Bundesliga So klappt's mit der Gelbsperre gegen Bayern

Zlatko Junuzovic hat es geschafft: Er darf das Spiel gegen die Bayern aussetzen.

(Foto: dpa)

Handstand, Schiedsrichter-Kuss, Ball verstecken: Es gibt kuriose Wege, sich eine Verwarnung abzuholen. Jetzt sind die Kölner dran.

Glosse von Jonas Beckenkamp

Der Kölner Trainer Peter Stöger hätte einen Fehler begangen, wenn er dem Express einfach so die Wahrheit gesagt hätte. Die Wahrheit zu sagen, das weiß die Bundesliga seit dem Geständnis von Zlatko Junuzovic, bringt einem nur Ärger ein. "Wir sind nicht in der Situation, irgendetwas abzuschenken", erklärte Stöger nun in der Zeitung, und verneinte damit die Frage nach dem sogenannten "Gelb-Auftrag" an seine Jungs - ein Auftrag, dem der Bremer Junuzovic bekanntlich im Spiel gegen Hannover 96 Sorge trug, als er einen Freistoß so lange verzögerte, bis er seine fünfte Gelbe Karte sah.

Er wollte sich das Auswärtsspiel beim FC Bayern ersparen, denn da verliert man ja eh nur. Stögers Beteuerung in allen Ehren, aber sie ist natürlich Kölner Kokolores. Selbstverständlich sollen in der Partie des 1. FC Köln in Hannover (Samstag 15:30 Uhr, Liveticker bei SZ.de) die mit je vier Gelben Karten vorbelasteten Kevin Vogt und Anthony Modeste ihre fünfte Verwarnung sehen. Schließlich erwarten die Kölner am darauffolgenden Wochenende: die Bayern. Dem Rechercheverbund "De jelbe Höhner", dem Arbeitskreis "Gelb vor Rot" und der SZ liegen Handreichungen an die Spieler vom Geißbockheim vor.

Fünf Wege zur absichtlich erwirkten gelben Karte.

1. Schabernack mit dem Trikot

Warum sich Spieler beim Torjubel ständig das Leibchen vom Körper reißen, haben führende Fußball-Psychologen noch nicht ergründet. Fest steht aber, dass zahlreiche Profis einen Hang zum Nackigmachen (Ronaldo!) tief in sich tragen. Diese Praktik ist ein Klassiker. Vermutlich rissen sich schon beim Kick in der Steinzeit die Neandertaler den Lendenschutz vom Rumpf, wenn sie ihr Spielgerät ins Ziel geschossen hatten.

Zu empfehlen wäre den Herren Vogt und Modeste also in erster Linie einmal, ein Tor zu schießen. Das erleichtert vieles. Oder aber sie machen es wie der Norweger Jan Gunnar Solli vom schwedischen Klub Hammarby IF: Der versteckte beim Spiel gegen Degerfors einen hochspringenden Ball unter seinem Trikot. Warum? Darum!

2. Gelb fordern für den Gegner

Eine Unsitte, und deswegen natürlich eine Spitzenoption für Gelb-Provozierer. Wenn der Gegenspieler wieder mal besonders gut in den Zweikampf gekommen ist, empfiehlt sich ausgiebiges Herumwälzen auf dem Rasen. Der Schmerz muss anschließend in Gezeter umschlagen, am besten garniert mit der international geläufigen Zupfgeste Richtung Brusttasche: Dort steckt beim Schiri der "Kartongg" und den möge jetzt bitteschön schleunigst dieser Grätschenmetzger sehen!

Also, aufgepasst, Kevin Vogt und Anthony Modeste: Wer penetrant genug den Gegner anschwärzt, kriegt in der Regel selber Gelb. In abgewandelter Form erlebte dies sogar ein Großer wie Michael Ballack. Während seiner Chelsea-Zeit beschwerte er sich einst so lange über die nahstehende Freistoßmauer des FC Everton, bis er schließlich selbst mit Gelb zum Angeschmierten wurde.

3. Ziehen, zerren, zupfen

Kann eigentlich jeder, will aber auch gelernt sein. Soll ja immer noch Spieler geben, die den sogenannten "Textilcheck" im eigenen Sechzehner verüben und damit einen Elfmeter riskieren. Da können die Kölner Vogt und Modeste gerne mal beim Kollegen Dominic Maroh nachfragen, wie es nicht geht. Der Abwehrspieler vergriff sich zuletzt im Heimspiel gegen Schalke und verursachte einen Elfmeter. Wer sich geräuschlos Gelb erfummeln will, sollte demnach lieber im Mittelfeld Hand anlegen. Ein Grapscher hier, ein Schubser da, idealerweise vor den Augen des Schiedsrichters - und schon klappt es mit Gelb. Wenn gar nichts mehr hilft, die Nummer einfach wie ein "Verheddern" aussehen lassen. Das beherzigte schon der legendäre Zupacker Didier Drogba.