Nach der 1:5-Pleite des Hamburger SV in Hoffenheim wird die Luft für Trainer Bruno Labbadia immer dünner. Der SC Freiburg landet einen Big Point im Abstiegskampf.
Der SC Freiburg hat die Schwäche der Konkurrenz genutzt und einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga gemacht. Während alle anderen Abstiegskandidaten am 32. Spieltag Niederlagen einstecken mussten, setzte sich der Aufsteiger 1:0 (1:0) gegen den entthronten deutschen Meister VfL Wolfsburg durch und kletterte mit 31 Punkten auf den 14. Tabellenplatz. Cedric Makiadi (38.) traf gegen seinem ehemaligen Klub aus Wolfsburg, der damit seine Hoffnungen auf einen Platz in der Europa League begraben konnte.
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HSV-Trainer Bruno Labbadia stehen nach dem 1:5 in Hoffenheim schwere Zeiten bevor. (© Foto: getty)
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Vor 22.700 Zuschauern bestimmten die Freiburger in der Anfangsphase die Begegnung. Die Gastgeber konnten durch hohe Laufbereitschaft und gutes Zweikampfverhalten überzeugen. Die Wolfsburger, die ohne ihren verletzten Spielmacher Zvjezdan Misimovic (Wadenzerrung) auskommen mussten, waren weitgehend in der Defensive beschäftigt.
VfL verschläft erste Halbzeit
Trotz ihrer Überlegenheit konnten sich die Freiburger zunächst keine klaren Tormöglichkeiten erarbeiten. Lediglich Weitschüsse und Freistöße sorgten für ein wenig Gefahr vor dem Tor der Niedersachsen, die angeblich neben Arne Friedrich auch Christoph Metzelder verpflichten wollen und bei denen der Franzose Gerard Houllier in der kommenden Saison auf der Trainerbank sitzen soll. Obwohl der VfL nach knapp 20 Minuten etwas besser ins Spiel kam, verbuchten die Freiburger in dieser Phase die erste hochkarätige Chance durch einen Kopfball von Johannes Flum (23.). Im Anschluss an diese Szene verflachte das Spiel, Strafraumszenen waren Mangelware. Von den Wolfsburger Stürmerstars Edin Dzeko und Grafite war so gut wie nichts zu sehen.
Gegen Ende der ersten Hälfte belohnten sich die Freiburger mit der Führung für ihre Bemühungen. Beim dritten Saisontor des Kongolesen Makiadi sah der Schweizer VfL-Torwart Diego Benaglio allerdings nicht sonderlich gut aus. Kurz nach dem Seitenwechsel vergab der Senegalese Papiss Cisse die Chance zum Ausbau des Vorsprungs (48.). Danach übernahmen die Gäste das Kommando auf dem Platz. Richtig gefährlich wurden die Wolfsburger aber zunächst nicht. Grafite gab erst nach einer Stunde einen ersten Warnschuss ab.
Die Freiburger versuchten, das Ergebnis über die Zeit zu bringen und starteten nur noch gelegentliche Entlastungsangriffe. In der 68. Minute hatten die Gastgeber großes Glück, als Grafite freistehend nur einen kläglichen Abschluss zustande brachte. Im Gegenzug machte es Jonathan Jäger auch nicht besser (69.). In der 72. Minute verlangten die Gastgeber nach einem angeblichen Foul an Jäger vehement einen Strafstoß.
Hamburg desolat
Unterdessen herrscht beim Hamburger SV großer Frust. Die Mannschaft hilflos, der Boss fast sprachlos und der Coach wohl bald vertragslos: Nach dem 1:5 (0:3)-Debakel in Hoffenheim droht dem Hamburger SV in der kommenden Saison die Zuschauerrolle auf europäischer Bühne und Trainer Bruno Labbadia das Aus. Vier Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Europa League beim FC Fulham vermied HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann unter dem Eindruck des desaströsen Auftritts ein klares Bekenntnis zur Zukunft von Labbadia.
"Wir werden gemeinsam mit dem Trainer alle Maßnahmen diskutieren, wie wir uns am Donnerstag aufstellen können, um eine bessere Leistung auf den Platz zu bringen. Mehr ist dazu momentan nicht zu sagen", erklärte Hoffmann. Durch die höchste Saisonniederlage ist der Bundesligazug nach Europa für die Hanseaten zwei Spieltage vor Saisonende bei fünf Punkten Rückstand auf Platz sechs abgefahren. "Jeder Spieler hat sich mit dieser desaströsen Leistung selbst geschadet", kritisierte Hoffmann. "Ich habe nicht gedacht, dass es einmal so schlimm werden könnte."
"Wir haben die letzte Chance auf die Europa League verspielt - in einer Art und Weise, wie wir uns in dieser Saison noch nicht präsentiert haben. Es war eine desolate Leistung. Ich bin sehr, sehr enttäuscht, wie wir aufgetreten sind", sagte Labbadia. Zu seiner Zukunft wollte sich der 44-Jährige nicht direkt äußern. "So eine Situation wünscht man sich als Trainer nicht", sagte er aber. "Das ist ein bitterer Moment." Dagegen war Trainerkollege Ralf Rangnick nach dem Ende der Hoffenheimer Negativserie von sieben sieglosen Spielen glücklich und erleichtert. "Das tut unheimlich gut. Das war heute auch für die Fans ein guter Tag. Natürlich haben uns die zwei frühen Tore gut getan. Ich glaube, wir haben heute in einem Spiel so viele Tore geschossen wie in den letzten sechs, sieben Spielen nicht", meinte Rangnick.
Doppelpack von Ibisevic
Vor 30.150 Zuschauern sorgten Vedad Ibisevic in der 2. und 11. Minute und Chinedu Obasi (31./72.) jeweils mit einem Doppelpack sowie Sejad Salihovic (77.) für den verdienten Erfolg. Für den HSV traf Robert Tesche (65.). Mit der Rückkehr zum Spaß-Fußball bereiteten die Kraichgauer ihrem Mäzen Dietmar Hopp ein vorzeitiges Geschenk zu dessen 70. Geburtstag an diesem Montag. "Heute sind sehr schöne Erinnerungen wach geworden. Es war ein tolles Geschenk", sagte Hopp gerührt. Er will mit Manager Jan Schindelmeiser und Coach Rangnick noch viele schöne Siege erleben: "Ja, wir machen mit beiden weiter." Der HSV präsentierte sich in einem katastrophalen Zustand. Zu allem Überfluss sah der in der 56. Minute eingewechselte Tolgay Arslan kurz vor Schluss wegen groben Foulspiels die Rote Karte. "Das war kein grobes Foul und keine Absicht", verteidigte sich der Sünder.
Der Auftritt des Gastgebers in Hälfte eins erinnerte an die Gala in der Vorsaison, als der damalige Aufsteiger den Bundesliga-Dino mit 3:0 besiegt hatte. "Hinten nix, in der Mitte nix und vorne nix - macht 0:3", kommentierte Hoffmann zur Pause im Fernsehsender Sky den teilweise lustlos wirkenden Auftritt der Gäste. Die luden den Gegner mit haarsträubenden Fehlern förmlich zum Toreschießen ein. Schon nach 78 Sekunden patzte Joris Mathijsen gegen Ibisevic, der das Geschenk dankend annahm. Neun Minuten später war der bosnische Stürmer bei einer Flanke von Andreas Beck mit dem Kopf erneut zur Stelle und erhöhte sein Trefferkonto auf zwölf. Auch beim dritten Gegentor von Obasi, der nach Vorarbeit von Christian Eichner nur noch einzuschieben brauchte, sah die HSV-Abwehr alt aus. Auch nach dem Wechsel dominierte Hoffenheim nach Belieben und blieb stets Herr im eigenen Haus.
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(sueddeutsche.de/sid/dpa/jbe)
Ex-Salafist packt aus
Wahrscheinlich wurde Labbadia wegen der Fünf-Jahreswertung von den Italienern gekauft... ;-)
Spätestens seit Klinsmann glaube ich, dass eine Mannschaft dafür sorgen will, dass ein Trainer entlassen wird. Wogegen natürlich spricht, dass die Spieler sich ihre Optionen für die kommende Saison auch selbst verderben.
Ein Trainerwechsel so kurz vor Ende der Saison scheint ja wenig sinnvoll, aber im Fall HSV, mit der immerhin noch vorhandenen Chance in das Finale der EL einzuziehen, vielleicht doch eine Notfallmaßnahme. Denn wenn sich in der EL auch nicht viel Geld verdienen lässt, so ist es doch für den Ruf des Vereins wichtig, nicht am Ende mit völlig leeren Händen dazustehen.
Ich bin kein Fan des HSV und habe nur einen oberflächlichen Eindruck von dem, was da geschieht. Wenn jedoch die nächsten Spiele auch so oder ähnlich laufen, dann wäre mein Eindruck: unfähiger Trainer, unrealistische Erwartungen des Vereins, schlechte Nerven der Spieler und vor allem unfähiges Management.