Zum Beispiel Jérôme Boateng, Arturo Vidal, Christian Träsch oder Dante: Die Fußball-Bundesliga lässt sich den Spaß am illusteren Transfergeschacher nicht verderben - schon gar nicht durch gültige Verträge.
Max Eberl hätte Grund zum Ärgern gehabt, als der brasilianische Abwehrspieler Dante in Begleitung eines deutschen Beraters in seinem Büro vorsprach und von seinem neuen Karriereplan berichtete.
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Ja wohin denn bloß? Hoffentlich nach München, denkt sich Jérôme Boateng. (© Bongarts/Getty Images)
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Tags zuvor hatte Borussia Mönchengladbach mit dem 1:1 beim VfL Bochum den Klassenerhalt gesichert, am Niederrhein kurierte man noch die Folgen der nächtlichen Freudenfeiern aus, nun aber teilte der 27-Jährige dem Sportchef mit, dass er seiner Laufbahn einen neuen Antrieb geben möchte. Er wolle zu einem "großen" Klub wechseln und in der Champions League spielen.
Eberl entgegnete ihm, dass er diesen Plan nicht unterstützen werde, und blieb auch sonst gelassen. "Ich finde es nicht verwerflich, dass er so einen Anspruch stellt", sagt er, "aber das heißt nicht, dass wir ihm stattgeben müssen." Solange nicht Vereine wie Manchester United, Real Madrid oder Bayern München Interesse anmelden sollten, werde Dante sicherlich in Mönchengladbach bleiben, beharrt Eberl: "Er hat einen - natürlich subjektiven - Marktwert, aber es gibt keine Schmerzgrenze für uns, weil wir generell nicht über einen Verkauf von Dante nachdenken möchten."
Der Brasilianer hatte seinen Vertrag mit der Borussia im Sommer vorigen Jahres verlängert, der Verein lobte den Tag, an dem dies geschah: "Er ist in unserer jungen Mannschaft eine tragende Säule, ein Führungsspieler auf und neben dem Platz." Bis Juli 2014 verpflichtete sich Dante der Borussia, "und die deutliche Gehaltsaufbesserung hat er gern mitgenommen", wie es im Klub heißt. Doch schon im Herbst stellte er seine Garantie in Frage, er fand es "enttäuschend", dass der Klub wieder im Abstiegskampf steckte, statt die versprochenen Fortschritte in der Tabelle zu machen.
Derzeit ist Urlaubsruhe. Weder die Bayern noch Real Madrid noch sonst ein Klub haben wegen Dante angefragt, aber in Mönchengladbach wissen sie, dass das Thema jederzeit wieder akut werden kann. Die Wechselbörse ist bis zum 31.August geöffnet und bringt täglich neue Meldungen hervor, die Manager sondieren die Kandidaten und lassen sich durch das relativ restriktive Sportrecht nicht den Spaß verderben.
Laut Artikel18 des Fifa-Transferstatuts dürfen die Klubs mit Spielern grundsätzlich erst ein halbes Jahr vor Vertragsablauf Verhandlungen aufnehmen, es sei denn, der aktuelle Arbeitgeber erteilt auf Anfrage eine Erlaubnis. Aber dieser Paragraf bleibt in der täglichen Geschäftspraxis eine Randnotiz, die Bayern haben zunächst in aller Ruhe mit Jérôme Boateng die Vertragsmodalitäten erörtert, bevor sie nun darangehen, mit Manchester City die Ablöse zu verhandeln.
Unangenehm wird es für die Vereine allerdings, wenn ihre wichtigsten Spieler die Laufzeiten in den Arbeitsverträgen als ähnlich nebensächlich werten. So wie Arjen Robben in München, der im Frühling plötzlich sein Bleiben in Fragen stellte, wie Dante in Mönchengladbach oder wie Arturo Vidal in Leverkusen, der am Dienstag laut Bild erklärt haben soll: "Ich will nach München. Jetzt. Ich möchte unbedingt, dass sich die Vereine einigen."
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Champions-League-Finale
http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,741018,00.html
Ich sehe, dass ich bei den fcb Fans einen wunden Punkt getroffen habe ;-)
War es nicht Ulli Hoeness, der die Überlegung anstellte dass solche Spieler von allen Bundesligavereinen boykottiert werden sollten? (siehe Demba Ba) Oder gilt das nicht wenn mehr ein Spieler seinen Wechsel zum fcb erzwingen möchte?
hat Ihnen schon jemand gesagt, daß Ihr Avatar bei einer Sportdiskussion besonders gut kommt? TuMas
Seit dem Sommermärchen 06 (3. Platz) singen alle, die sich dazu berufen fühlen, das Hohelied einer neuen Spielergeneration und die - singt man - will nur spielen, ist ordentlich migrationsgestählt, flachhierarchisch erzogen, löwergeben und bräuchte eigentlich gar kein Geld, weil sie ihren Sport, die Nationalmannschaft und die Farben ihres Vereins - solange ein Mikrophon oder eine Kamera in der Nähe sind - so schrecklich liebt. Vielleicht hat man sich auch getäuscht. Wie sang einst Zappa: We only in it for the money.
Erstaunlich, mit welcher Überzeugung hier Sachverhalte vertreten werden, obwohl man da doch nie dabei war ..
Um mal einen Fall in die Erinnerung zu rufen, Ribery. Da hat Real immer wieder gelockt, aber als es dann hieß, Schluss jetzt, der Spieler hat keine Erlaubnis, mit euch zu verhandeln, haben die den Schwanz eingezogen. Ebenso Neuer, vor zwei Jahren, als Schalke "nein" sagt, lief auch nichts mehr.
Natürlich fühlen Vereine bei Beratern vor, und noch viel mehr fühlen Berater bei Vereinen vor. Das ist aber nur Geklappere. In den Fällen Boateng und Vidal liegen offenbar ganz klare Einigungen zwischen Bayern und den Spielern vor. Und die Arbeit macht man sich meiner Meinung nach nur, wenn es klare Rauchzeichen gibt.
Es macht vielleicht noch einen Unterschied, ob Spieler noch ein Jahr Vertrag haben (wie damals Klose, oder jetzt Vidal), oder mehrere Jahre. Im erstgenannten Fall kann der Interessent davon ausgehen, dass der andere Verein ggf. doch schwach wird, weil es die letzte Chance auf Ablöse ist. Im erstgenannten Fall muss kein Verein einen Spieler abgeben, wenn er dies nicht will.
Gerade bei Boateng ist es doch ziemlich offensichtlich. Seit einigen Monaten verletzt, City ist eh ein Verein die lieber einen Transfer zu viel machen als einen zu wenig. Da hat Bayern ganz klar ihr Interesse signalisiert, und City hat zugestimmt.
Man braucht nicht immer gleich Rechtsverstöße zu unterstellen, nur damit die eigenen Artikel aufschreierischer daherkommen.
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