Jahrzehntelang galt die These, dass deutsche Torhüter die besten der Welt sind - inzwischen haben andere Nationen aufgeschlossen.
Das Bild sieht aus wie eine dreiste Fotomontage. Es sieht aus, als habe ein Fotograf den Schalker Torwart Manuel Neuer auf einer Hängematte fotografiert und ihn dann, unter Vernachlässigung der Hängematte, in ein Fußballtor montiert. Neuer liegt quer in der Luft, und nur sein gequälter Blick zeigt, dass es um mehr geht als um ein fehlendes Kaltgetränk. Auf einem anderen Bild war auch der Ball zu sehen, wie er das Tornetz beulte, und Neuer lag nicht mehr in der Luft, sondern auf dem Boden. Es war das 1:1 für Bochum, nach einem Fernschuss von Azaouagh.
Schussunterläufer: Manuel Neuer (© Foto: Getty)
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Es hat am Wochenende noch mehr Torwart-Bilder gegeben, die etwas fremd aussahen. René Adler, der zu spät aus seinem Tor heraussticht und den Hoffenheimer Ba umsenst. René Adler, der Ba auf der Suche nach dem Ball im Gesicht herumfuhrwerkt. Robert Enke, der sich unter einem Freistoßtor des Stuttgarters Hitzlsperger wegduckt oder zwischen Stuttgarter Beinen umherkrabbelt. Frank Rost, dem ein Schuss des Bielefelders Katongo aus den Armen springt. Und natürlich Dennis Eilhoff, der sich in einer bemerkenswerten athletischen Anstrengung hoch und höher schraubt, wobei er sich dann leider das Bällchen selbst ins Netzchen patscht.
Als anständiger deutscher Fußballbetrachter musste man natürlich auch diese Bilder für Fotomontagen halten. Solche Fehler machen vielleicht Spanier oder Brasilianer oder Franzosen oder, natürlich, Engländer. Aber Deutsche? Für den deutschen Fußballbetrachter war das ein schweres Wochenende. Es gab nämlich auch noch Bilder von Tausendfüßlern und Tausendhändlern, aber das waren Hände und Füße aus ausländischer Produktion.
Der Tscheche Jaroslav Drobny, der im Hertha-Tor tausend Bälle hielt, und noch einen mehr. Der Belgier Logan Bailly, der im Gladbacher Tor tausend Bälle hielt, und noch zwei mehr. Und sogar der Kolumbianer Faryd Mondragon, sonst eher ein Original als ein Torhüter, der im Kölner Tor vielleicht nicht 1000 Bälle hielt, aber doch mindestens 999.
Spätestens seit der Erfindung des Torpfostens gilt in Deutschland die These, dass die besten Torhüter dieser Welt allesamt made in Germany sind, und bedauerlich war dabei höchstens, dass keine gesicherten Erkenntnisse über andere Welten vorlagen. Wobei: Die Welt hätte man sehen wollen, auf der bessere Hüter wachsen als Stuhlfauth oder Turek, als Maier, Schumacher oder Stein, als Kahn oder Lehmann, als ... Adler oder Neuer?
"Man muss sich in Deutschland langsam mit dem Gedanken anfreunden, dass es auch anderswo auf der Welt Torhüter gibt", sagt Uli Stein. Er weiß das aus eigener Anschauung. Stein, 54, gehört als Torwartcoach zum Trainerteam von Berti Vogts, der zurzeit die Nationalelf Aserbaidschans unterweist. Stein kommt gerade aus einem Trainingslager in Dubai, und er sagt, dass "der Kamran internationales Format" habe. Beim Kamram handelt es sich um Nationaltorwart Kamran Agajew, 23, dem Stein zutraut, "dass er sich in der Bundesliga durchsetzen würde". Und auch in Nigeria, wo Uli Stein zuvor die Nationalkeeper anleitete, hat er ein paar getroffen, "die das schaffen könnten".
Uli Stein stammt aus einer Zeit, in der die Torwartwelt noch einfach zu verstehen war. Vereinfacht gesagt ging es Mitte der Achtziger darum, ob Harald Schumacher oder Uli Stein der bessere deutsche Torwart war, womit gleichzeitig auch der Titel des weltbesten Torhüters verhandelt wurde. "Damals galt die Faustregel: Der deutsche Nationaltorwart ist der beste Torwart der Welt. Und der zweitbeste Torwart der Welt ist sein Ersatzmann", sagt Stein.
In seiner Radikalität war dieses Urteil gewiss auch damals schon deutsch eingefärbt, aber in seiner Tendenz war es unbestritten. "Aber im Moment laufen zwei Entwicklungen parallel ab", sagt Stein, "erstens haben andere Nationen klar aufgeholt, und zweitens haben wir in Deutschland zurzeit zwar begabte junge Leute, aber keinen Weltklassemann." Was Deutschland zurzeit hat, sind drei Konjunktive - zwei Jünglinge (Adler, Neuer), die einmal Weltklasse werden könnten; und einen Routinier (Enke), der womöglich Weltklasse wäre, wenn er woanders spielen würde als in Hannover.
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Ex-Salafist packt aus
Lieber Tadeusz Kantor,
zunächst spielt Wessels nicht mehr in dem Spot mit und außerdem möchten wir Sie auffordern ein bisschen sachlicher und beim Thema zu bleiben.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Moderator
Egal hauptsache er hält den Kasten heute sauber ..auf dem Matschplatz..
@StuttgarterEngel: Dafür darf der Herr Lehmann regelmäßig mit dem Hubschrauber fliegen. Ist doch auch ganz nett, oder nicht?
@pela1961: Wessels, ist das der, der in der Werbung mit den tollen Frauen auf den Berg steigt?!
das Spiel auf dem Feld hat sich verändert, natürlich auch für Torhüter. Der letzte wirklich komplette Torhüter in D. war sicher Toni Schumacher, vielleicht noch Bodo Illgner, oder Köpke. Lehmann hatte alle Anlagen, nur seine Nerven oft nicht um Griff. Kahn war für einen Weltklassetorhüter eigentlich ein lausiger Fussballspieler. Einen überragenden Torhüter, wie Cech, Buffon, oder Casillas, haben wir derzeit nicht und es ist fraglich ob von den jungen einer jemals soweit kommt. Am allerwenigsten traue ich es Rensing zu, am ehesten noch Adler. Neuer ist teilweise sensationell, aber er hat eine ganz individuelle Anlage, das wirkt oft etwas unorthodox. Für mich spielt einer der Besten in Cottbus, Tremmel beweist das praktisch jede Woche, ist aber vielleicht beim falschen Verein.
Im Schnitt haben wir sicher immer noch gute Torhüter in der Liga, aber gerade die Aspiranten für die Nationalmannschaft patzen mir einfach zu oft und das dann, wie z.B. Wiese, auch noch entscheidend.
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