Von Jürgen Schmieder

Nach dem 3:0 gegen Mainz 05 offenbaren die Münchner einen Bundesliga-Skandal: Der FC Bayern hält den FC Bayern für den einzigen Gegner im Titelrennen.

Ein Skandal droht die Bundesliga zu erschüttern. Nicht einmal die investigativen Sportreporter konnten ihn bislang aufdecken - wahrscheinlich deshalb, weil die Winterpause so kurz war oder es weil er sich gar so offensichtlich gestaltet. Der FC Bayern hat nun Selbstanzeige erstattet, pikanterweise auch noch in aller Öffentlichkeit nach dem 3:0-Sieg gegen Mainz 05.

Daniel van Buyten FC Bayern, ap

Daniel van Buyten beim Torjubel: "Unser größter Gegner sind wir selbst." (© Foto: ap)

Anzeige

Der Skandal besteht darin, dass kurzerhand 17 Mannschaften aus der Bundesliga entfernt wurden und die Münchner damit quasi als Deutscher Meister 2010 feststehen.

"Unser größter Gegner sind wir selbst", sagen Torschütze Daniel van Buyten und Trainer Louis van Gaal unisono. Kapitän Mark van Bommel ergänzt: "Wir können uns nur selbst schlagen." In den 90 Minuten zuvor hatte sich der Skandal, dass der FC Bayern der einzige Gegner des FC Bayern sein könnte, bereits angedeutet. Die Überlegenheit der Münchner war nicht beeindruckend, sondern beängstigend.

Das Schussverhältnis lautete bereits zur Halbzeit 21:1, obgleich es nach Toren noch 0:0 stand. Am Ende des Spiels konnte der FC Bayern eine Ballbesitzquote von 65 Prozent vorweisen - wobei nicht wenige der Meinung waren, dass Mainz nur deshalb auf 35 Prozent kam, weil die Statistiker wohl die Schneeräumpause Mitte der zweiten Halbzeit wohlwollend als Mainzer Ballbesitz werteten. Torwart Heinz Müller hielt währenddessen den Ball in seinen Händen.

Es war eine formidable Leistung, die der FC Bayern an diesem Samstag zeigte, Trainer Louis van Gaal stilisierte sie gar zur "besten Heimleistung in dieser Spielzeit". Es war der dritte ansehnliche Auftritt nach der Winterpause.

Zuvor hatte Leverkusens Trainer Jupp Heynckes ob der Serie am Ende der Hinrunde über die Qualität der Gegner gelästert, nun bleibt festzustellen: Die Münchner haben Hoffenheim ausgespielt, Werder Bremen dominiert und nun Mainz 05 auf schwierigem Geläuf eindeutig besiegt.

"Wenn der FC Bayern seine Leistung abrufen kann, dann haben wir keine Chance", sagte Mainz-Trainer Thomas Tuchel schon vor dem Spiel. Danach sagte er nur kurz: "Wir hatten keine Chance, Gratulation an den Gegner."

Beim FC Bayern hat sich die Mannschaft nach dem holprigen Saisonstart nicht nur zusammengerauft, sie hat sich zusammengespielt. "Wir hatten am Anfang Probleme, weil eben der eine oder andere Laufweg nicht gepasst hat oder da plötzlich ein Pass kam, mit dem man nicht gerechnet hat", sagt Mario Gomez. Er redet über die gesamte Mannschaft, meint aber offensichtlich vor allem sich selbst.

Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite

  1. Sie lesen jetzt Skandal um den FC Bayern
  2. Seite 2
Leser empfehlen