Nur zwei Spiele sind am Wochenende von Bedeutung. Die aber haben es in sich. Es geht um Abstieg und Champions League.

Die meisten Entscheidungen sind gefallen, doch am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga ist noch an zwei Schauplätzen Hochspannung garantiert. Die wichtigste offene Frage lautet: Wer muss neben dem MSV Duisburg und dem 1. FC Köln den schweren Gang in die 2. Liga antreten? Die Dramaturgie des Spielplans bescherte den Protagonisten VfL Wolfsburg und 1. FC Kaiserslautern am Samstag ein Abstiegs-Finale in der ausverkauften VfL-Arena. Dem Gastgeber und Tabellen-15. würde bereits ein Unentschieden gegen die um einen Punkt schlechteren Pfälzer genügen, um den erstmaligen Absturz aus der Eliteliga zu verhindern.

Endspiel oben, Endspiel unten!

Nur einer bleibt drin: Klaus Augenthaler oder Wolfgang Wolf. (© Foto: dpa)

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Pikanterweise könnte ausgerechnet der jetzige Lautern-Trainer Wolfgang Wolf seinen ehemaligen Club ins Verderben stürzen. Während sich VfL-Coach Klaus Augenthaler um das Nervenkostüm seiner Spieler sorgt, gibt man sich bei den zum Siegen verdammten Pfälzern betont gelassen. "Es ist ja nicht unser erstes Endspiel. Für uns ist die Situation seit Wochen so, dass es bei einer Niederlage vorbei sein könnte", sagte Wolf. Auch Torjäger Halil Altintop gibt sich vor seinem letzten Auftritt im Lauterer Dress sehr optimistisch. "Wir haben zuletzt bewiesen, dass wir mit Druck umgehen können. Mental sind wir im Vorteil", sagte der künftige Schalker.

"Wir sind in einer Situation, in die wir nie kommen wollten", gab Augenthaler zu. Der VfL-Coach, dessen Vertrag nur für die Erste Liga gilt, stellt seine eigenen Zukunftspläne erstmal hinten an. "Ich konzentriere mich voll auf das Spiel", sagte Augenthaler, der wieder auf das Sturmduo Mike Hanke/Diego Klimowicz bauen kann, jedoch den verletzten Kevin Hofland ersetzen muss. Der Kapitän muss auf der Tribüne mitzittern und drückt den Kollegen die Daumen: "Wir haben es selbst in der Hand. Alle brennen und sind fit."

Endspiel-Stimmung herrscht auch in der AOL-Arena, wo der Hamburger SV gegen Verfolger Werder Bremen den zum direkten Einzug in die Champions League berechtigenden Platz zwei auch ohne Regisseur Rafael van der Vaart verteidigen will. Der Niederländer musste seine Hoffnung auf ein Kurz-Comeback begraben, dafür kehrt Daniel van Buyten zurück in die Elf. Trainer Thomas Doll glaubt fest an ein Happy End. "Es ist ein echtes Endspiel, bei dem jeder Spieler an und über seine Schmerzgrenze hinaus gehen wird."

Betont gelassen gibt sich Werder-Coach Thomas Schaaf: "Es gibt kein Nervenflattern." Sportdirektor Klaus Allofs sieht das eigene Team "psychologisch leicht im Vorteil" und den größeren Druck beim Konkurrenten: "Der HSV kann den zweiten Platz verlieren, wir können nur noch dazu gewinnen."

Die beiden Duelle stellen alle anderen Spiele in den Schatten. Hertha BSC genügt beim 1. FC Nürnberg schon ein Punkt, um sich endgültig für den UI-Cup zu qualifizieren und sich das Hintertürchen für den UEFA-Pokal zu öffnen. Dann würde dem stark ersatzgeschwächten Team von Borussia Dortmund selbst ein hoher Sieg bei Meister Bayern München nichts mehr nützen, an den ohnehin niemand glaubt. Schon gar nicht Bayern-Coach Felix Magath, der den Fans nach Double-Feierlichkeiten einen weiteren schönen Nachmittag verspricht: "Wir wollen den Zuschauern noch einmal etwas bieten."

Mehr als mit dem Gegner beschäftigen sich die Münchner mit der großen Party nach dem Abpfiff. Liga-Präsident Werner Hackmann und DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder werden in der Allianz-Arena die Meisterschale überreichen. Dann folgt die traditionelle Titelfeier auf dem Marienplatz. Besonders der scheidende Michael Ballack fiebert seinem letzten Auftritt auf dem Rathausbalkon entgegen. "Ich freue mich auf eine schöne Feier."

Neben Ballack verabschieden sich viele andere Profis von ihren Clubs oder ganz aus der Bundesliga. Nicht nur die beiden Bayern-Profis Bixente Lizarazu und Jens Jeremies beenden ihre Karriere. Beim FC Schalke 04 werden Tomasz Waldoch und Publikumsliebling Ebbe Sand nach sieben Jahren aufhören. Und auch das Kölner Publikum wird seinen Liebling Lukas Podolski beim Spiel gegen Arminia Bielefeld wohl zum letzten Mal im Geißbock-Dress sehen. Der Nationalstürmer will sich die 2. Liga nicht mehr antun und hofft auf eine schnelle Einigung seines Wunschclubs Bayern München mit den FC-Verantwortlichen.

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(dpa)