Das überdeutliche 8:1 bei der Abschiedsparty von Holger Stanislawski hinterlässt beim FC Bayern Gefühle des Schams - und der Erleichterung. Einige haben sogar die Hoffnung auf Platz zwei noch nicht aufgegeben.
Alle zerrten an ihm, dabei ging es Holger Stanislawski schrecklich mies. Der Trainer des FC St. Pauli hatte beim 1:8 (0:2) gegen den FC Bayern die schlimmste Demütigung seiner Laufbahn erfahren, musste zusehen, wie seine Mannschaft sich aufgab - ausgerechnet in seinem Abschiedsheimspiel.
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Bayern-Spieler Franck Ribery umarmt St. Pauli-Trainer Holger Stanislawski nach Spielende. (© dpa)
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Es war der Moment, an dem andere Bundesligatrainer am liebsten die Mannschaftskabine demoliert hätten. Doch Stanislawski konnte das nicht. Er musste auf die Ehrenrunde. Da gab es nämlich noch die St. Pauli-Fans. Sie hatten die epochale Niederlage weit schneller verkraftet als ihr Trainer, sich mit dem direkten Wiederabstieg aus der Bundesliga schon abgefunden.
Sie waren ohnehin hauptsächlich gekommen, um Stanislawski gebührend zu verabschieden - jenen Mann, der den Klub zunächst als Spieler, dann als Trainer 18 Jahre lang geprägt hatte. Also begab sich Stanislawski gequälten Blickes auf eine halbherzige Ehrenrunde, winkte kurz nach links und rechts, verschwand dann im Kabinentrakt.
Später gab Stanislawski Einblick in seine diffuse Gefühlswelt. "Dieses Spiel war wie ein Stich ins Herz, wahnsinnig deprimierend", sagte er. "Trotzdem hätte ich mich am liebsten von jedem einzelnen hier verabschiedet. Wenn du 1:8 verlierst und gefeiert wirst, das ist dann Selbstironie. Aber verdient hätten wir was anderes heute: den Arsch voll."
Stanislawski wird in der kommenden Saison bekanntlich 1899 Hoffenheim trainieren. Aufsteiger St. Pauli hingegen steht am vorletzten Spieltag als erster Absteiger fest.
Aufgewühlt waren auch die Bayern. Zum einen erleichtert, weil sich der Klub durch die Niederlage von Hannover 96 Platz drei endgültig gesichert hat und sich am Ende einer titellosen wie verkorksten Saison doch noch für die Champions League qualifizieren kann. Jedoch auch irgendwie beschämt, weil die Bayern dem sympathischen Stanislawski das Abschiedsfest so gründlich verdorben hatten.
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Piratenpartei
Ganz so einfach ist es nicht: Die AG hat 90 Mil. Verbindlichkeiten. Soviel ich weiss, sind noch gute 170 Mil. an der Arena abzustottern.
Trotz gigantischer Umsätze sind die Verbindlichkeiten in den letzten Jahren stetig gestiegen. Hätte Bayern nicht 20 % seiner Anteile verscherbelt und knapp 200 Mil. von Audi und adidas eingenommen, wäre die Bilanz mies bis katastophal.
Natürlich sind auch freie Mittel von 66 Mil da und ein Kader, der viel Geld wert ist.
Aber angesichts der riesigen Umsätze, die in den letzen 10 jahren getätigt wurden, ist das ganze von der kaufmännischen Seite keine Meisterleistung - eher das Gegenteil.
Hätte Bayern noch 100% der Anteile, würde man vermutlich wieder dahin steuern, wo U.H. schon zweimal in den 80er Jahren war.
In Zukunft ist ein Anteilsverkauf laut Satzung nicht mehr möglich. (ich glaube, ein paar Prozente, können noch verscherbelt werden).
Das heisst: in Zukunft sind die irren Auftritte von U.H. nicht mehr möglich. Die drei Trainerentlassungen in den letzten fünf Jahren haben ca. 25 Mil gekostet. Bei Ballack (wie @ Alexander schon angemerkt hat, sind dem Verein 20 - 30 Mil, durch die Lappen gegangen). Die Kosten für Neuer ect.; Das alles wird es in Zukunft nicht mehr geben können......
Bin mal gespannt, wie die nächsten Jahre in finanzieller Hinsicht laufen.
Wenn Experten sich äußern...
An die beiden Vorgänger: Einfach mal den Geschäftsbericht lesen.
http://www.fcbayern.telekom.de/de/aktuell/news/2010/26902.php
Eigenkapital zurzeit über 200 Mio Euro.
Wie van Gaal Mannschaften spielen ist ersichtlich, wenn man die Teams der Vergangenheit untersucht. v. G. hat immer beim Management angeeckt, das ist nichts Neues. Wenn man ihn verpflichtet, weiss man was man hat. bei Alkmaar waren die Spieler federführend, dass van Gaal noch ein Jahr rangeklemmt hat.
Van Gaal hat insbesondere auch bei Bayern hervorragende Arbeit geleistet! Nur, wenn halt für ein halbes Jahr der beste Sturm Europas des Vorjahres komplett ausfällt gibt es halt Probleme. In der Rückrunde hat sich ja wieder die Sache eingerenkt - unter Schwierigkeiten, da es ja ständig Querschüsse gab. Ich persönlich rede einem Chirurgen auch nicht drein und sage ihm wie er zu operieren hat.
Ja, und auch letzte Saison hätten die Bayern ja lieber drei Verteidiger als Robben geholt - Gott sei Dank hat sich van Gaal da noch durchsetzen können.
Was Schlechingers Planquadratfußball anbelangt: das ist am Anfang etwas langweilig, aber er schafft erst einmal u. a. Sicherheit im Zusammenspiel, dass dann zur blinden Routine wird. wenn es dann soweit ist, dann ist auch die Sicheheit da jederzeit ein Spiel zu kontrollieren und dennoch auch jenseits des "Planquadrates kreativ zu agieren.
Ob Barcelona oder Spanien attraktiv spielen? Erfolgreich auf jeden Fall! Und bei Bayern will ich nicht die X-undzwanzigste Deutsche Meisterschaft sehen, sondern vielleicht mehr als einmal die CL alle Vierteljahrhundert gewinnen. Soviele Vierteljahrhunderte habe ich in meinem Leben nicht mehr.
@ Lian_Bautrup
Vom "Festgeldkonto" hat man auch schon seit Jahren nichts mehr gehört. Dass Ballack für lau gehen konnte, hat auch 20 bis 30 Mios gekostet und war Managementversagen. Usw.
Nur, bei der öffentlichen Meinung, da spielt halt auch die Presse eine Rolle. die hält ihm unhinterfragt die Stellung. sowas heißt "Redaktionslinie"., in extremerer Form "Kampagnenjournalismus".
Ja, ich war auch mal Hoeneß Fan, seit er Spieler war. Nur, für jeden kommt mal die Zeit.
U.H hat zweifelsohne Verdienste um den Verein. Ich bin mit Kalle und der Bratwurst aufgewachsen und konnte mir bis zum Sky-Auftritt nicht vorstellen, jemals ein schlechtes Wort über U.H zu verlieren. Mein Bild von U.H hat sich völlig verändert. Wenn man seine Zeit als Manager kritisch hinterfragt, steht am Anfang der 80er die Beinahe-Pleite, die nur durch den Rummenigge-Transfer abgewedet werden konnte. Ende der 80er war die Bratwurst schon wieder Pleite und konnte sich nicht mal mehr die Vertragsverlängerung von Sören Lerby leisten. Für den Boom, der durch die WM 90 ausgelöst wurde, kann U.H nichts. Mittlerweile bin ich der Überzeugung, dass U.H nicht mehr als ein Einäugiger unter lauten Blinden war, wenn man sich vor Augen hält, dass in allen Vereinen nur unfähige (Blinde) Selbstdarsteller am Werk waren. In diesem Umfeld war es ein leichtes als Einäugiger zum König aufzusteigen.
Mit seinem Amoklauf auf Sky hat U.H. unzufriedenen Spielern die Bühne für Querschläger bereitet. Wurde MvB gar insturmentalisiert (ohne, dass Mark das selbst gemerkt hat), um den Rachefeldzug gegen van Gaal auf die Spitze zu treiben? Warum hat man den Vertrag mit MvB nicht verlängert, obwohl er die ganze Hinrunde darum gebettelt hat? (Planungssicherheit für seine EM 2012).
Im Torwart-Land Deutschland wird nun für mehr als 50 Mil. (inkl. 4-Jahresvertrag) ein Tormann geholt, obwohl man den nicht zwingend braucht. Man hatte das grösste deutsche Talent in den eigenen Reihen.
Warum ist eigentlich das Stadion noch nicht bezahlt, obwohl man den TSV 6 Jahre lang ausgenommen hat und 200 Mil von Audi und adidas geflossen sind?
Dies Mär vom Super-Manager U.H. kann man getrost begraben.
In mir hat sich das Bild vom Amoklauf auf Sky und sein hässlicher Gesichtsausdruck auf der L.v. G. Entlassungs-Pk eingebrannt.
Ganz in der Tradition seiner Wurstfabrik, hat er nun den Imbissverkäufer Heynckes gegen den Sternekoch van Gaal eingetauscht.
Bravo, Du Bratwurst!!!
Der Rekordballbesitz war oft null wert unter vG. Das muss mit Tempo gehen, damit Löcher gerissen werden und Lücken für den Pass entstehen.
vG hat die Spieler freilich nicht schlechter gemacht, wie man im ersten Jahr nach den Anfangsschwierigkeiten vor allem in der CL bewundern konnte.
Im strengen Aufgaben- und Planquadratkonzept erschienen mir die Spieler immer lustloser und die Einzelaktionen der pflichtbefreiten Ribery und Robben waren zu leicht durch Doppelung und Härte zu unterbinden. Von der Personalpolitik mit Bommel, Kraft, Lucio und den abgelehnten Verstärkungen mag ich gar nicht reden.
Der Egomane und Sturkopf vG hat bestimmt viel drauf, aber seiner Menschenführung vertraute ich nie und das können nur Spieler und andere Insider wie U. H. beurteilen, daher rede ich nur von meinem Gefühl.
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