Nach dem 0:2 gegen Köln: Am Umgang mit der ersten Krise seines Trainerlebens dürfte sich ablesen lassen, ob die Bundesliga künftig mit dem Trainer Markus Babbel rechnen kann.
Wie Franz Beckenbauer sagt er "Schaase", wenn er "Chance" meint. Wie Ottmar Hitzfeld rotiert er seine Elf so durch, dass die Spieler manchmal selbst nicht wissen, ob sie jetzt gerade spielen oder draußen sitzen. Und wenn er "Mittelstürmer" meint, dann sagt er "target player" - so, wie er es beim FC Liverpool gelernt hat.
Markus Babbel beim Spiel des VfB Stuttgart gegen Köln. (© Foto: Getty)
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Es ist nichts Ungewöhnliches, dass sich ein Mensch durch die Summe seiner Erfahrungen definiert, und im Falle des Trainers Markus Babbel ergibt das schon deshalb eine günstige Prognose, weil sein erster Verein, der TSV Gilching/Argelsried, im Vorderfeld der Kreisliga 2 Zugspitze platziert ist und durchaus Schaasen auf die Meisterschaft besitzt.
Für seine Karriere kann es nur nützlich sein, dass Babbel gerade den VfB Stuttgart trainiert. Nirgendwo kann man die Extreme des Trainerberufs besser studieren als bei einer Elf, die derart übergangslos vom Lauf in den Anti-Lauf wechselt. Für die Branche (laut Beckenbauer/Babbel: Braasche) ist die Krise des VfB eine spannende Sache, weil sie helfen könnte, eine spannende Frage zu beantworten: Wer ist Markus Babbel?
Am Umgang mit der ersten Krise seines Trainerlebens dürfte sich ablesen lassen, ob die Braasche künftig mit diesem Trainer rechnen kann. Ein knappes Jahr amtiert Babbel jetzt als Chef, aber wie der Mann aus Gilching/Argelsried als Sportlehrer wirklich tickt, lässt sich allenfalls erahnen. Die großartige Rückrunde des VfB hat er mit Hitzfeld-Rhetorik, lässiger Autorität und einem sehr guten Gespür für Personal begleitet, aber wie er den taktischen Tiefen des Spiels gegenübersteht, kann noch keiner sagen.
Babbel ist ja eine Trainerfigur, wie es sie noch nie gab im deutschen Fußball: Er kommt einerseits von ganz oben, von Beckenbauer, Bayern und Liverpool; andererseits ist er ein Berufsanfänger, der in Köln erst die Zulassungspapiere für eine Trainerkarriere erwirbt.
Es ist ein doppelter Schulstress, der Babbel zu schaffen macht. Er lernt zurzeit in Köln und Stuttgart, und der praktische Teil beim VfB wird nun darüber entscheiden, ob dem deutschen Fußball ein neuer, interessanter Trainertyp erwächst, der die moderne Lehre mit dem altmodischen Tugend-und-Medizinball-Ansatz versöhnt. Babbel ist die Summe seiner selbst, während die hippen Tuchels, Oennings und Dutts eher die Quersumme aus Ralf und Rangnick bilden.
Scheitert Babbel in der VfB-Krise, wird er die Tuchels, Oennings und Dutts an sich vorbeiziehen lassen müssen. Meistert er die Krise, könnte er irgendwann Trainer in der Großstadt werden, die in der Nähe von Gilching/Argelsried liegt.
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(SZ vom 21.09.2009/jüsc)
Totilas und sein Reiter
Jeder Lehrling hat diese 'Doppelbelastung', Lehrstelle (Beruf) - Schule. Die dafür zuständigen Leute beim DFB müssten ganz einfach mal in sich gehen und eine praktikable Lösung finden. Dürfte doch nicht so schwer sein, oder?
... nämlich auf dem Trainingsgelände am Salzburger Weg in Köln. Da sieht man ihn, wenn man seinen Sprößling vom Training auf dem Nebenplatz abholt ;=)
Einfache Lösung: Der erste Trainerjob sollte ohne Lizenz erlaubt sein. Fliegt der Kandidaten nach den maximal üblichen 2-3 Jahren, muß er die Lizenz nachholen, bevor er seinen zweiten Job antreten darf. Bleibt er länger, hat er schon genug bewiesen.
Aber das wäre zu einfach für den DFB.
Ich denke, Stuttgart sollte Gomez wieder nehmen, Die Bayern kriegen einen viel Besseren um das Geld,
Ich denke, man sollte Babbel nicht sogleich in Frage stellen. Zwei individuelle Fehler, darunter ein klassischer Lehmann, ein Spiel entscheiden, sollte man nicht den Trainer beschuldigen.
..denn lieber lieber ein Bayer im Schwabenland, als ein Schwabe im Bayernland :)
Paging