Bundesliga Huub Stevens tritt als Hoffenheim-Trainer zurück

  • Huub Stevens hört wegen Herzrythmusstörungen bei der TSG Hoffenheim auf.
  • Die Hoffenheimer können den Schritt nachvollziehen, sind selbst von der Nachricht überrascht worden.
  • Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

Die Ära von Huub Stevens bei 1899 Hoffenheim ist nach nicht einmal vier Monaten schon wieder zu Ende. Der Niederländer trat am Mittwoch aus gesundheitlichen Gründen beim Abstiegskandidaten der Fußball-Bundesliga zurück. Stevens erklärte auf der Pressekonferenz um 15 Uhr, dass bei ihm Herzrythmusstörungen festgestellt wurden, weswegen er in Zukunft womöglicherweise operiert werden müsste. "Es ist hart zu gehen", sagte Stevens. "Aber das Gesundheitsrisiko ist derzeit zu groß. Es geht nicht anders."

Damit stehen die Kraichgauer drei Tage vor dem wichtigen Spiel bei Werder Bremen ohne Trainer da. "Wir waren genauso überrascht", sagte Mediendirektor Christian Frommert. "Aber das sind Gründe, die für uns absolut nachvollziehbar sind." Stevens' Nachfolge sollen vorerst seine beiden bisherigen Assistenten Alfred Schreuder und Armin Reutershahn übernehmen.

"Ich bedanke mich für Huubs Offenheit", sagte Alexander Rosen, Hoffenheims Sportdirektor. "Er wird uns auch in Zukunft beratend zur Seite stehen. Aber es ist verständlich, dass auch Huub jemanden für Hoffenheim möchte, der jetzt zu diesem Zeitpunkt 100 Prozent geben kann.

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Der Nachfolger steht noch nicht fest

Hinter den Kulissen sollen sich die Verantwortlichen zudem darum bemühen, den 28 Jahre alten Julian Nagelsmann bereits jetzt in die Trainingsarbeit einzubinden. Der bisherige A-Jugend-Trainer sollte im Sommer ohnehin die Nachfolge von Stevens antreten, der Ende Oktober des vergangenen Jahres als Retter für den am Ende erfolglosen Markus Gisdol geholt worden war. "Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, wer die Nachfolge antreten wird", sagte Rosen. "Wir wurden um viertel nach zehn von Huub überrascht. Die Nachricht ist erst fünf Stunden alt. Wir brauchen etwas Zeit, um das zu verarbeiten."

Stevens hatte zuletzt in ähnlicher Lage den VfB Stuttgart zweimal vor dem Abstieg bewahrt. Die Hoffnung von Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp, dass der Trainer-Routinier auch seinen einstigen Dorfclub wieder in sichere Tabellen-Gefilde führt, erfüllte sich aber nicht.

In zehn Spielen unter der Regie des 62-Jährigen holte die TSG nur acht Punkte und einen Sieg. Nach der 0:2-Heimniederlage am Sonntag gegen Aufsteiger Darmstadt 98 steht die TSG in der Tabelle nur auf Platz 17. Der Rückstand auf den nächsten Gegner Bremen auf dem Relegationsrang beträgt bereits fünf Punkte. Dennoch hatten sowohl Stevens als auch die Verantwortlichen einen erneuten Trainerwechsel zuletzt noch ausgeschlossen. Stattdessen hatte der Niederländer Fragen in dieser Hinsicht am Sonntag brüsk zurückgewiesen und stattdessen an den Zusammenhalt im Verein appelliert.

Allerdings war Stevens zuletzt auch intern nicht mehr unumstritten. Mit seiner knurrigen Art und deutlichen Ansprache waren nicht alle Spieler klargekommen. Zudem hatten einige Personalentscheidungen des erfahrenen Trainers für Verwunderung gesorgt. So hatte Stevens Nationalspieler Kevin Volland beim Auswärtsspiel in München auf die Bank verbannt, um ihn eine Woche später gegen Darmstadt wieder in die Startformation zu berufen. Vor allem offensiv brachten die Hoffenheimer unter Stevens nicht viel zustande und stellen mit 18 Treffern die zweitschlechteste Offensive hinter Ingolstadt.