jahr darauf dann Siebter oder Neunter wird. Auf diese Theorie sollten sich die in der Selbstfindung begriffenen Bayern lieber nicht verlassen - zwei Spieltage sind kein stabiler Wert, aber bemerkenswert ist doch, in welch stabil hohem Tempo der VfL aus der ersten Kurve gerauscht kommt. Bei gleicher Dynamik wirkt der VfL eher noch geländegängiger als zuletzt - zu sehen in Köln, wo die Elf ein 0:1 mit muskulöser Coolness in ein 3:1 verwandelte.
Wie strapazierfähig diese mit Millionen aufgemotzte Werkself wirklich ist, wird sich aber erst zeigen, wenn sie nun in die Formel 1 des Fußballs einsteigt: in die Champions League, gegen die die Bundesliga nichts weiter ist als, sagen wir, die deutsche Tourenwagen-Meisterschaft.
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(SZ vom 17.08.2009)
Promis und Liebe - Schmachtwort der Woche
Muss zugeben, dass mein erster Beitrag vielleicht etwas missverständlich rüberkommt.
Ich persönlich halte derzeit die Wolfsburger ebenfalls für das stärkste Team der Liga, gerade weil in ihrem Spiel eine klare Idee/Struktur zu erkennen ist, die dem Spiel der Bayern momentan noch etwas abgeht. Den Kader der Bayern halte ich nominell insgesamt zwar noch für etwas stärker, allerdings ausschließlich mit Hinblick auf die Breite. Die jeweilige Stammelf der beiden Teams sehe ich als ausgeglichen an, wenn nicht gar mit Vorteilen für die Wölfe.
Was ich ausgangs allerdings meinte, ist, dass die Münchner schon allein aufgrund der getätigten Transfers mit einem Volumen von mehr als 50 Mios. auf dem Papier Titelkandidat Nr. 1 sind. Müsste ich derzeit gleichwohl auf den kommenden deutschen Meister wetten, würde ich mein Geld auf Wolfsburg setzen. Interessant wird aber eben zu beobachten sein, wie die Wolfsburger zum einen die Doppelbelastung verkraften und zum anderen ggf. mit einer längerfristigen Verletzung von Misimovic umzugehen in der Lage wären.
Die Spieler der Bayern mögen um ein vielfaches teurer sein, ich glaube aber nicht, dass sich deren Qualität im Vergleich zu Wolfsburg proportional zum Transferwert verhält. Die Bayern zahlen nunmal auch deswegen schon mehr für ihre Spieler, weil sie die Bayern sind. Wirklich verstärkt sehe ich die Bayern eigentlich nur im Sturm. Im DM hätte ich erwartet, dass man sich mit Tymoschtschuk ebenfalls verbessert hat, aber um den Vorteil (so er denn tatsächlich einer ist) bringt sich van Gaal ja anscheinend selbst, wenn er nicht durch van Bommels Verletzung zum Umdenken gezwungen wird.
Die Wolfsburger Mannschaft ist in meinen Augen wesentlich ausgewogener als die der Bayern, die sowohl im Mittelfeld als auch in der Abwehr unrund ist und dazu mit den beiden Wackelkandidaten Rensing und Butt in die Saison geht. Und mit Granaten sind die Wolfsburger ja nun auch gespickt, Dzeko bspw. hätte sicher auch um die 25 Mio. gekostet, wäre er diesen Sommer verkauft worden.
..., als Mannschaft, in meinen Augen, halte ich die Wolfsburger für das stärkste Team der bundesliga, auch noch vor dem FC Bayern. Und mit dieser Mannschaft traue ich den Niedersachsen in der CL deutlich mehr zu als Bremen, Hamburg oder Stuttgart in den letzten Jahren.
Im übrigen finde ich das individuelle Personal des FC Bayern nicht unbedingt stärker. Sicher verfügt der FC Bayern über großartige Kicker wie Lahm, Ribery, Gomez und Toni - die Wolfsburger Misimovic, Grafite, Martins oder Dzeko müssen sich aber keinesfalls verstecken und würden auch dem FC Bayern gut zu Gesicht stehen. Die Abwehr der Golfsburger ist definitv stärker besetzt als die des FC Bayern.
Gute Nerven in Wolfsburg,
kein, immer wieder, wie beim FC Bayern, ausgerufener Selbst Druck.
Wolfsburg spielt mit seinen Möglichkeiten, frisch und fröhlich drauf los.
Das Ergebnis wird erst am letzten Spieltag genannt...
Die Champions League vermittelt neue Erfahrungen.
Priorität ist sicher die Meisterschaft.
Solch Mannschaft kann nur durch massives Verletzungs Pech aufgehalten werden.
...die Wolfsburger eine sehr starke Mannschaft haben, die bis zum Schluss um den Titel mitspielen wird. Titelfavorit Nr. 1 ist trotzdem der FC Bayern, denn der hat im Vergleich zu Wolfsburg knapp das dreifache in Neuverpflichtungen investiert und hatte bereits Leute wie Ribery, Toni, Lahm, Demichelis u.v.m. im Kader. Nominell steht der FCB auch in diesem Jahr weit vor allen anderen. Was man daraus macht, steht natürlich auf einem anderen Blatt....
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