Bis zu dieser 85. Minute war tatsächlich alles möglich gewesen. Die Wolfsburger begannen konzentriert, angefangen bei ihrem Torhüter Diego Benaglio, der nicht nur mehrmals glänzend parierte, sondern auch das Spiel schnell machte mit seinen Abwürfen. Von der Bequemlichkeit, die Magath letzte Woche noch ausgemacht hatte, war nichts mehr zu spüren. Dennoch: Leverkusen stand dem Tabellenführer in Sachen Aufbauspiel, Ballsicherheit und Handlungsschnelligkeit in nichts nach. "Und wir hatten die besseren Chancen", reklamierte Bruno Labbadia zurecht.
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Doch die Wolfsburger haben eben Grafite, diesen stets an der Grenze zwischen Wucht und Dreistigkeit agierenden Brasilianer. In der 22. Minute rempelt er den armen Leverkusener Verteidiger Manuel Friedrich zur Seite, kreuzt dann geschickt seinen Weg, fällt... "Stürmerfoul", wertet Labbadia die Szene, stellvertretend für den Großteil der neutralen Betrachter. Elfmeter, entscheidet der Unparteiische Jochen Drees. Grafite tritt selbst an - und trifft (23.).
Dann wogt die Partie in einem Tempo auf und ab, das den zusehenden DFB-Sportdirektor Matthias Sammer an die englische Premier League erinnert. Grafite scheitert an Adler (27.), Dzeko scheitert an Adler (30.), Misimovic zielt knapp vorbei (40.). Adler entgeht einer roten Karte, obwohl er Grafite außerhalb des Strafraums per Bodycheck zu Fall bringt (43.). Dann trifft Leverkusens Kapitän Simon Rolfes die Latte (48.), es beginnt die stärkste Phase der Gäste, schließlich bezwingt Toni Kroos, die Leihgabe vom FC Bayern, als einziger in diesem Spiel Benaglio zum 1:1 (53.). Patrick Helmes hat noch zweimal die Leverkusener Führung auf dem Fuß (62./68.). Doch dann eben die 85. Minute, Zwetschke-Edi-Grafa - und die Entscheidung.
Zehn Siege in Folge, damit haben die Wolfsburger bereits den Gladbacher Ligarekord aus dem Jahr 1987 eingestellt. Sechs Spiele stehen noch aus. Da kommt nun natürlich die Frage nach dem Saisonziel auf. Zum Beispiel, weil er gerade in den Katakomben herumsteht, an den Verteidiger Jan Simunek. "Das Ziel?" Simunek beginnt breit zu grinsen, während er rechts oben unter der Decke auf einen Monitor schielt, der die aktuelle Tabelle anzeigt, Wolfsburg ganz oben, elf Punkte Vorsprung auf den Sechsten Schalke 04.
"Das Ziel ist Platz fünf", sagt Simunek pflichtbewusst. So hat es Felix Magath mit der Mannschaft verabredet. Doch dann schüttelt sich Simunek regelrecht vor Lachen, haha, Platz fünf, den Blick immer noch auf die Tabelle dort oben unter der Decke geheftet.
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(sueddeutsche.de/jüsc)
Ex-Salafist packt aus
Ich bin zugegebenermassen Bayern-Fan. Aber trotzdem kann man nicht sagen: "Bayern wird ganz eindeutig gegenüber Wolfsburg benachteiligt". Schliesslich war auch dem Bayerntor eine Fehlentscheidung vorausgegangen. Man könnte also höchstens sagen: "Der HSV, Hertha und Stuttgart wurden im Meisterschaftrennen klar benachteiligt." Jedoch gibt es nun mal Fehlentscheidungen, die Spiele beeinflussen. Mal sorum, mal andersrum.
Das kann aber kein Persilschein für Schiedrichter sein. Solche Schiedsrichter-Leistungen wie in diesem Spiel sind weit jenseits der Toleranzgrenze.
Und nein, Wolfsburg hat keinesfalls verdient gewonnen.
Eigentlich ist doch hiermit gemeint: "Bayern wird ganz eindeutig gegenüber Wolfsburg benachteiligt" Leverkusen darf doch hier nur den Stellvertreter spielen, würde Wolfsburg nicht auf Platz 1 stehen, wäre diese Diskussion gar nicht erst entstanden...
Und ja, der elfer war ein Witz und genauso die nicht gegebene rote Karte gegen Adler, dennoch hat Wolfsburg verdient gewonnen, die hätten ihre Chancen nur mal besser nutzen sollen...
Leider kann der gute Dr. Drees während des Spiels nicht beim DFB anrufen und fragen was er machen soll, wie damals als er schon mal beim Stand von 0:1 gegen Wolfsburg ein Spiel abgebrochen hat, weil es regnete...
Ich habe selten einen so schwachen und unselbständigen Ref gesehen wie diesen. Vielleicht ruft mal jemand beim DFB an und sagt denen das...
Ja das mit dem Adler war ganz klar eine rote Karte.
Aber das Ganze machts. Witzelfer für Wolfsburg, viele falsche Abseitsentscheidungen gegen Bayer (und zwar nur gegen Bayer) und ein nichtgegebener Elfmeter für Bayer. Da kann man aber auch nicht im Ansatz von gleicher Anzahl Fehler auf beiden Seiten reden. Leverkusen wurde ganz eindeutig benachteiligt.
Dr. Drees hätte einen Adler zwingend mit Rot vom Platz schicken muss. Von Vorteil für die Wolfsburger durch den Schiri, kann also nur bedingt die Rede sein.
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