Bundesliga Namen verpflichten

Ze Roberto 04? Lucio BSC Berlin? Einige Vereine ahmen den FC Bayern nun auch namentlich nach.

Von Eine Glosse von Wolfgang Gärner

Wer so spielen (und gewinnen) will wie der FC Bayern, braucht auch solche Spieler. Zumindest solche, die so heißen: Zé, oder Lúcio. Es muss ja nicht der echte sein, vielleicht wirkt allein der Name schon. Jedenfalls bereitet der FC Schalke 04 im Ansinnen, die Bayern einzufangen, die Verpflichtung von Jose Roberto de Oliviera vor, Spielmacher von Botafogo, geboren in Itumbiara und Zé Roberto gerufen, aber nicht zu verwechseln mit dem Original-Zé: Herrn José Roberto da Silva Júnior, geboren in Ipiranga und just zurückgekehrt vom FC Santos (wo er die von Pelé geheiligte Nummer 10 tragen durfte) nach München.

Noch ein Ze? Schalke 04 will dem bayerischen Roberto noch einen hinzufügen.

(Foto: Foto: AP)

Hertha BSC baute zuvor schon auf die Magie des Namen und kauft Gremio Porto Alegre für drei Millionen Euro Carlos Cajueiro Souza ab, Künstlername: Lúcio, Schuhgröße fünfeinhalb. Lucimar da Silva Ferreira hat Schuhgröße zehn, und das ist nicht das Einzige, was den echten Lúcio aus der Innenverteidigung des FC Bayern München von dem Epigonen unterscheidet, der das Mittelfeld der Berliner ordnen sollte. Er kam nicht dazu, weil ihm das Kreuzband riss.

Wenn allein Namensgleichheit verheißt, dass Qualität wie beim FC Bayern sich entfaltet, könnte es sich lohnen, nach diesem Schema weiter zu forschen: Was den Bayern ihr Basti, könnte woanders der Tobi sein, Schweini beide sowieso. Tobias S. spielt beim VfB Lübeck, in Liga zwei. Francois Ribéry spielt noch eins drunter, in Calais. Egal, der Name verpflichtet, ebenso wie: Drogba - müsste man sich wieder mal den kleinen Joël anschauen, eben in der Premium League angelangt, allerdings der ukrainischen: Bei Metalurg Donezk.

Dass enge Verwandtschaft nicht grundsätzlich eine Erfolgsgarantie darstellt, darauf deuten die stark divergierenden Ergebnisse der Fußballmanager Uli&Dieter Hoeneß hin. Idealerweise lassen sich Brüder ohnedies nicht gegeneinander ausspielen, das machten einst die Kremers vor: Helmut spielte nirgendwo ohne seinen Bruder - ob in Mönchengladbach, Offenbach oder auf Schalke. Zur WM 1974 durfte er den Erwin allerdings nicht mitnehmen (ziemlich fies von Herrn Schön!), aber da war der Helmut auch immer nur Ersatz: Das ist wahre Brüderlichkeit!