Martin Jol verlässt überraschend den Hamburger SV und wird Trainer in Amsterdam. Unterdessen will Werder Bremen die 24,5 Millionen aus dem Diego-Verkauf wieder investieren.
Schock-Nachricht für den Hamburger SV: Der Bundesliga-Dino verliert seinen Cheftrainer Martin Jol an den niederländischen Rekordmeister Ajax Amsterdam. Dies bestätigten beide Vereine am Dienstagabend. Jol erhält bei Ajax einen Dreijahresvertrag und wird in Personalunion auch das Amt des Sportdirektors übernehmen. "Ajax bietet mir eine sehr gute Chance und überträgt mir viel Verantwortung. Es ist ein fantastischer Klub und ich freue mich auf die neue Aufgabe", sagte Jol.
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Verlässt Martin Jol den Hamburger SV schon wieder? Er spricht jedenfalls mit Ajax. (© Foto: dpa)
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Der 53-Jährige besaß in Hamburg eigentlich noch einen Vertrag bis 30. Juni 2010, der am Dienstag aufgelöst wurde. "Wir haben Martin Jol nicht zur Erfüllung seines Vertrages verpflichtet, weil Ajax Amsterdam ihm seinen Wunsch nach einem langfristigen Vertrag erfüllt und weitreichende Kompetenzen geboten hat", sagte der HSV-Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann: "Er hat dort die besseren Perspektiven gesehen. Die Entwicklung der vergangenen Tage kam absolut überraschend."
Jol tritt bei Ajax die Nachfolge von Ex-Bondscoach Marco van Basten an, der vor kurzem seinen Rücktritt erklärt hatte. Er verlässt Hamburg mit Wehmut. "Beim HSV hat es mir sehr gut gefallen, Hamburg ist eine tolle Stadt zum Leben und Arbeiten. Wir hatten gemeinsam ein sehr gutes, intensives Jahr. Über die Zukunft gab es jedoch unterschiedliche Auffassungen", sagte Jol: "Ich gehe als Freund. Ich habe die vergangenen Jahre im Ausland gearbeitet und kehre jetzt in die Niederlande zurück. Darauf freue ich mich."
HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer erklärte: "Wir haben oft über die zukünftige Ausrichtung gesprochen, aber wir hatten einfach unterschiedliche Vorstellungen."
Ajax-Geschäftsführer Rick van den Boog lobte Jol als "sehr erfahrenen Trainer, der im In- und Ausland erfolgreich war. Er verfügt über alle Qualitäten, die ein Ajax-Trainer haben muss. Er holt das Maximum aus den Spielern heraus und gibt auch Talenten eine Chance. Es ist die wichtigste Position im Verein, und wir sind stolz, dass wir sie so gut besetzt haben."
Hauptgrund für Jols Abschied vom HSV sind Meinungsunterschiede über die Transferpolitik für die kommende Saison. Jol hatte Verstärkungen gefordert, nachdem seine Mannschaft in der gerade zu Ende gegangenen Saison zwar fast bis zum Schluss auf drei Hochzeiten getanzt hatte, aber am Ende mit der Qualifikation für die Europa League (bislang UEFA-Cup) zufrieden sein musste. "Es ist das legitime Interesse eines jeden Trainers, sich die besten Spieler zu wünschen", sagte Hoffmann: "Es geht allerdings bei aller Risikobereitschaft nur in wirtschaftlich vertretbarem Maß." Im Halbfinale des UEFA-Cups und DFB-Pokals waren die Hamburger jeweils am norddeutschen Erzrivalen Werder Bremen gescheitert.
Jol stand seit dem 1. Juli 2008 in Diensten des HSV. Als Trainer arbeitete er zuvor bei ADO Den Haag, SVV Scheveningen, Roda JC Kerkrade, RKC Waalwijk und von 2004 bis 2007 bei Tottenham Hotspur. In der Bundesliga erreichte Jol mit seiner Mannschaft am letzten Spieltag durch ein 3:2 in Frankfurt noch den fünften Tabellenplatz und damit die Qualifikation für die Europa League.
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