Bundesliga: 24. Spieltag Die schwarz-gelbe Gefahr

Die Bayern sind zunehmend nervös und bangen um die Teilnahme an der Champions League. Doch zu der kurzfristigen Sorge gesellt sich eine weitere Gefahr: Denn in Dortmund reift erstmals seit Jahren ein dauerhafter Rivale heran.

Ein Kommentar von Klaus Hoeltzenbein

Am 13. März hätten die Dortmunder Zeit. Am Tag zuvor spielen sie noch in Hoffenheim, das liegt auf dem Weg nach Stuttgart, wo an jenem 13. März das Finale einer "Meisterschaft im Debattieren" ausgeschrieben ist. Ausrichter ist der Verband der Debattierclubs an Hochschulen (VDCH), und auch wenn die Dortmunder Elf, die den FC Bayern besiegte, mit 22,3 Jahren im Schnitt jünger sein dürfte als die deutsche Studentenschaft insgesamt, so würden sie wohl doch ihren Altmeister in den Ring schicken.

Hans-Joachim Watzke, 51, der BVB-Geschäftsführer, hat nämlich ein Tabu gebrochen und einen Kurswechsel verkündet: "Wir befinden uns an einem Punkt, an dem wir sagen können: Wir können und wollen Meister werden!" Im Gegenschnitt dazu hat Christian Nerlinger, der Münchner Sportdirektor, gestanden: "Das ist jetzt eine ganz gefährliche Situation für uns."

Um die Gefahr für den FC Bayern in Gänze zu begreifen, muss vieles einbezogen werden. Zum Beispiel, dass das Champions-League-Finale 2012 in München stattfindet. Sollten die Bayern, derzeit Vierter, jedoch auch am Samstag in Hannover, derzeit Dritter, verlieren, hätten sie bereits fünf Punkte Rückstand auf jenen Platz, der die Chance zur Champions-League-Qualifikation erhält.

Über eine verpasste Qualifikation könnte den Klub auch das Startrecht fürs DFB-Pokalfinale, das am Mittwoch gegen Schalke vergeben wird, kaum trösten; ebenso wenig wie der Vorstoß ins Champions-League-Viertelfinale 2011, der gegen Inter Mailand möglich ist. Denn falls die Qualifikation für 2012 bedroht ist, hat Bayern-Präsident Uli Hoeneß unlängst erklärt, werde er nervös, weshalb an Jürgen Klinsmann, den van-Gaal-Vorvorgänger, erinnert werden muss, der in einer ähnlicher Gefahrenlage vorzeitig gehen musste.

Dies ist das kurzfristige Szenario, langfristig kommt ein weiteres, kommen diese Dortmunder hinzu. Denn anders als frühere Meisterteams wie Bremen (2004), Stuttgart (2007) oder Wolfsburg (2009) sind die Borussen auf die Zukunft vorbereitet. Diese Elf wird nicht auseinanderfallen, die Verträge der Profis sind auf Jahre geschnürt, ebenso der Kontrakt des Trainers.

In Dortmund hoffen sie jetzt auf eine Ära wie in den neunziger Jahren, die mit dem Champions-League-Gewinn 1997 gekrönt wurde. Zur Erinnerung: Das Endspiel fand damals in München statt. Die Münchner brauchten einige Rhetorik-Seminare, wenn sie den (höchst unwahrscheinlichen) Fall erklären müssten, warum sich die Geschichte in ihrem eigenen Haus wiederholt.

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