Bundesliga Sandro Wagner: Fußballer verdienen teilweise zu wenig

Sandro Wagner während des Bundesligaspiels gegen den FC Ingolstadt vergangene Woche.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Man solle von der "Neid-Kultur" wegkommen, fordert Darmstadts Stürmer. Angelique Kerber und Laura Siegemund stehen in Stuttgart im Halbfinale. FC Bayern veranstaltet keine Feier, falls der Klub am Samstag Meister wird.

Bundesliga, Sandro Wagner: Stürmer Sandro Wagner vom SV Darmstadt 98 empfindet die Gehälter der Bundesligaprofis nicht als zu hoch, sondern eher als zu gering. Die Spieler in der deutschen Eliteliga verdienten "angemessen oder teilweise eher zu wenig", urteilte Wagner in einem Interview der Bild-Zeitung. Der enorme öffentliche Druck rechtfertige das viele Geld, sagte der 28-Jährige. "Gemessen an all dem, was man aufgibt, finde ich, dass auch die bei Bayern zu wenig verdienen - selbst 12 Millionen oder so. Die Profis in den amerikanischen Ligen bekommen auch deutlich mehr."

Wer als Fußballer erfolgreich werden wolle, müsse seine "komplette Jugend" herschenken. "Du hast kaum Freunde in der Jugend, kannst nicht einfach in die Disco abends. Da musst du fit sein, da hast du Spiele." Jeder später verdiente Euro sei daher "verdient", sagte Wagner, der auch kein Problem mit protzigen Auftritten seiner Kollegen hat. "Wir sollten auch mal von dieser Neid-Kultur wegkommen in ganz Deutschland", kommentierte er. "In England zum Beispiel feiern die Fans, wenn du mit einem geilen Auto kommst. Wenn du bei uns ein gutes Auto hast, musst du es fünf Ecken weiter parken, damit keiner neidisch ist." Das finde er "lächerlich".

Tennis: Topfavoritin Angelique Kerber und Qualifikantin Laura Siegemund sind beim Tennis-Turnier in Stuttgart ins Halbfinale gestürmt. Kerber setzte sich am Freitag mit einer beeindruckend souveränen Leistung gegen Carla Suárez Navarro aus Spanien mit 6:2, 6:4 durch. Siegemund setzte ihren bemerkenswerten Siegeszug auch gegen die Weltranglisten-Achte Roberta Vinci aus Italien fort und steht nach dem 6:1, 6:4 erstmals in ihrer Karriere bei einem WTA-Event in der Vorschlussrunde.

Dort trifft Kerber an diesem Samstag (13.30 Uhr/SWR) auf Petra Kvitova aus Tschechien. Siegemund bekommt es ab 18.00 Uhr mit der an Nummer eins gesetzten Polin Agnieszka Radwanska zu tun.

"Es war unglaublich", sagte Siegemund nach ihrem überraschenden Sieg in 76 Minuten. "Ich war etwas platt im zweiten Satz, aber ihr habt mich getragen", sagte die unweit von Stuttgart in Metzingen lebende Senkrechtstarterin an die begeisterten Zuschauer gerichtet.

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FC Bayern: Der Klub wird am Samstag auch im Falle des vierten deutschen Meistertitels in Serie nicht feiern. "Nein, nein", antwortete Trainer Pep Guardiola vor der Partie bei Hertha BSC auf eine entsprechende Frage. Die Münchner wären vorzeitig zum 26. Mal Meister, wenn sie am Samstag in Berlin gewinnen und Verfolger Dortmund gleichzeitig in Stuttgart verliert. Es sei "nichts geplant", betonte auch Mediendirektor Markus Hörwick. Der Fokus liege vielmehr auf der Vorbereitung für das Halbfinal-Hinspiel am Mittwoch in der Champions League bei Atlético Madrid.

Die obligatorische Münchner Titelfeier auf dem Rathausbalkon am Marienplatz wird es erst nach der Saison geben. Wann dies sein wird, hängt davon ab, ob die Bayern am 28. Mai das Finale der Königsklasse in Mailand erreichen. Das Pokal-Finale in Berlin findet am 21. Mai statt. Die Bundesliga endet am 14. Mai.

FC Bayern: Jérôme Boateng hofft nach seiner monatelangen Verletzungspause weiter auf ein Comeback im Champions-League-Halbfinale des FC Bayern bei Atletico Madrid am Mittwoch. "Das ist ein Ziel. Aber ich muss schauen, ob es wirklich geht. Ich will kein Risiko eingehen", sagte der 27 Jahre Abwehrspieler des deutschen Rekordmeisters der Bild-Zeitung. Derzeit sehe er sich bei 90 Prozent seines Leistungsvermögens.

Boateng hatte sich Ende Januar einen Muskelriss im Adduktorenbereich zugezogen. Bundestrainer Joachim Löw hatte mit Blick auf die EM in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) zuletzt die Hoffnung geäußert, "dass der FC Bayern ihn nicht überschnell wieder in den Wettkampf wirft, denn nach so einer langen Verletzung muss man auch ein bisschen behutsam vorgehen".

Doping: Rund einen Monat nach Berichten über möglicherweise vertuschte Dopingproben im chinesischen Schwimmsport ist das Anti-Doping-Labor in Peking suspendiert worden. Das entschied die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und forderte das Labor zu fünf Maßnahmen auf, um den internationalen Standard wieder zu erlangen. Die Suspendierung ist auf maximal vier Monate angelegt.

Im März hatte die britische Zeitung The Times über vertuschte Proben in China berichtet. Daraufhin bestätigte Chinas Anti-Doping-Agentur sechs positive Dopingtests bei chinesischen Schwimmern, wies aber die Vorwürfe der Vertuschung als "falsch" zurück. Erst in der vergangenen Woche hatte die WADA die Labore in Moskau und Lissabon suspendiert.