Grafite prallt, fällt und trifft: Die Spieler des VfL Wolfsburg lachen dank eines 2:1-Erfolgs gegen Leverkusen über die Tabelle - und der Meisterschaft entgegen.
Rudi Völler kam um die Ecke gebogen, das bittersüße Rudi-Völler-Lächeln im Gesicht, und sagte: "Ja, was soll man sagen?" Zu so einem Spiel. Der VfL Wolfsburg als beste Heimmannschaft der Liga gegen Völlers Leverkusener, das Team mit der besten Ausbeute auf fremden Plätzen. Aber eben auch: der Erste gegen den Neunten, der Effizienzmeister aus Niedersachsen gegen die ewig unvollendete Bayer-Elf.
Grafite wird unsanft von René Adler gestoppt. (© Foto: Getty)
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Völler, der Sportdirektor, sagte einfach nur: "Schade!" Das sei heute "schon die Art Fußball" gewesen, "die wir uns vorstellen - auf dem Platz ist kein großer Unterschied zu erkennen zwischen den Wolfsburgern und uns". Auf dem Platz nicht. Aber eben in der Tabelle.
So kommt es, dass Rudi Völler das am Dienstag stattfindende Pokal-Halbfinale gegen den FSV Mainz 05 schon als "wichtigstes Spiel der Saison" bezeichnet: Weil der Weg ins internationale Geschäft über die Bundesliga kaum noch möglich erscheint nach der unglücklichen 1:2-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg am Samstagnachmittag.
Ähnlich äußerte sich Leverkusens Trainer Bruno Labbadia ein paar Meter weiter, im Pressesaal der Wolfsburger Arena: "Was soll man zu so einem Spiel groß sagen", begann er, hilflos mit den Schultern zuckend. "Wir haben sehr gut begonnen, sind dann aus dem Nichts in Rückstand geraten. Wenn man den Spielverlauf sieht, hätten wir hier einen Sieg verdient gehabt. Aber es spricht natürlich für den VfL Wolfsburg, dass er so ein Spiel dann noch gewinnt."
Man lernt schon eine Menge über die wundersame Tabellenführung der Wolfsburger, wenn man ihren Gegnern zuhört. Wie sie wahlweise mit dem Schicksal oder dem Schiedsrichter hadern und Mühe haben, ihre Niederlagen zu akzeptieren. Das furiose Wolfsburger 5:1 gegen den FC Bayern ist schon wieder ein paar Tage her, seither ist der VfL der Klassenprimus der Liga, aber Cheftrainer Felix Magath hat festgestellt, dass "meine junge Mannschaft diesen Platz an der Tabellenspitze nicht kennt und nicht gewohnt ist".
Deshalb "haben wir uns letzte Woche beim 2:1 in Mönchengladbach schwer getan, haben uns heute gegen Leverkusen schwer getan und werden uns auch nächste Woche wieder schwer tun." In Cottbus. Der Abstand auf den FC Bayern hat sich aber trotz der sichtbaren Mühen nicht verringert. Gerade das macht Magaths Wolfsburger für die Konkurrenz so bedrohlich: Dass sie auch gewinnen, wenn sie ihre Gegner nicht dominieren. Oder besser: wenn sie sie nicht über 90 Minuten dominieren.
Denn Szenen, die den VfL Wolfsburg zum legitimen Meisterschaftsanwärter machen, seiner mausgrauen Vergangenheit zum Trotz, gibt es nach wie vor in jedem Spiel, auch in diesem 2:1 gegen Leverkusen wieder. Zvjezdan Misimovic hat die entscheidende Szene am Samstag in der Sprache der Fußballer nacherzählt: "Ich mit dem Kopf zu Edi, der Edi mit dem Körper super zurück zu mir. Ich sehe dann, dass Grafa links startet, spiel' den Pass in den leeren Raum und hoff' natürlich, dass Grafa ihn rein macht."
Das war in der 85. Minute. Und natürlich macht Grafa ihn rein, eiskalt verlädt er den Nationaltorwart René Adler und platziert den Ball im Toreck, zum 2:1-Siegtreffer. "Grafa" heißt eigentlich Grafite, "Edi" heißt Edin Dzeko, und gemeinsam mit dem begnadeten Passgeber Misimovic, genannt "Zwetschke, bilden die Stürmer Grafite (22 Treffer in 19 Spielen) und Dzeko (16/26) seit Monaten das aufsehenerregendste Offensivdreieck der Liga.
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Ich bin zugegebenermassen Bayern-Fan. Aber trotzdem kann man nicht sagen: "Bayern wird ganz eindeutig gegenüber Wolfsburg benachteiligt". Schliesslich war auch dem Bayerntor eine Fehlentscheidung vorausgegangen. Man könnte also höchstens sagen: "Der HSV, Hertha und Stuttgart wurden im Meisterschaftrennen klar benachteiligt." Jedoch gibt es nun mal Fehlentscheidungen, die Spiele beeinflussen. Mal sorum, mal andersrum.
Das kann aber kein Persilschein für Schiedrichter sein. Solche Schiedsrichter-Leistungen wie in diesem Spiel sind weit jenseits der Toleranzgrenze.
Und nein, Wolfsburg hat keinesfalls verdient gewonnen.
Eigentlich ist doch hiermit gemeint: "Bayern wird ganz eindeutig gegenüber Wolfsburg benachteiligt" Leverkusen darf doch hier nur den Stellvertreter spielen, würde Wolfsburg nicht auf Platz 1 stehen, wäre diese Diskussion gar nicht erst entstanden...
Und ja, der elfer war ein Witz und genauso die nicht gegebene rote Karte gegen Adler, dennoch hat Wolfsburg verdient gewonnen, die hätten ihre Chancen nur mal besser nutzen sollen...
Leider kann der gute Dr. Drees während des Spiels nicht beim DFB anrufen und fragen was er machen soll, wie damals als er schon mal beim Stand von 0:1 gegen Wolfsburg ein Spiel abgebrochen hat, weil es regnete...
Ich habe selten einen so schwachen und unselbständigen Ref gesehen wie diesen. Vielleicht ruft mal jemand beim DFB an und sagt denen das...
Ja das mit dem Adler war ganz klar eine rote Karte.
Aber das Ganze machts. Witzelfer für Wolfsburg, viele falsche Abseitsentscheidungen gegen Bayer (und zwar nur gegen Bayer) und ein nichtgegebener Elfmeter für Bayer. Da kann man aber auch nicht im Ansatz von gleicher Anzahl Fehler auf beiden Seiten reden. Leverkusen wurde ganz eindeutig benachteiligt.
Dr. Drees hätte einen Adler zwingend mit Rot vom Platz schicken muss. Von Vorteil für die Wolfsburger durch den Schiri, kann also nur bedingt die Rede sein.
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