Der begabteste Stürmer der Bundesliga hat in München eine interessante Entwicklung. Während seiner kurzzeitigen Bankdrücker-Phase hat er an sich gearbeitet und sein Spiel gegenüber der Stuttgarter Zeit umgestellt. Beim FC Bayern muss er weniger dribbeln, weniger lange Wege gehen - sondern kurz kommen, den Ball prallen lassen und dann schnell den Weg zum kurzen Pfosten suchen. Nur eine Qualität, die ihn beim VfB Stuttgart auszeichnete, ist auch in München gefragt: Tore in entscheidenden Situationen zu schießen.

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Gerade als Miroslav Klose zur Einwechslung bereitstand und bereits die Nummer "33" auf Tafel leuchtete, schoss Gomez noch zum 2:0 ein.

An Gomez lässt sich die Wandlung der gesamten Mannschaft ablesen. Die Offensive mit Gomez, Ivica Olic, Arjen Robben und Thomas Müller gehört in dieser Form wohl zum besten, was Europa zu bieten hat. Bastian Schweinsteiger und Mark van Bommel agieren im defensiven Mittelfeld abgeklärt, kampfstark und doch spielerisch anspruchsvoll. Und auch die Defensive präsentiert sich derzeit - entgegen der Meinung vieler Experten zu Beginn der Spielzeit - inzwischen sattelfest und sogar mit Akzentuierung im Offensivspiel.

Daniel van Buyten schoss erneut ein wichtiges Tor, Philipp Lahm inszenierte gemeinsam mit dem dritten Torschützen Robben auf der rechten Seite zahlreiche gefährliche Angriffe.

Diese Elf offenbart derzeit kaum Schwächen - und sie muss auch keine Angst haben, wenn ein Spieler ausfallen sollte. Die Ersatzspieler heißen nicht wie noch vor einem Jahr Ottl, Lell, Schlaudraff oder Sosa, sondern Ribéry, Klose oder Timoschtschuk.

Die Bankdrücker geben sich einsichtig. Zur Situation von Ribéry sagt Mario Gomez: "Wir freuen uns alle, dass er fit ist, weil er einer der besten Spieler der Welt ist. Wer spielt, entscheidet der Trainer." Dieser Trainer feierte fröhlich mit Gomez nach dessen Auswechslung, er feixte mit Robben nach dessen Freistoßtreffer und gab der Mannschaft bis zum Mittwoch frei. "Das war unabhängig vom Ergebnis", betonte Louis van Gaal.

Beim FC Bayern ist offenbar etwas zusammengewachsen, von dem man Mitte der Hinserie dachte, es könnte in gegesätzliche Richtungen metastasieren. Da präsentiert sich derzeit eine Elf, die in der Bundesliga wahrlich nur schwer zu bezwingen sein wird. Und auch auf europäischem Parkett kann diese Mannschaft bestehen. Allerdings hat sueddeutsche.de durch intensive Rercherchen herausgefunden, dass in der Champions League im Gegensatz zur Bundesliga noch 15 andere Mannschaften den Titel gewinnen können.

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(sueddeutsche.de/jja)