Gladbach gewinnt die hart umkämpfte erste Partie in der Relegation zur Bundesliga gegen Bochum durch ein Tor in der 93. Minute. Während die Gladbacher feiern, schimpften die Bochumer auf den Schiedsrichter - und sind trotz der Niederlage optimistisch.
Kurz vor dem Ende stand Friedhelm Funkel milde lächelnd an der Seitenlinie. Er hatte gerade hatte in den Himmel geblickt und vielleicht deshalb gelächelt, weil der, wider Erwarten, nicht grau, sondern dunkelblau war. Vielleicht lächelte er aber auch vorsichtig, weil sein VfL Bochum dabei war, ein 0:0 beim ersten Relegationsspiel bei Borussia Mönchengladbach zu erreichen.
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Treffer in der Nachspielzeit: Igor de Camargo nach seinem Tor zum 1:0. (© Bongarts/Getty Images)
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Seine Mannschaft hatte zahlreiche Gelegenheiten zugelassen und nur wenige selbst herausgespielt, weshalb Funkel ein torloses Unentschieden als Erfolg werten dürfte - und als er kurz vor dem Schlusspfiff zum Gladbacher Trainer hinüberblickte, da sah er, wie sein Kollege schimpfte und motzte und tobte. Und schon lächelte der Bochumer Coach weiter.
Dann jedoch gab es in der Nachspielzeit ein Gewühl im Bochumer Strafraum. Mike Hanke köpfte, Juan Arrango prügelte den abgewehrten Ball zurück, das Spielgerät tropfte zum eingewechselten Igor de Camargo - und der erzielte mit der Hacke den 1:0-Siegtreffer für Gladbach. Und während Favre nun jubelte, stürmte Funkel auf den Schiedsrichter zu, weil der seiner Meinung nach zu lange hatte nachspielen lassen.
Funkel hatte schon vor dieser ersten Partie über die Relegationsspiele genörgelt ("Ohne diese unsägliche Relegation stünde unser Aufstieg bereits fest"), dabei sprach die Statistik doch für ihn und seinen Verein. Als Spieler war Funkel zwei Mal mit Bayer Uerdingen der Aufstieg über die Relegation gelungen, dazu hatte der VfL Bochum nach seinen fünf Bundesliga-Abstiegen jeweils wieder den Aufstieg geschafft. Auch Funkel war als Trainer fünf Mal aufgestiegen.
Doch Funkel hatte vor der Partie in Gladbach zwei weitere Statistiken angeführt, die gegen seinen Verein sprechen. "Von zehn Relegationen gewinnt der Erstligist acht", hatte er gesagt, was der Realität von acht aus zwölf recht nahe kommt. Zum anderen sah er Gladbach im psychologischen Vorteil, weil die Mannschaft von Trainer Lucien Favre mit einer famosen Rückrunde noch in die Relegation rettete. Dass es beim VfL Bochum ähnlich war, das hatte Funkel geschickt verschwiegen.
Dass diese Partie kein Fußball-Feinschmeckermenü mit lukullischen Köstlichkeiten für den feinen Fangaumen sein würde, das war den meisten schon vorher klar. "Da spielt der 16. der Bundesliga gegen den Dritten der zweiten Liga", hatte Gladbachs Trainer Lucien Favre zuvor gesagt. Es wurde gefoult und getreten, sich beim Kopfball duelliert, wild gegrätscht, zuvor versprungenen Bällen hinterher gehechtet.
Tapferes und ehrliches Handwerk also, das durchaus seinen Reiz hatte. Es kamen in der ersten Halbzeit einige Torchancen zu Stande, die eher erkämpft als erspielt wurden und für die nicht einmal Louis van Gaal den Begriff "kreiert" verwenden würde.
Gladbach hatte dabei das quantitative Übergewicht: Juan Arrango köpfte nach nur 40 Spielsekunden knapp über das Tor, den von Mo Idrissou aufs Tor geprügelten Ball konnte Torwart Andreas Luthe abwehren (9.), der Schuss von Marco Reus (16.) aus 16 Metern verfehlte gar das Fangnetz hinter dem Tor. Dazu köpfte Dante aus sechs Metern geradezu grotesk über die Latte (24.), bei Mike Hankes Schuss reagierte Luthe gekonnt (33.).
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Champions-League-Finale
Jede Mannschaft, die in der Nachspielzeit ein 0:1 bekommt, hatte vorher 90 Minuten Zeit selbst Tore zu schießen.
Die Bochumer sollten mal bei Schalke (2001) und Bayern (1999) nachfragen, was wirkliche Genickbrüche in der Nachspielzeit sind. Denn der VfL hat ja noch sein Heimspiel um das nachholen, was sie in Gladbach versäumt haben: Tore zu schießen.
Es gab bei Anzeige der zwei Minuten und danach keinen Grund zu einer weiteren Verlängerung. Der Ball war nach exakt zwei Minuten Nachspielzeit im Seitenaus.
Das Herr Fandel jetzt davon spricht, dass dies nicht so war, zeigt seine Inkompetenz. Dass er sich dazu hinreißen lässt, die Entscheidung zu verteidigen, spricht für sich.
Herr Perl hat einen Fehler gemacht, gefreut hat er sich wohl auch.
Gladbach hat verdient gewonnen, aber es eigenlich nicht geschafft, ein Tor zu schießen.
Armer Fußball mit zu vielen bayrischen Schiedrichtern und einer ungerechten Kleingärtnertruppe namens DFB in Frankfurt am Main.
"Sueddeutsche = Bild für Linke!!"
Der Sportteil der Bild wird eigentlich immer als relativ okay betrachtet ...
Aber auf BildOnline wird nicht mal erwähnt, dass die Nachspielzeit legal war,
insofern ist die SZ doch eine Nasenlänge vorn.
Wie wär's also mit: "Sueddeutsche = FAZ für Linke" ?
dww
...so falsch ist Ihr Schluss. Ich behaupte, dass gerade die Bildzeitung gute bis sehr gute Kenntnisse des Fussballregelwerks hat und Linke auch nicht über gute oder schlechte Kenntnisse des Fußballs definiert werden. Also, was wollten sie uns mit Ihrerer Schlussfolgerung sagen, bzw wollten sie uns irgendwas sagen?
die der Schiri bei Bedarf verlängern aber nicht verkürzen kann."
Soso: "..zu viele Leute sind, die keine Ahnung von dem haben was sie schreiben."
Und Sie sind mittendrin.
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