Das B-Team des FC Bayern erkämpft sich beim Hamburger SV ein 0:0, das die Münchner unterschiedlich bewerten. In einer ausgeglichenen Partie hätte die van Gaal-Elf am Ende sogar als Verlierer vom Platz gehen können.
Angst und Schrecken verbreitete der FC Bayern noch einmal kurz vor Schluss, zumindest die jugendlichen Balljungen in der Hamburger Arena schauten eingeschüchtert auf Ivica Olic. Der Münchner Stürmer trug eine Gesichtsmaske, als wolle er für das aktuelle Halloween-Geschäft des Vereins werben. Der Kroate hat halt gerade einen Nasenbeinbruch hinter sich, erstmals stand er wieder im dünnen Kader von Trainer Louis van Gaal, der mit dieser späten Einwechslung ein paar Sekunden gewinnen wollte. Olic musste dann jedoch nicht mehr eingreifen, am Ende hielt das 0:0 im Kampfspiel beim HSV.
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Eine von zwei großen HSV-Chancen: Trochowski scheitert aus kurzer Distanz an Bayern-Keeper Butt. (© AFP)
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Ob die personell angeschlagenen Gäste mit diesem verdienten Punkt gut oder nicht so gut leben können, war am Ende eine spannende Frage. "Ich hatte das Gefühl, dass mehr drin war in diesem Spiel", sagte Trainer Louis van Gaal, "der HSV war in den letzten 15 Minuten körperlich kaputt." Philipp Lahm hatte "eine ordentliche Leistung" gesehen und eine "etwas defensivere Taktik als sonst, die eigentlich auch gut aufgegangen ist". Andererseits vermisste er "bessere Konter im letzten Drittel des Spielfelds". So waren die Bayern in ihrem Urteil am Ende entschieden unentschieden. "Denn wir hätten natürlich auch noch verlieren können", meinte van Gaal und bezog sich auf den Pfostenschuss des HSV-Spielers Jonathan Pitroipa kurz vor Schluss.
Vor dem Spiel hatte der Bayern-Trainer geradezu Ungeheuerliches ausgesprochen. Zum einen verkündete der eigentlich prinzipientreue Sportlehrer, künftig zähle wegen des Punktestands nicht mehr die B-Note, sondern nur noch das Resultat. Zum anderen orakelte van Gaal, es sei durchaus "möglich, dass wir verlieren". Die Option einer Niederlage vorab einzubeziehen in den Lauf der Welt, hat das jemals ein Bayern-Trainer gewagt?
Weltmeister im Ballbesitz
Was auch immer der Trainer mit dieser Strategie des Duckens und Kleinredens im Sinne hatte - seine Spieler hielten sich anfangs tadellos an die Maßgabe. Die Bayern sind ja amtierende Weltmeister in der Kategorie Ballbesitz, aber zunächst tarnten sie sich als graumäusige B-Elf eines Rekordmeisters, die dem Gegner mittels fahriger Spieleröffnung die Initiative überließ. Was die Gäste wirklich im Sinn hatten, erkannten die Hamburger dann aber sicher rasch, denn Müller und Gomez besaßen bei den ersten Tempogegenstößen erstklassige Schusschancen. Müller scheiterte jedoch mit seinem Versuch aus vollem Lauf an Rost (15.) und Gomez nach Müllers Querpass am Talent seines linken Fußes (19.).
Der heftig angefeuerte HSV kam dagegen trotz leichten Übergewichts kaum mit seinem Kombinationsspiel in Strafraumnähe. Einem Schuss von Guerrero (13.) ging ein Querschläger voraus und dem ersten Einsatz von Butt eine Einzelleistung des Volkstribun van Nistelrooy (21.). Erst nach einer halben Stunde wankte das Münchner Abwehrgerüst um den sehr aufmerksamen Aushilfs-Verteidiger Timoschtschuk bedenklich, als der Feinmechaniker Zé Roberto Richtung Strafraum dribbelte und Pitroipa mitnahm. Dessen Hereingabe entschärfte Pranjic in höchster Not vor dem Tor.
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